Amerikanischer Drehbuchautor, Produzent und Regisseur. Mit seinem drei Jahre älteren Bruder Joel bildet Ethan Coen seit ihren Filmanfängen ein... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max08/kuk08/kuk36/u0836106/b150x150.jpg Ethan Coen

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Ethan Coen


  • Geburtstag
    21.09.1957
  • Geburtsort
    Minneapolis, Minnesota

Amerikanischer Drehbuchautor, Produzent und Regisseur. Mit seinem drei Jahre älteren Bruder Joel bildet Ethan Coen seit ihren Filmanfängen ein symbiotisches Team, das bewusst auf die scharfe Trennung der Funktionen verzichtet. In der Regel inszeniert Joel, Ethan produziert, beide schreiben das Drehbuch. Seit "Ladykillers" sind beide als Regisseure geführt. Als Cutter benutzen sie das Pseudonym Roderick Jaynes. Die Filme der Coen-Brüder zeichnen sich durch eine eigenwillige Erzählweise, absurd-lakonischen Humor aus. Es sind bitterböse Grotesken und rabenschwarze Farcen. Ihre mit surrealistischen Einschüben gespickten, ausgefeilten Bildkompositionen enthalten zahlreiche Zitate aus der Filmgeschichte, speziell aus dem Film noir und den Screwball Comedies der 40er-Jahre. Die messerscharfen, präzisen Dialoge einer von ihnen entwickelten Kunstsprache gehören zur hintergründigen Originalität des Gesamtwerks, das sie als Total Film Maker und Independent-Könige verantworten.

Ethan Coen wurde 1957 in St. Louis Park, Minnesota, als Sohn eines Professorenpaars geboren und drehte mit Joel und einem Nachbarjungen mit einer Super-8-Kamera Remakes von Hollywoodfilmen, die sie im Fernsehen gesehen hatten. Er studierte in Princeton und machte seinen Abschluss mit einer Arbeit über den Philosophen Ludwig Wittgenstein. Erst danach taten sich die Brüder zusammen und machten erste Versuche im Filmgeschäft als Cutter von Horrorfilmen, unter anderem Sam Raimis "Tanz der Teufel". Seit 1981 verfassen sie Drehbücher, ihr erster Film, "Blood Simple" (1984), ein Psychothriller um Mord, Versicherungsbetrug und Tribut an die Schwarze Serie, wird von der Kritik gefeiert.

Dem Genre Thriller bleiben sie treu: Mit dem Gangsterepos "Miller's Crossing" (1990), das auch europäische Vorbilder wie Jean-Pierre Melville zitiert; dem kafkaesken Mystery-Thriller "Barton Fink" (1991), in dem ein Drehbuchautor 1941 in Hollywood in einen mysteriösen Mordfall gerät (Goldene Palme Cannes 1991, Regie-Preis, Bester Darsteller: John Turturro); der tragikomischen, im eingeschneiten Minnesota spielenden Entführungs- und Erpressungsgeschichte "Fargo" (1996; Regie-Preis in Cannes, Drehbuch-Oscar, Oscar für die Beste Darstellerin: Frances McDormand); und dem Film Noir "The Man Who Wasn't There" (2001), in dem ein Herrenfriseur eine Mordlawine lostritt.

Ihre stilistische Vielfalt und Virtuosität feiern die Coens mit Arbeiten wie der Actionkomödie "Arizona Junior" (1988), eine schwarzhumorige Burleske, in der Nicolas Cage für Holly Hunter ein Baby stiehlt; der Business-Satire "Hudsucker - Der große Sprung" (1994); der Bowling- und Kidnapping-Komödie "The Big Lebowski" (1998, mit Jeff Bridges als Althippie im Raymond-Chandler-Universum); der Südsaaten-Odyssee "O Brother, Where Art Thou?" (2000); der Scheidungskomödie "Ein unmöglicher Härtefall" (2003) und dem Remake des britischen Krimiklassikers "Ladykillers" (2004) - die zwei letzten Arbeiten für Major Studios.

Seit "Barton Fink" wurden alle Filme der Coens in Cannes uraufgeführt, der für "Paris, je t'aime" (2006) inszenierte Kurzfilm "Tuileries" ebenso wie 2007 "No Country for Old Men". Das elektrisierend schwarzhumorige und hochspannende Meisterwerk um einen todsicheren Killer (Javier Bardem) auf der Jagd im Crime-and-Western-Country von Sergio Leone, Sam Peckinpah und John Woo zeigt sie wieder auf der Höhe ihrer Form. Entsprechend wurde es mit zahlreichen Preisen bedacht, u.a. mit dem Golden Globe für das beste Drehbuch und als Krönung gleich mit vier Oscars, u.a. für die Königskategorien Bester Film und Beste Regie. Für die Regie erhielten die Brüder außerdem Auszeichnungen der Regisseurs- und Produzentengewerkschaft.

Ethan Coen schrieb Kurzgeschichten für The New Yorker, Playboy und Vanity Fair, die unter dem Titel "Gates of Eden" (1999, dt. "Falltür ins Paradies", 2005) erschienen.

Er ist mit der Percussionistin Grace Buller-Gorge verheiratet.

  • Geburtstag
    21.09.1957
  • Geburtsort
    Minneapolis, Minnesota
  • Geburtsland
    USA

Oscars: Colin Firth dankt wie in "The King's Speech", Natalie Portman weint

"Wenn Du nominiert bist und dann Deinen Namen hörst - das fühlt sich an wie ein lautloses impressionistisches Gemälde…"

Großansicht Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S)

Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S)

So beschrieb Hollywoods Liebling Tom Hanks zu Beginn den besonderen Reiz einer Oscar-Verleihung. Dieser blumige Vergleich muss auch den großen Sieger Colin Firth verwirrt haben. Denn der Brite rang ganz wie seine stotternde Filmfigur König George in "The King's Speech" mit den richtigen Worten, nachdem er den magischen Satz "And the Oscar goes to… Colin Firth" gehört hatte: "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, das sich den Weg zu meinen Füßen bahnen will - aber meinen Freudentanz will ich lieber niemandem zumuten."

Den Rest seiner Dankesrede absolvierte Colin Firth sichtlich um Fassung bemüht im Stotterrhythmus - und dabei war garantiert kein Method Acting im Spiel: Der feinsinnige Brite steckte nicht etwa noch in seiner Rolle fest, er war schlicht vollkommen überwältigt.

Dabei war Colin Firths Sieg ebenso wenig überraschend wie der Preis für Natalie Portmans Glanzleistung in "Black Swan". Als Ballerina, die unter enormem Leistungsdruck die Grenzen ihres Körpers und ihrer Seele überschreitet, beeindruckte sie wie Millionen deutscher Kinozuschauer auch die ehrwürdige Academy - und nahm den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegen.

"Das ist der Wahnsinn!", rief Natalie Portman und kämpfte bei jedem Wort mit den Tränen. Sie dankte brav ihren Eltern sowie Luc Besson für ihre erste Rolle in "Leon - der Profi". Als sie sich schließlich an den Choreographen von "Black Swan", Benjamin Millepied, wandte, verlor Portman endgültig die Fassung: "Du hast mir die wichtigste Rolle meines Lebens gegeben", schluchzte Natalie dem Mann entgegen, von dem sie ein Kind erwartet.

Großansicht Großer Verlierer des Abends: "True Grit" von den Coen-Brüdern (Foto: Paramount)

Großer Verlierer des Abends: "True Grit" von den Coen-Brüdern (Foto: Paramount)

Der größte Verlierer

Tränen dürfte es auch bei den Coen-Brüdern gegeben haben: Ihr Western-Remake "True Grit" war zehn Mal nominiert und ging dennoch vollkommen leer aus. Stattdessen wurde "The King's Speech" mit vier Goldjungs neben "Inception" (ebenfalls vier Preise) der meistausgezeichnete Film des Abends. Dabei heimste das berührende Monarchendrama, das insgesamt zwölf Mal nominiert war, allerdings den wichtigsten Oscar für den besten Film ein. Außerdem gewann Newcomer Tom Hooper gleich auf Anhieb den begehrten Regie-Oscar. Auch fürs Drehbuch gab's einen Academy Award. "Inception" erhielt die Preise eher in den kleineren technischen Kategorien wie Visual Effects, Kamera und Ton.

Auch der hochgehandelte "The Social Network" gewann nur drei von acht möglichen Oscars (adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Musik). Dafür überraschte Autor Aaron Sorkin mit einem Plädoyer für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Film alles andere als gut wegkommt: Ohne ihn wäre keine Revolution in Nordafrika möglich geworden, gab Aaron Sorkin zu bedenken.

Großansicht Christian Bale erhielt eine Trophäe für die beste Nebenrolle in "The Fighter" (Foto: Senator)

Christian Bale erhielt eine Trophäe für die beste Nebenrolle in "The Fighter" (Foto: Senator)

Ärger um das F-Wort

Einer der wenigen Momente schallenden Gelächters in einer ansonsten arg braven Oscar-Nacht war ausgerechnet Christian Bale zu verdanken. Er gewann den Preis für die beste Nebenrolle als Mark Wahlbergs Bruder in "The Fighter" und spielte auf der Bühne mit seinem Image als spaßgebremster Perfektionist: "Ich werde hier keine F**k-Arie ablassen, das kennt ihr ja schon zur Genüge von mir!" Bale hatte sich am Set von "Terminator 4" einen legendären Ausraster geleistet und einen Beleuchter minutenlang wüst beschimpft, weil dieser durchs Bild gelaufen war.

Auch der zweite Nebenrollen-Oscar ging an "The Fighter": Melissa Leo, die zuletzt schon für "Frozen River" nominiert gewesen war, wurde für ihren Part als biestige Mutter der boxenden Brüder Wahlberg und Bale ausgezeichnet. Sie benutzte in ihrer Dankesrede allerdings tatsächlich das böse F-Wort: "Als Kate Winslet hier oben stand, sah das so verf*ckt einfach aus!" In der US-Übertragung, die wegen des Superbowl-Eklats (Janet Jacksons "Nipplegate") um einige Sekunden zeitversetzt über den Äther ging, wurde diese Stelle prompt überpiept.

Großansicht Bester ausländischer Film: Das Familiendrama "In einer besseren Welt" (Foto: Universum)

Bester ausländischer Film: Das Familiendrama "In einer besseren Welt" (Foto: Universum)

Ausnahmsweise kein deutscher Jubel

Den Auslands-Oscar gewann Susanne Bier für Dänemark mit dem Familiendrama "In einer besseren Welt". Ein deutscher Beitrag war in diesem Jahr ausnahmsweise nicht nominiert. Deutsche Oscar-Chancen hatten aber Hans Zimmer für die Musik in "Inception" sowie Jakob Schuh und Max Lang für ihren animierten Kurzfilm "Der Grüffelo" gehabt. Die Preise gewannen jedoch "The Social Network" respektive "The Lost Thing".

Als bester animierter Spielfilm wurde erwartungsgemäß "Toy Story 3" geehrt, der auch als bester Film nominiert gewesen war. Für Ausstattung und Kostüme erhielt Tim Burtons knallbunte Mär "Alice im Wunderland" zwei Oscars, beim Makeup triumphierte - fast zwangsläufig - "Wolfman".

Großansicht Nicht die Moderatoren sondern Hollywood-Legende Kirk Douglas sorgt für besondere Momente (Foto: Kurt Krieger)

Nicht die Moderatoren sondern Hollywood-Legende Kirk Douglas sorgt für besondere Momente (Foto: Kurt Krieger)

Wall Street hinter Gitter und greise Flirt-Attacke

Einiges Aufsehen erregte die Dankesrede von Charles Ferguson, der für seine Finanzkrisen-Doku "Inside Job" einen Oscar erhielt: "Vor drei Jahren wurde eine weltweite Finanzkatastrophe durch massive Betrügereien verursacht. Doch bis heute musste dafür noch kein einziger Finanz-Manager ins Gefängnis. Da läuft etwas völlig falsch!"

Ach ja, außer den Gewinnern waren auch noch zwei Moderatoren im Kodak Theatre von Los Angeles zugange. Allerdings fielen Anne Hathaway und James Franco kaum auf, obwohl Letzterer sogar als Hauptdarsteller in "127 Hours" (der bei sechs Nominierungen komplett leer ausging) selbst eine Oscar-Chance hatte. Wie mau die Gags der beiden waren, zeigte eine Rückblende auf Bob Hopes genial-pointierte Moderationen - die waren sogar in schwarzweiß lebendiger als die des Jahres 2011!

So war der schönste Oscar-Moment der 83. Verleihung auch nicht Anne Hathaway oder James Franco zu verdanken, sondern einer 94-jährigen Hollywood-Legende: Kirk Douglas! Am Stock gehend und mit schleppender, kaum zu verstehender Stimme verlieh er den Preis für die beste Nebendarstellerin. Dabei erwies er sich als galanter Charmeur: "Du siehst toll aus! Wo warst Du nur, als ich noch Filme gedreht habe?", fragte er eine errötende Anne Hathaway.

Antwort: weit weg von einer Oscar-Verleihung - und das wäre wohl besser auch so geblieben…


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