Mit 13 Jahren, nachdem sie Romy Schneider in "Mado" gesehen hatte, entschloss sich Emmanuelle Béart (geb. 1965), Tochter des Chansonniers Guy Béart... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max08/kuk08/kuk36/u0836069/b150x150.jpg Emmanuelle Béart

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Emmanuelle Béart


  • Bürgerlicher Name
    Emmanuelle Béart
  • Geburtstag
    14.08.1965
  • Geburtsort
    St. Tropez

Mit 13 Jahren, nachdem sie Romy Schneider in "Mado" gesehen hatte, entschloss sich Emmanuelle Béart (geb. 1965), Tochter des Chansonniers Guy Béart, Schauspielerin zu werden - und wurde das berühmteste Akt-Modell des europäischen Films: In Jacques Rivettes vierstündigem Meisterwerk "Die schöne Querulantin" wird sie von dem Maler (Michel Piccoli) als nacktes Modell arrangiert, wobei einige der ästhetischsten Aktstudien entstehen.

Mit ihren vollen Lippen, dem trotzigen, suchenden und auch scheuen Blick, war Béart in Filmen von Régis Wargnier ("Eine französische Frau") und den bürgerlichen Studien von Claude Sautet ("Ein Herz im Winter", für den sie ein Jahr Geigenunterricht nahm, "Nelly & Monsieur Arnaud") ebenso überzeugend wie als vom eifersüchtigen Gatten terrorisierte Frau in Claude Chabrols Ehedrama "Die Hölle". Die sensible Perfektionistin Béart strahlt eine reife Sinnlichkeit aus, die man in ihrem Debüt, dem Doppelfilm "Jean de Florette"/"Manons Rache", als wilde Ziegenhirtin in der Provence, bereits ahnen konnte.

Von Ausnahmen wie "Mission: Impossible" und der in London angesiedelten Beziehungskomödie "Elephant Juice" abgesehen, tritt Béart nur selten in internationalen Produktionen auf. Vorwiegend auf Rollen in anspruchsvolleren französischen Filmen fixiert, war sie die verheiratete Gilberte, die dem jungen Marcel Proust in Raoul Ruiz' beeindruckender Proust-Adaption "Die wiedergefundene Zeit" das Lieben lehrt, gehörte zum gefeierten Ensemble von François Ozons mörderischem Musical "8 Frauen", stand für André Techiné in "Les égarés" als Witwe, die mit ihren Kindern vor den Nazis fliehen muss, vor der Kamera und erneut für Jacques Rivette in "Die Geschichte von Marie und Julien", einer erotischen Love-Story, in der sich der 40-jährige Uhrmacher Julien (Jerzy Radziwilowicz) auf eine Amour fou mit der attraktiven Marie (Béart) einlässt, im Laufe derer Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Fast ausschließlich im Kopf des Zuschauers spielen sich hingegen die erotischen Szenen in Anne Fontaines "Nathalie" ab: Eine betrogene Ehefrau (Fanny Ardant) beauftragt die titelgebende Prostituierte (Béart), ihren Mann zu verführen und ihr regelmäßig alle Details der Affäre zu berichten - und fühlt sich selbst immer stärker zu der jüngeren Frau hingezogen.

Béart, zeitweilige Lebensgefährtin von Daniel Auteuil, wurde im August 1996 von Polizisten in Handschellen aus der Kirche St. Bernard in Paris abgeführt, wo sie für 300 illegale Einwanderer aus Afrika und in Frankreich Asyl Suchende demonstrierte.

  • Bürgerlicher Name
    Emmanuelle Béart
  • Geburtstag
    14.08.1965
  • Geburtsort
    St. Tropez
  • Geburtsland
    Frankreich
  • Familie
    Mutter: Geneviève Galea
    Vater: Guy Béart (Sänger, Dichter)

    Ehemann: Daniel Auteuil (Schauspieler, 1993 - 1995, geschieden)
    Lebensgefährte: David Moreau (Musikproduzent)

    Tochter: Nelly (von Daniel Auteuil, geb. April 1992)
    Sohn: Johan (von David Moreau, geb. März 1996)
  • Autogrammadresse
    c/o Artmedia
    20 avenue Rapp
    75007 Paris

Hinter den Kulissen: "8 Frauen" vor einer Kamera - der Regisseur muss Franzose sein

Eine Filmdiva alleine kann einen Regisseur locker in die Verzweiflung treiben - Brigitte Bardot, Marylin Monroe oder auch Sharon Stone haben das mit links geschafft. So gesehen hat Francois Ozon wirklich Großes geleistet: Gleich acht Diven folgten brav den Regieanweisungen des 34jährigen - eine Aufgabe, um die er auf den ersten Blick nicht zu beneiden und auf den zweiten zu bewundern ist.

Gruppenbild mit Damen: Versammlung der Diven

Gruppenbild mit Damen: Versammlung der Diven

Immerhin handelte es sich nicht um irgendwelche Schauspielerinnen, sondern um die "Crème de la Crème" des französischen Films: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier und Firmine Richard - allesamt grandiose Miminnen.

Ozon wollte aber genau diese Herausforderung. Lange, bevor er überhaupt an "8 Frauen" dachte, hegte er den Wunsch, einen nur mit Schauspielerinnen besetzten Film zu realisieren.

Zunächst plante er eine Wiederverfilmung von George Cukors "Die Frauen". Aber zwei davon kamen ihm zuvor: Julia Roberts und Meg Ryan hatten sich bereits die Option auf dieses Remake gesichert. Der arme Ozon musste das Projekt auf Eis legen.

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Die Frauen sind zwar schön, haben es aber auch ganz schön in sich

Eine Ode an die Weiblichkeit

Dann stieß er auf ein Theaterstück von Robert Thomas mit dem Titel "8 Frauen", eine Krimikomödie, in der ausschließlich Frauen auftreten. Sie sind in einem Haus eingeschlossen und einander ausgeliefert. Für Ozon der richtige Rahmen für eine Ode an die Weiblichkeit.

Ozon dazu: Wie "Tropfen auf heiße Steine" ist "8 Frauen" ein anti-naturalistischer Film, der Stilisierung und Künstlichkeit nutzt, um weibliche Schönheit und Glamour zu vermitteln. Jede Schauspielerin sollte ein Schönheitsideal verkörpern, das das Publikum zum Träumen bringt."

Da liegt er der Hausherr - und jede der Frauen k&ouml;nnte es gewesen sein

Da liegt er der Hausherr - und jede der Frauen könnte es gewesen sein

8 Frauen - 8 Schönheitsideale

Natürlich ist es für einen jungen Filmemacher eine große Herausforderung, mit Leinwandgrößen wie Deneuve, Huppert oder Beart zu drehen, die bereits mit Regisseuren wie Claude Chabrol, François Truffaut und Jean-Luc Godard zusammengearbeitet haben.

Die Hauptschwierigkeit bestand vor allen Dingen darin, die Stärken jeder einzelnen Diva zur Geltung zu bringen, ohne damit die Spielfreunde der anderen einzuengen. In Francois Ozons Vorstellung sollte jede Schauspielerin ein Schönheitsideal vermitteln.

Catherine Deneuve und Fanny Ardant in ihren beeindruckenden Kost&uuml;men

Catherine Deneuve und Fanny Ardant in ihren beeindruckenden Kostümen

Atemberaubende Kostüme

Ein wichtiges Mittel waren daher die Kostüme, die auch einen Eindruck des jeweiligen Charakters der dargestellten Person geben. Fanny Ardant, die die Rolle einer ehemaligen Cabaret-Tänzerin verkörpert, ist in einem schwarzroten, hautengen Kleid zu sehen. Pikantes Detail: Es wurde so eng genäht, dass Ardant darunter keine Wäsche tragen konnte.

Keine Frage, warum sowohl der Regisseur mit den Hauptdarstellerinnen, als auch diese untereinander wunderbar harmonierten: Ozon verlangte ihnen Höchstleistungen ab.

Ein echter Augenschmaus: Catherine Deneuve tanzt

Ein echter Augenschmaus: Catherine Deneuve tanzt

Künstlerische Herausforderungen

Die acht Diven mussten spielen, sprechen, singen - und tanzen. Jede Persönlichkeit im Film wird über eine individuelle Choreografie herausgearbeitet. Emmanuelle Beart, die in ihrer Karriere bereits einige Tanzerfahrungen gesammelt hat, bereitete dieser Teil der Dreharbeiten erheblich weniger Schwierigkeiten als Catherine Deneuve. Nach Aussage von Sebastien Charles, der für die Choreographie zuständig war, brauchte die Deneuve viel Ermutigung und Zuspruch. Sie meisterte die Herausforderung, wie es sich für eine Diva gehört:

"Meine Natur ist es eher Kino zu machen, als Schauspielerin zu sein. Ich bin eine Dienerin des Films," sagte sie.

Insgesamt scheint ihr die Arbeit mit den anderen Frauen jedoch viel Spaß gemacht zu haben. Angeblich schenkte sie jeder ihrer Kolleginnen am letzten Drehtag eine rote Rose.


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