Der 1965 in Rom geborene Emanuele Crialese verbrachte neun Jahre in den USA, wo er an der Tish School of Arts der New Yorker Universität studierte... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max07/bf07/bf18/b0718145/b150x150.jpg Emanuele Crialese

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Emanuele Crialese


  • Geburtsort
    Rom

Der 1965 in Rom geborene Emanuele Crialese verbrachte neun Jahre in den USA, wo er an der Tish School of Arts der New Yorker Universität studierte, einen ersten Kurzfilm ("Heartless", 1994) fertig stellte und 1997 mit "Once We Were Strangers" in englischer Sprache sein Spielfilmdebüt inszenierte.

Die in New York angesiedelte Komödie schildert die Nöte eines illegalen italienischen Immigranten (gespielt von einem Freund Crialeses, dem New Yorker Bildhauer Vincenzo Amato), dessen gerade erst gefundene Liebe prompt nach Paris ziehen möchte, sowie die seines indischen Freundes, der von der Ankunft der Braut, die seine Eltern für ihn ausgesucht haben, überrascht wird. Der Film lief auf mehreren internationalen Festivals und brachte Crialese u.a. den Großen Preis der Jury in Valenciennes ein.

Im Anschluss zog sich Crialese für sechs Monate auf die kleine Insel Lampedusa im Süden Siziliens zurück, wo er als Fischer arbeitete und die Geschichte einer Frau hörte, die von den übrigen Inselbewohnern aufgrund ihres unkonventionellen und launischen Verhaltens für verrückt gehalten wurde. Aus dieser Legende heraus entwickelte Crialese die Idee zu "Lampedusa", den er 2001 vor Ort mit Valeria Golino in der Hauptrolle drehte. Bei den Filmfestspielen in Cannes erhielt der Film 2002 den Großen Preis der Semaine de la Critique sowie den Publikumspreis.

Für seinen nächsten Film konzentriert sich Crialese erneut auf italienische Einwanderer in die USA. Für diese, meist arme Bauern, ist es eine schreckliche Prozedur die "Golden Door" zu passieren. Das Drama wurde bei den Filmfestspielen in Venedig 2006 mit den Silbernen Löwen ausgezeichnet.

  • Geburtsort
    Rom
  • Geburtsland
    Italien

"Eine Folge von Katastrophen"

Bittere Armut und Aberglaube prägen das Leben in Süditalien zur Jahrhundertwende. Als der ungebildete Bauer Salvatore Mancuso (Vincenzo Amato) die verheißungsvollen Berichte der Auswanderer über Amerika hört, beschließt er in die neue Welt überzusiedeln.

Großansicht Die italienischen Auswanderer zwängen sich auf ein Schiff Richtung Amerika (Foto: Prokino)

Die italienischen Auswanderer zwängen sich auf ein Schiff Richtung Amerika (Foto: Prokino)

» Ihre Hauptpersonen versuchen in Amerika einen Traum zu verwirklichen. Wäre es für Sie ein Traum, in den USA zu arbeiten?

EMANUELE CRIALESE: Ich habe an der New York University Film studiert und meinen ersten Film "Once We Were Strangers" dort realisiert. Nach zehn Jahren bin ich nach Italien zurückgekehrt. Die Zeit der Träume ist vorbei. Bei einem interessanten Angebot und spannenden Thema würde ich nicht Nein sagen. Aber Hollywood reizt mich nicht. Ich empfinde mich als Künstler, mache Filme und betreibe kein Geschäft. Wer als Regisseur Geld scheffeln möchte, sollte schleunigst den Beruf wechseln.

Großansicht Regisseur Emanuele Crialese hat bereits mit seinen Vorgängerfilmen Preise abgeräumt (Foto: Prokino)

Regisseur Emanuele Crialese hat bereits mit seinen Vorgängerfilmen Preise abgeräumt (Foto: Prokino)

» "Golden Door" ist eine italienisch-französische Koproduktion. Kann man in Italien einen teuren Film realisieren?

Es war nicht leicht, einen Partner für "Golden Door" zu finden, elf Millionen Euro sprengen den Rahmen in Italien. Bei dieser Summe, ohne große internationale Stars und dazu noch mit Laiendarstellern, da ergreifen Produzenten die Flucht. Selbst die wunderbare Charlotte Gainsbourg ist keine sichere Bank. Dennoch zeigten sich die französischen Finanziers großzügig.

Allerdings machte ich den Fehler, mich mit meiner eigenen Firma zu beteiligen. Entweder hat man die finanzielle Kontrolle oder lieber gar nichts. Was nützt der Name auf dem Papier? Inzwischen ist der Regisseur eine Art Polizist für das Einhalten des Budgets, der dafür sorgen muss, dass die Euros nicht in dubiose Taschen wandern, sondern auf der Leinwand zu sehen sind. Es kam nicht selten vor, dass ich eine Szene drehen wollte und die Mittel fehlten. Die Dreharbeiten entpuppten sich als eine Folge von Katastrophen.


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