Bittere Armut und Aberglaube prägen das Leben in Süditalien zur Jahrhundertwende. Als der ungebildete Bauer Salvatore Mancuso (Vincenzo Amato) die verheißungsvollen Berichte der Auswanderer über Amerika hört, beschließt er in die neue Welt überzusiedeln.
Die italienischen Auswanderer zwängen sich auf ein Schiff Richtung Amerika (Foto: Prokino)
» Ihre Hauptpersonen versuchen in Amerika einen Traum zu verwirklichen. Wäre es für Sie ein Traum, in den USA zu arbeiten?
EMANUELE CRIALESE: Ich habe an der New York University Film studiert und meinen ersten Film "Once We Were Strangers" dort realisiert. Nach zehn Jahren bin ich nach Italien zurückgekehrt. Die Zeit der Träume ist vorbei. Bei einem interessanten Angebot und spannenden Thema würde ich nicht Nein sagen. Aber Hollywood reizt mich nicht. Ich empfinde mich als Künstler, mache Filme und betreibe kein Geschäft. Wer als Regisseur Geld scheffeln möchte, sollte schleunigst den Beruf wechseln.
Regisseur Emanuele Crialese hat bereits mit seinen Vorgängerfilmen Preise abgeräumt (Foto: Prokino)
» "Golden Door" ist eine italienisch-französische Koproduktion. Kann man in Italien einen teuren Film realisieren?
Es war nicht leicht, einen Partner für "Golden Door" zu finden, elf Millionen Euro sprengen den Rahmen in Italien. Bei dieser Summe, ohne große internationale Stars und dazu noch mit Laiendarstellern, da ergreifen Produzenten die Flucht. Selbst die wunderbare Charlotte Gainsbourg ist keine sichere Bank. Dennoch zeigten sich die französischen Finanziers großzügig.
Allerdings machte ich den Fehler, mich mit meiner eigenen Firma zu beteiligen. Entweder hat man die finanzielle Kontrolle oder lieber gar nichts. Was nützt der Name auf dem Papier? Inzwischen ist der Regisseur eine Art Polizist für das Einhalten des Budgets, der dafür sorgen muss, dass die Euros nicht in dubiose Taschen wandern, sondern auf der Leinwand zu sehen sind. Es kam nicht selten vor, dass ich eine Szene drehen wollte und die Mittel fehlten. Die Dreharbeiten entpuppten sich als eine Folge von Katastrophen.