Das Militär hat es ihm angetan: Ob Bürgerkrieg, Golfkrieg oder Kriegsrecht über New York, Edward Zwick erkundet die Möglichkeiten, die in Pflichterfüllung, Auftrag, Versagen und Zweifel an dem Militärapparat begründet liegen, und die Reaktion staatlicher Gewalt auf äußere Bedrohungen. "Glory" (1990) schildert die Einsätze einer schwarzen Infanterieeinheit im Bürgerkrieg der Nord- und Südstaaten und brachte Hauptdarsteller Denzel Washington den Nebenrollen-"Oscar" ein. In "Mut zur Wahrheit" spielte Washington einen Offizier, der eine Aktion im Golfkrieg rekonstruieren muss und zweifelt, ob die posthum für den Orden vorgesehene Hubschrauberpilotin Heldin war oder vor ein Kriegsgericht gehört hätte. In "Ausnahmezustand" war Washington der FBI-Agent, der in Zusammenarbeit mit einer verdeckten CIA-Agentin (Annette Bening) erlebt, wie ein General (Bruce Willis) der Terroristen wegen das Kriegsrecht über New York verhängt. Regisseur Edward Zwick, "Emmy"-ausgezeichnet und verantwortlich für verschiedene TV-Serien ("thirtysomething"), begann seine Regiekarriere mit der Komödie "Nochmal so wie letzte Nacht" (mit Demi Moore und Rob Lowe) und errang mit dem romantischen Abenteuerfilm "Legenden der Leidenschaft", in dem Julia Ormond zwischen drei Brüdern, darunter Brad Pitt und Aidan Quinn steht, 1995 einen Welterfolg.
1998 war Zwick Co-Produzent von "Shakespeare in Love" mit Joseph Fiennes, wofür er einen Oscar erhielt. Zwei Jahre später produzierte er den Oscar-prämierten Film "Traffic - Macht des Kartells" von Steven Soderbergh und 2001 "I Am Sam" mit Sean Penn und Michelle Pfeiffer. Historischer Hintergrund des Dramas "Last Samurai", bei dem er Regie, Buch und Produktion leitete, ist die Satsuma-Rebellion im Jahre 1877. Mit "Blood Diamond" (der Filmtitel gibt den UNO-Begriff für politisch "kontaminierte" Diamanten wieder) taucht er in die Zeit des Bürgerkriegs in Sierra Leone am Ende der 1990er-Jahre ein. Leonardo DiCaprio gibt hier den mutigen Danny Archer, der illegal Diamanten aus dem Land schmuggelt, im Gefängnis landet und dort von einem versteckten pinken Diamanten erfährt.
Edward Zwick ist mit Liberty Godshall, der Schwägerin seines Bruders Joel, liiert.
"Mystic River" bester Film 2003
Sie gilt als DER Fingerzeig für die Oscars: die alljährliche Wahl des US National Board of Review in den Kategorien Bester Film und Bester Darsteller.
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Herausragend: Sean Penn in "Mystic River" (Foto: Warner)
Sean Penn geht als großer Gewinner aus der inoffiziellen Oscar-Preview hervor: Er wurde als bester Darsteller des Jahres 2003 ausgezeichnet für seine Rollen als vorschneller Rächer seiner ermordeten Tochter in "Mystic River" und schwerkranker Empfänger eines Spenderherzens im Todespuzzle "21 Gramm" (bei uns ab 5.2. im Kino). Dabei ließ er sogar Megastar Tom Cruise mit seinem Schwert-Spektakel "Last Samurai" (8.1.) hinter sich.
Edward Zwick, der den Edel-Eastern inszenierte, heimste den Preis als bester Regisseur ein - obwohl zuletzt ganz Amerika Clint Eastwood für seine bedeutungsschwere Inszenierung des Sozialdramas "Mystic River" als neues Lieblingskind hinter der Kamera gefeiert hatte. Dessen Werk wurde zwar zum besten Film gewählt, das lag aber nach Meinung der Jury weniger an der Inszenierung des Altmeisters, denn an den exzellenten darstellerischen Leistungen von Sean Penn, Tim Robbins, Kevin Bacon, Laura Linney, Laurence Fishburne und Marcia Gay Harden.
Möge das Spiel beginnen!
Auf Platz zwei kam bei den besten Filmen "The Last Samurai" vor dem Independent-Drama "The Station Agent" und dem hochintelligenten "21 Grams" von Alejandro González Iñárritu, dem Regisseur von "Amores perros".
Diane Keaton wurde als beste Schauspielerin geehrt: In der Komödie "Was das Herz begehrt" (12.2.) mimt sie eine Dramenautorin. Jack Nicholson spielt ihren Ex-Mann, Keanu Reeves ist ebenfalls mit von der Partie.
Damit ist die Ratesaison für die Oscar-Kandidaten offiziell eröffnet: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die meisten der erwähnten Filme und Darsteller auch auf den Nominierungslisten der Academy Awards finden werden, ist hoch.