Der blonde Schauspieler mit dem Habitus eines Yuppies, der Maske eines Biedermannes, hinter dem sich gefährliche Charaktere verbergen können, wurde mit drei Filmen beinahe zeitgleich entdeckt und als Charakterschauspieler wahrgenommen. In Woody Allens "Alle sagen: I Love You" war Edward Norton der Verlobte von Drew Barrymore, die seinen Verlobungsring verschluckt, in dem Thriller "Zwielicht" der teuflische Mörder, und in "Larry Flint" der Anwalt des "Hustler"-Herausgebers.
Norton gehörte zu den passionierten Spielern in John Dahls "Rounders" und setzte sich weltweit endgültig durch als Yuppie, der den Regeln des von Brad Pitt initiierten "Fight Club" verfällt und eine faszinierende moderne Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde-Studie schafft. Umstritten war der Film "American History X", in dem Norton einen charismatischen Skinhead der rechtsradikalen Szene spielte. Mit "Glauben ist alles", in dem er die Rolle des katholischen Priesters spielte, der sich wie sein Freund, der Rabbi, in eine Jugendfreundin verliebt, inszenierte Norton seinen ersten Spielfilm.
Eher Prestige als kommerziellen Erfolg erntete Norton mit dem Einbrecherkrimi "The Score", der mit ihm, Robert de Niro und Marlon Brando die Top-Akteure dreier Generationen vereinte. Neben Salma Hayek spielte er in dem Frida-Kahlo-Biopic "Frida" den amerikanischen Milliardär Nelson Rockefeller, der das bei Kahlos Mann Diego Rivera (Alfred Molina) in Auftrag gegebene Wandgemälde nur bezahlt, um es sofort zerstören zu lassen. Im topbesetzten "Schweigen-der-Lämmer"-Prequel "Roter Drache" (ein Remake von Michael Manns "Blutmond") machte er Jagd auf die "Zahnfee" Ralph Fiennes, während er sich in Spike Lees Drama "25 Stunden" als Drogendealer profilierte, der noch genau 24 Stunden Zeit hat, bis er eine Haftstrafe antreten muss und in dieser Zeit sein Leben ins Reine bringen will. In F. Gary Grants "The Italian Job - Jagd auf Millionen", dem erfolgreichen Remake des Heist-Klassikers "Charlie staubt Millionen ab", spielte Norton das abtrünnige Bandenmitglied Steve, dem Mark Wahlberg & Co. die Beute wieder abnehmen wollen.
In Ridley Scotts Historienfilm "Königreich der Himmel" war er nur schwer erkennbar, da er als König Baldwin eine Maske trägt, die sein durch eine Lepra-Erkankung entstelltes Gesicht verdeckt. Verschossen in ein Teenager-Girl, was den Vater äußerst grimmig stimmt, spielte er in "Down in the Valley" einen 35-jährigen Gelegenheitsarbeiter mit einem ausgeprägten Cowboy-Faible, und im Fantasy-Drama "Der Illusionist" fand er seine ehemalige Jugendliebe nach jahrelanger Trennung wieder. Neben Naomi Watts glänzte er in "The Painted Veil" als Bakteriologen, der in den 1920er Jahren gegen die Choleraepidemie kämpft. 2008 trat er in zwei Filmen auf. Im Kriminalfilm "Pride and Glory" ermittelte er als Polizist gegen seine eigenen Leute; und in "Der unglaubliche Hulk" bewies Norton erneut den Mut zur Hässlichkeit.
Zwischen 1999 und 2003 war Norton mit Salma Hayek liiert. Edward Norton steht regelmäßig auf der Theaterbühne und ist im Aufsichtsrat der New Yorker Enterprise Foundation tätig, die sozial benachteiligten Familien bezahlbare Wohnungen vermittelt.
Iron Man kämpft gegen Hulk
Wenn's um Helden mit außergewöhnlichen Kräften in seltsamen Klamotten geht, glänzen die Augen des Durchschnittsamerikaners. Doch seit dem Erfolg von "Iron Man" haben Comic-Helden auch bei uns neue Fans. Und die werden sich freuen, dass jener im Helden-Ensemble von "The Avengers" eine Schlüsselrolle spielt!
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Geben sich bald in "The Avengers" Saures: Iron Man und Hulk (Foto: Concorde)
Denn Robert Downey jr. alias Tony Stark alias Iron Man muss in "The Avengers" den Hulk stoppen. Das geht aus einem Drehbuchausschnitt zum Film über das Superhelden-Team hervor, der versehentlich auf einer US-Website landete. Zwar wurde das hochbrisante Dokument inzwischen entfernt, doch einige Comic-Fans konnten die Informationen rechtzeitig auf ihren Rechnern festhalten.
Das Spannende dabei: Es gibt eine enge Verbindung zwischen "The Avengers" und dem Marvel-Film "Thor", der bereits ein Jahr früher ins Kino kommt. Darin bringt der böse nordische Göttersohn Loki seinen Vater Odin (Sir Anthony Hopkins) um und verdammt seinen Bruder Thor auf die Erde. Später kommt es dort zum Kampf der Göttersöhne - den allerdings beide überleben, denn sie sehen sich dann in "The Avengers" wieder.
Darin bringt nämlich Loki Bruce Banner in seine Gewalt und verpasst ihm eine Gehirnwäsche. Dadurch kontrolliert Loki Banners alter ego Hulk - angeblich wieder von Edward Norton gespielt - und missbraucht diesen für seine düsteren Vorhaben. Das ruft erneut Lokis Bruder Thor, aber auch Iron Man und Captain America auf den Plan, die Loki das Handwerk legen wollen. Auch Scarlett Johansson, die sich in "Iron Man 2" zum ersten mal als Schwarze Witwe zeigt, soll im Kampf der Superhelden mitmischen.
Jedes Jahr im Mai ein Superheldenepos!
Die Rollen von Thor und Loki spielen dabei zwei interessante Jungstars: Tom Hiddleston ist der böse Loki. Er glänzte zuvor in den britischen "Wallander"-Krimis, in denen Kenneth Branagh die Hauptrolle spielte. Jener führt nun bei "Thor" Regie und engagierte Hiddleston als Oberfiesling. Thor Chris Hemsworth dürfte den meisten durch einen kleinen aber feinen Auftritt in "Star Trek" bekannt sein: Er mimte in einer Rückblende George Kirk, den Vater des legendären James T.
Für reichlich Comic-Spaß im Kino ist jedenfalls gesorgt in den nächsten Jahren: "Iron Man 2" startet am 6. Mai 2010, "Thor" ein Jahr später am 19. Mai 2011 und "The Avengers" wieder ein Jahr darauf am 3. Mai 2012.