Er will nicht immer nur der Sprengmeister sein…
Ist es Leid, auf Bombast-Kino á la "Transformers" festgelegt zu werden: Michael Bay (Foto: Paramount)
Michael Bay hat sich mit Filmen wie "Bad Boys", "Pearl Harbor" und vor allem der "Transformers"-Reihe einen Ruf als Experte für Action-Kracher mit jeder Menge Spektakel, aber nicht unbedingt tiefgehender Story erarbeitet. Der Vorteil: Sobald ein effektreiches Großprojekt ansteht, ist Bay bei den großen Studios erste Wahl. Der Nachteil: Als Künstler gilt er nicht gerade.
Das will Michael Bay nun offenbar ändern. Denn er ignoriert den Ruf zu den Waffen aus dem Munde eines der wichtigsten Männer der Traumfabrik: Steven Spielberg! Die Hollywood-Legende ist unter anderem Produzent der Transformers-Filme und will Michael Bay unbedingt zum Rücktritt vom Rücktritt bewegen, denn Bay hatte nach Teil 3 seinen Abschied von der Roboter-Saga verkündet. Das passt Spielberg aber gar nicht, er fordert Michael Bay öffentlich zur Rückkehr auf:
"Ich hoffe, dass Michael noch einen 'Transformers'-Film macht, denn er hat mit dem letzten den bisher besten der drei gemacht", erklärt Steven Spielberg. "Ich kann mir ganz sicher keinen anderen vorstellen, der die Fähigkeiten dazu hätte. Er hat damit ein neues Genre erfunden und nur er kennt die Geheimformel dafür!"
Zwar schließt Michael Bay das nicht grundsätzlich aus, doch er stellt eine Bedingung: "Ich drehe zuerst einen kleinen Film, dann reden wir darüber, ob ich es möglicherweise mache", sagt der von Spielberg so hoch gelobte Regisseur.
Dieser "kleine Film" ist ganz konkret eine düstere Komödie über zwei Bodybuilder aus Miami, die die Kunden ihres Fitness-Studios erpressten und sogar folterten, mit illegalen Steroiden handelten und schließlich eine Erpressung ausheckten, die furchtbar schief ging.
Der Film mit dem Titel "Pain & Gain" verwandelt das Sprichwort "No Pain, No Gain", deutsch etwa "Von nichts kommt nichts", in "Schmerz und Gewinn". Grundlage ist der gleichnamige Artikel des Enthüllungsjournalisten Pete Collins, der 1999 in der Zeitung Miami New Times erschien.
Als Darsteller für den Besitzer des Studios John Mese, ehemaliger Air-Force Soldat und "Mr. United Kingdom", und dessen Partner Daniel Lugo, ein gescheiterter Familienvater aus New York, sind Dwayne Johnson und Mark Wahlberg im Gespräch. Beide bringen erwiesenermaßen die körperlichen Voraussetzungen für solche Parts mit.
Damit wandelt Michael Bay also auf den Spuren des Kritikerlieblings "The Wrestler", wenn er die Schattenseiten des amerikanischen Körperkults auslotet. Ob ihm das allerdings derart kunstvoll gelingt wie "Wrestler"-Regisseur Darren Aronofsky, muss sich erst noch zeigen. Sollte "Pain & Gain" floppen, steht Michael Bay aber offensichtlich ein attraktiver Plan B offen...