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Duncan Jones


"Jede Nacht gucken wir hoch zu ihm"

Vielleicht kann wirklich nur jemand einen Film wie "Moon" drehen, der sich sich selbst als Nerd bezeichnet. Mit kleinem Budget schuf Duncan Jones ein kleines Wunder der Science-Fiction.

Großansicht Duncan Jones: "Ich bin ein Nerd, ein Sci-Fi-Freak" (Foto: Koch Media)

Duncan Jones: "Ich bin ein Nerd, ein Sci-Fi-Freak" (Foto: Koch Media)

Was fasziniert Sie an der Geschichte vom Mann auf dem Mond?

Duncan Jones: Der Mond bietet sich so offensichtlich als Schauplatz für eine Science-Fiction-Story an, aber er wird meistens ignoriert. Es ist erst vierzig Jahre her, dass wir zum ersten Mal auf den Mond flogen. Ich bekomme eine Gänsehaut bei dem Gedanken, dass der Mond vielleicht bald die Quelle sein könnte, aus der wir unseren Planeten für die nächsten hundert Jahre mit Energie versorgen.

Aber unabhängig davon hat doch sowieso jeder eine persönliche Verbindung zum Mond: Jede Nacht gucken wir hoch zu ihm, jede Nacht haben wir da Science Fiction, direkt vor unseren Augen.

Großansicht Sam Rockwell liefert in "Moon" eine schauspielerische Glanzleistung ab (Foto: Koch Media)

Sam Rockwell liefert in "Moon" eine schauspielerische Glanzleistung ab (Foto: Koch Media)

Wie kam Sam Rockwell zu diesem Film?

Nachdem ich die Rolle speziell für Sam Rockwell schrieb, musste es entweder eine große Herausforderung für ihn sein, den Part zu spielen, oder zumindest Spaß versprechen. Deshalb hatte ich schließlich die Idee, dass Sam mehrere Rollen gleichzeitig spielen sollte. Das würde alle unsere Richtlinien abdecken: Sam hätte seine Herausforderung als Schauspieler, die Besetzung bliebe minimal, und wir könnten uns auf einen bestimmten Typ von visuellen Effekten konzentrieren.

Ich spielte mit dem Ansatz, einen einsamen Mann auf einer Mondbasis zu platzieren, und zu diesem Grundgedanken passte auch das Klonen, die Vervielfachung von Sam. Ich wurde ganz aufgeregt, als ich darüber nachdachte, ob man sich wohl mögen würde, wenn man sich auf einmal selbst gegenüber stände. Ich glaube, das ist die brutalste, ehrlichste und menschlichste Frage, die es gibt - und das macht sie perfekt für einen Science-Fiction-Film.

Großansicht Die Retro-Optik ist eine Verbeugung vor SF-Klassikern wie "2001: Odyssee im Weltraum" (Foto: Koch Media)

Die Retro-Optik ist eine Verbeugung vor SF-Klassikern wie "2001: Odyssee im Weltraum" (Foto: Koch Media)

Wie war das Besondere bei der Produktion von "Moon"?

Es war eine ziemlich verzwickte Aufgabe, "Moon" zusammenzubasteln. Wir wollten eine minimale Besetzung und die völlige Kontrolle über unseren Drehort. Und wir wollten den letzten Tropfen Leinwandpräsenz aus unseren Spezialeffekten herauspressen. Der Film war technisch und logistisch sehr kompliziert. Wir arbeiteten in genau der Umgebung, in der Ridley Scott vor etwa 30 Jahren "Alien" gedreht hatte.

Ich bin im goldenen Zeitalter der Science-Fiction-Filme aufgewachsen. Wenn also "Gerty" (der Stationscomputer in MOON) oder "Sarang" (die Mondstation) ein Design haben, das eine bestimmte Retro-Ästhetik besitzt, dann ist das nicht zufällig so. Es ist die Inspiration der Filme, die wir geliebt haben, als ich aufgewachsen bin: Alien, "Silent Running", "Outland", und "2001: Odyssee im Weltraum". Es ist eine Hommage an diese Filme und ihre Zeit.

Großansicht Schmales Budget, tolle Bilder - "Moon" ist keine Effekteorgie aber atmosphärisch absolut souverän (Foto: Koch Media)

Schmales Budget, tolle Bilder - "Moon" ist keine Effekteorgie aber atmosphärisch absolut souverän (Foto: Koch Media)

Was war die größte Herausforderung an diesem Film?

Einen waschechten Science-Fiction-Film zu drehen, mit einer spannenden Story, einem außergewöhnlichen Schauspieler, einem Sack voll bester Spezialeffekte - und wir haben das in 33 Tagen mit einem niedrigen Budget geschafft.

Was sollen die Zuschauer aus diesem Film mitnehmen?

Ich bin ein Nerd, ein Sci-Fi-Freak - aber ich bin auch hoffnungslos romantisch und ich liebe Filme. Ich wünsche mir, dass die Science Fiction Fans dieser Welt sich bei dem Versuch überschlagen, all die Zitate und kleinen Hommagen zu entdecken, mit denen wir an vergangene Science-Fiction-Filme erinnern wollen. Und am allermeisten wünsche ich mir, dass die Menschen, die diesen Film lieben, sagen: "Das war richtig gut. Ich bin gespannt, was diese Jungs als Nächstes vorhaben..."


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