Die Kirche bestreitet vehement, dass es gegen alle Regeln einmal eine weibliche Päpstin gegeben hat - vergeblich!
Schon seit fast tausend Jahren ranken sich die wildesten Theorien um Johanna von Ingelheim, die von 953-955 in Männerkleidern als Heiliger Vater regiert haben soll. Mit dem Weltbestseller "Die Päpstin" von Donna W. Cross wurde die Legende 1996 wieder hochaktuell.
Nun findet der brisante Stoff den Weg ins Kino - mit Deutschlands Top-Darstellerin Franka Potente in der Hauptrolle. Hinter der Kamera steht dazu mit Volker Schlöndorff einer der größten deutschen Regisseure.
Die Autorin der Buchvorlage ist dabei zwar Amerikanerin, aber die Geschichte nimmt ihren Ursprung in Deutschland: Johanna stammte aus Ingelheim bei Mainz und war die Tochter eines fanatischen Dorfpriesters. Ihre Mutter, eine gewaltsam zum Christentum bekehrte Normannin, rät Johanna, keinesfalls zu heiraten und sich irgendwie der damaligen Rolle der rechtelosen Frau zu entziehen.
Johanna reißt von zu Hause aus und studiert mit ihrem Bruder Johannes in einem Benediktinerkloster. Als dieser von Wikingern getötet wird, nimmt sie seine Identität an - die einzige Chance, ihr Studium auch abzuschließen. Johannas Kenntnisse in Theologie und Heilkunst bringen sie schließlich nach Rom. Sie wird Leibarzt des Papstes und schließlich überraschend dessen Nachfolgerin - immer noch als Mann verkleidet. Doch unter der ständigen Gefahr, dass Johannas wahre Identität und ihre heimliche Liebe zu einem Adligen aufgedeckt werden könnte, währt ihr Pontifikat nicht lange und die Päpstin findet ein tragisches Ende...
Für Franka Potente ist die Rolle der streitbaren Jungfer natürlich ein Hauptgewinn. Nach ihrem Erfolg in den beiden Bourne-Blockbustern und einem Auftritt in der Bestseller-Verfilmung "Elementarteilchen" könnte sich Potente damit endgültig als internationaler Star etablieren - zumal nach dem weltweiten Hype um "Sakrileg" historische Stoffe mit einer Prise Kirchenskandal hoch im Kurs stehen.
So bietet sich vielleicht auch für Regisseur Volker Schlöndorff die Chance, nach dem Auslands-Oscar 1980 für "Die Blechtrommel" erneut ins Rennen um die Goldjungen einzugreifen. Bis dahin wird es allerdings noch ein Weilchen dauern, denn die Dreharbeiten können erst im Mai nächsten Jahres beginnen.