Dennis Hopper

Leben & Werk

30 Jahre nach seinem Welterfolg mit “Easy Rider” überholte er sich selbst als Harley-Davidson-Fahrer mit einem Ford Cougar in einem Werbespot, in dem er höhnisch den Biker hinter sich lässt. Hollywoods gefragtester Psychopath, Bösewicht vom Dienst und Schurke summa cum laude hatte als Schauspieler zwölf Jahre in Nebenrollen in Krimis, Western, Biker Movies und Melodramen (“Giganten”) hinter sich, als er mit seinem Regiedebüt “Easy Rider” an der Seite von Peter Fonda und Jack Nicholson das Road Movie etablierte, den Zeitgeist der kritischen und gleichzeitig alles vermasselnden Rock-Jugend erfasste und mit dem Billigfilm die Strukturen der Filmindustrie für unabhängige junge Autoren veränderte. Sein Image als drogensüchtiger Hippie parodierte Hopper 1989 lustvoll in “Flashback”, wo er von Kiefer Sutherland als FBI-Agent gejagt und festgenommen wird, aber entkommen kann.

Hoppers Ego-Trip mit dem in Peru entstandenen Film-im-Film “The Last Movie” (Regie, Buch und Hauptrolle) führte ihn wieder ins Abseits, bis der von James Deans Art des Method Acting stark beeinflusste Hopper nach darstellerischen Ausflügen in Deutschland (Wim Wenders’ “Der amerikanische Freund“, “White Star”) mit der Rolle des asthmatischen Gangsters Frank in David Lynchs “Blue Velvet” (1986) wieder Anschluss fand. Danach spielte er Alkoholiker, Drifter (“Das Messer am Ufer“), Hobos, Killer (“Red Rock West“) und immer wieder den Irren vom Dienst. Hopper war der Kriegsfotograf in Coppolas Jahrhundertfilm “Apocalypse Now”, Bombenleger in “Speed” und veredelte zahlreiche Action-Krimis wie “Boiling Point“. In dem deutschen Action-Film “Straight Shooter” jagte Hopper den von Heino Ferch gespielten Terroristen. Für sein Porträt eines Alkoholikers in dem Basketball-Film “Freiwurf” war er für den Oscar nominiert.

Seine Filmografie als Darsteller umfasste über 200 Film- und TV-Rollen. Als Regisseur drehte Hopper in Kanada mit “Out of the Blue” ein desillusionierendes Porträt jugendlicher sozialer Außenseiter und mit “Colors” ein Cop Movie mit Robert Duvall und Sean Penn als Streifenpolizisten zwischen den Straßengangs von Los Angeles. Dort hat Hopper, eifriger Sammler und Kunstexperte, 1990 ein in der Szene hoch angesehenes Museum für moderne Kunst eingerichtet, das er mit den Gagen aus seinen Filmauftritten unterhielt. Hopper war auch als Maler, Bildhauer und vor allem als Fotograf tätig, der in den USA und Europa ausstellte. Sein Bildband “Out of the Sixties” ist eine der besten fotografischen Chroniken jener Jahre.

Im Mai 2010 erlag Dennis Hopper im Alter von 74 Jahren seinem Krebsleiden.

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