In einem sind sich alle Kritiker einig: Zack Snyders wuchtige Inszenierungen lassen niemanden kalt. Man verehrt sie - oder hasst sie wie die Pest. Der Regisseur über "Sucker Punch", "Superman" und "Xerxes".
Zack Snyder liebt Visual Effects: Er kommt aktuell mit "Sucker Punch", dreht "Superman" und hat "Xerxes" noch nicht aufgegeben (Foto: Promo)
Es ist neun Uhr morgens in L.A.. Wie sieht ein Arbeitstag beim Regisseur und Effekte-Schmied Zack Snyder aus?
ZACK SNYDER: Der ganze Tag ist einem ganzen Kerl gewidmet - er gehört "Superman".
Das klingt nach einem spannenden Drehtag ...
Schön wär's. Aber Drehstart für "Superman" ist erst im August. Im Augenblick amüsiere ich mich in endlosen Meetings und Konferenzen.
Das soll Hollywood-Amüsement sein? Wo sind die Girls, wo bleiben Glamour und Action?
Das ist der Unterschied zwischen Traumfabrik und tristem Alltag. Aber die Diskussionen im Vorfeld können auch Spaß machen.
Na klar. Wir glauben sowieso, dass Sie komplett verrückt sind.
Warum denn das?
Sie kommen morgens zur Arbeit. Und da warten dann Emily Browning, Vanessa Hudgens, Jamie Chung und all die anderen Girls aus "Sucker Punch" auf Sie ...
Das ist richtig.
Die tragen Fetischklamotten und machen alles, was Sie ihnen sagen ...
Stimmt. So kann man sich das vorstellen.
Und dann bringen Sie Ihre Frau mit... ?
Gut, so betrachtet klingt das wirklich bescheuert. Aber was soll ich machen? Deborah ist nun mal die Produzentin aller meiner Filme, auch bei "Sucker Punch". Außerdem hat sie wie ich eine ausgefallene Fantasie und oft die besseren Ideen.
Woher beziehen Sie eigentlich die Inspiration für all diese abgefahrenen Bilder?
Ich lese unheimlich viele Comics, in erster Linie Comics für Erwachsene. Die "Heavy Metal"-Comicbücher empfinde ich als ungeheuer inspirierend. Beim Lesen stelle ich mir immer vor, wie diese Bilder auf der Leinwand wirken könnten.
Und Ihre Schauspieler müssen es dann ausbaden. "Superman"-Darsteller Henry Cavill ächzt unter dem Trainingsprogramm, dass Sie ihm auferlegt haben. Wie hart haben Sie die "Sucker Punch"-Girls rangenommen?
Denen wurde nichts geschenkt: Vor den Dreharbeiten mussten sie vier Monate lang anspruchsvollen Kampfsport und Waffentrainings absolvieren. Sie waren großartig, absolut großartig. Ich würde mich nicht gern mit ihnen anlegen.
Nun ist "Sucker Punch" konventionell in die Kinos gekommen. War nicht eine 3D-Präsentation geplant?
Wir hatten uns eine nachträgliche Konvertierung vorgenommen. Aber die Ergebnisse waren mies. Ich sehe nicht ein, warum man einen guten Film mit schlechtem 3D verhunzen soll, nur um ein paar Ticketdollars mehr bei den Fans herauszuholen.
Apropos "guter Film": Für "Sucker Punch" gilt das gleiche wie für alle Ihre anderen Filme: Man liebt sie oder hasst sie abgrundtief. Die Verrisse sind mitunter vernichtend.
Es gibt eine solide Fanbase für meine Themen und ob sie ausreicht, richtig teure Produktionen zu tragen zeigt sich eben von Film zu Film. Was die Verrisse angeht: Da sagt jeder Regisseur gerne, dass er ja nicht für die Kritiker arbeitet. Dass das bei mir aber zutrifft, sieht man meinen Filmen an, denke ich.
Die größte Fanbase haben Sie bislang mit "300" erzeugt. Die sind verrückt nach dem Folgeprojekt "Xerxes". Gerüchten zufolge hat Warner den Film wegen der Verzögerungen bei "Superman" an Guy Ritchie weitergereicht. Was ist dran?
Ich arbeite nach wie vor an "Xerxes". Und sollte ich den Film aus Zeitgründen nicht selbst inszenieren können, dann bin ich es, der den Regisseur dafür aussucht.