Amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Einer der eigenwilligsten Regisseure Hollywoods, dessen erste Spielfilme sich durch absurden Humor auszeichnen, hat David O. Russell mit der Komödie "Flirting With Disaster" die Karriere von Ben Stiller gefördert, mit "Three Kings" (mit George Clooney und Mark Wahlberg) eine der besten Kriegs-Satiren der Filmgeschichte abgeliefert und mit "I Heart Huckabees" eine schräge Komödie der Weltanschauungen inszeniert. Höhepunkt seiner Karriere ist die nach einer wahren Geschichte entstandene Boxer- und Familiengeschichte "The Fighter", die 2011 für sieben Oscars, darunter der Regie-Oscar, nominiert war und zwei Oscars für die Besten Nebendarsteller gewann: für Christian Bale als cracksüchtiger Bruder und Trainer des von Mark Wahlberg verkörperten Weltergewicht-Weltmeisters Mickey Ward (Wahlberg) und für Melissa Leo als seine Mutter. In dem von Wahlberg produzierten Drama um den turbulenten Werdegang des Boxers, liegt das Schwergewicht auf kompromisslos authentischer Zeichnung von Arbeiterklasse und Milieu, emotionaler Wucht und tragikomischen Zwischentönen.
David Owen Russell wurde 1958 in New York City geboren, besuchte die Mamaroneck High School und studierte Englisch und Politikwissenschaften am Amherst College in Massachusetts, wo er 1981 seinen Abschluss machte. In der Zeit jobbte er als Kellner im Museum of Modern Art, wo ihm zu Ehren 2002 eine Gala stattfand. Bei seinem Spielfilmdebüt "Spanking the Monkey" (1995), Pubertätsgeschichte mit Jeremy Davies als exzessiver Masturbierer, war er Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Hundetrainer. Im Road-Movie "Flirting With Disaster" (1997) will Ben Stiller vor der Hochzeit mit Patricia Arquett seine leiblichen Eltern finden und verliert auf der komischen Odyssee genau die jüdische Identität, die er suchte.
In "Three Kings" (1999) jagen vier US-Soldaten (Clooney, Wahlberg, Ice Cube und Spike Jonze) gegen Ende des Ersten Golfkriegs 1991, dem von Saddam Hussein gebunkerten Gold der Kuwaitis nach. Im Verlauf des geheimen Kommandounternehmens steigert sich das mit schwarzem Humor und Slapstick durchsetzte Chaos der Story zur Attacke auf amerikanische Außenpolitik, Kritik an der US-Regierung und Entlarvung von Kriegsgebaren als absurdes Theater (wie in "Catch 22" und "M*A*S*H"). In "I Heart Huckabees" (2004) lässt sich ein Umweltaktivist (Jason Schwartzman) von "existenziellen Detektiven" (Dustin Hoffmann und Lily Tomlin) beschatten und erhält Hilfe von einem Feuerwehrmann (Wahlberg).
Russell hat zwei Kurzfilme inszeniert, ist Produzent des kurzen Dokumentarfilms "Soldier's Pay" (2004), der Satire "Anchorman" (2004, mit Will Ferrell als Nachrichtensprecher) und der fünf Episoden umfassenden Comedy-Serie "Outer Space Astronauts" (2009).
Russell wurde für "Spanking the Monkey" mit dem Independent Spirit Award für Drehbuch und Bestes Erstlingswerk ausgezeichnet. "Three Kings" erhielt einen Friedenspreis und den Preis für das Beste Action-Team. 2003 gehörte er zur Jury des Sundance Film Festival.
Von 1992 bis zur Scheidung 2007 war Russell mit Produzentin und Dokumentarfilmerin Janet Grillo verheiratet, mit der er einen Sohn hat.
Will Smith soll Hauptrolle im Buch Hiob spielen
Schon in "I am Legend" oder "Sieben Leben" bewies Will Smith Talent für Rollen, in denen das Schicksal hart zuschlägt.
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Den Ursprung der Hiobsbotschaft erläutert uns bald Will Smith (Foto: Kurt Krieger)
Die meisten Hollywoodträume entstehen aus Romanen. Ein Buch aber hat selbst in Hollywood noch keiner ganz geschafft: die Bibel. Hier taugte, neben allerlei mäßig spannenden Weihnachts- und Kreuzigungsverfilmungen, bisher vor allem die Offenbarung des Johannes samt Apokalypse für großes Kino.
Nun hat sich ein kluger Schreiber an eine ganz andere Geschichte gewagt: das Buch Hiob. Will Smith soll die Hauptrolle in der Leinwandadaption spielen, was sich zumindest Drehbuchautor Paul Tamasy ("The Fighter") wünscht. Er versucht den "Men in Black"-Star noch für seinen neuen Film, der "Joe" heißen soll, zu gewinnen. Als Regisseur kommt David O. Russell in Frage, der "The Fighter" drehte und ebenfalls noch überzeugt werden muss.
Will Smith unter Satans Fuchtel
"'Joe' handelt von einem Mann, der den amerikanischen Traum lebt", erklärt Tamasy. "Er hat das perfekte Haus mit Gartenzaun, tolle Kinder, eine tolle Frau und ein schönes Auto. Doch dann treffen Gott und Teufel aufeinander und wetten, wie sie das alle tausend Jahre tun, um das Schicksal eines Menschen. In einer Woche bekommt dieser Mann schließlich all die schlimmen Dinge aufgehalst, die einem Menschen in einem ganzen Leben widerfahren können. Nun muss sich zeigen, ob er sich wieder aufrappeln kann." Das klingt tragisch, sei aber keine reines Drama: "Es ist eine Dramödie", so Tamasy. "Hart, aber doch mit komischen Momenten."
Im "Original" ist Hiob ein frommer, vermögender Mann, der ein gottesfürchtiges Leben führt. Der Teufel aber vertritt die Ansicht, dass Hiob nur solange ein guter Mensch ist, so lange er in besten Verhältnissen lebt. Also stellt er ihn in Absprache mit dem Herrn auf die Probe und stürzt ihn ins Unglück. Doch Hiob, der nun arm, krank und seiner Kinder beraubt dahinsiecht, besteht die Prüfung. Sein Glaube kann nicht gebrochen werden, wofür ihn Gott am Ende reich belohnt.