Er ist der Inbegriff des Regisseurs, der aufwendige Produktionen mit großer Starbesetzung, riesigem Budget, spektakulären Schauplätzen und einem immensen Werbeaufwand hochstemmte, bevor das in Hollywood zu Mode und Methode wurde. Der englische Regisseur David Lean (1908 - 1991) begann als Klappenjunge beim Film, wurde ein begehrter Cutter und konnte 1942 als Co-Regisseur des Marine-Dramas "In Which We Serve" seinen Ruf festigen. Seine ersten drei Filme als Regisseur sind Verfilmungen von Stoffen des Autors Noel Coward, der ihn entdeckt und gefördert hatte, die bekannteste davon "Begegnung": ein Melodram, in dem sich Trevor Howard als Arzt und Celia Johnson als verheiratete Frau auf einem Bahnhof regelmäßig treffen, bis sie resignieren und auseinandergehen. Ruhm brachten Lean die Charles-Dickens-Verfilmungen "Große Erwartungen" und "Oliver Twist", die den Frühkapitalismus und das Groteske vieler Dickens-Figuren herausarbeiten. Nach drei weniger erfolgreichen Filmen mit seiner damaligen Frau Ann Todd in der Hauptrolle ("Madeleine") inszenierte er mit einem brillanten Charles Laughton "Herr im Haus bin ich", eine Komödie um einen Haustyrannen, und das Melodram "Traum meines Lebens", in dem sich Katherine Hepburn in Venedig unglücklich verliebt. Bei den Dreharbeiten zu dem Fliegerfilm "Der unbekannte Feind" entdeckte Lean seine Vorliebe für monumentale Produktionen. Als Folge begann er 1956 eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Produzenten Sam Spiegel, die in den jeweils mehrfach mit "Oscars" ausgezeichneten Filmen "Die Brücke am Kwai", "Lawrence von Arabien", "Doktor Schiwago" und "Ryans Tochter" ihre Früchte fand. Lean wurde mit diesen vier Epen - vor Steven Spielberg - zum erfolgreichsten Regisseur der Filmgeschichte. "Die Brücke am Kwai" erzählt von britischen Kriegsgefangenen, die für die Japaner eine Brücke bauen, "Doktor Schiwago" vom Schicksal eines Arztes und Autors zur Zeit der russischen Revolution, "Ryans Tochter" eine Liebesgeschichte, und "Lawrence von Arabien", der beste der vier Filme, eine intelligente, differenzierte und ästhetisch überwältigende Charakterstudie des Offiziers T.E. Lawrence (Peter O'Tolle), der die Araberstämme gegen die türkischen Besatzer im Ersten Weltkrieg aufwiegelte. Nach dem spektakulären Misserfolg von "Ryans Tochter" brauchte Lean vierzehn Jahre, bis er mit "Eine Reise nach Indien" (1984) wieder erfolgreich war. Seine Qualität, an Originalschauplätzen zu drehen und wegen der peniblen Detailfreudigkeit die Szenerie wie in einem gigantischen Studio wirken zu lassen, haben nur wenige Regisseure erreicht. 1984 wurde David Lean geadelt. Sir David Lean war sechs Mal verheiratet, unter anderem mit seiner Cousine und mit einer Inderin. 1990 wurde er vom American Film Institute für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Das Projekt "Nostromo", eine Joseph-Conrad-Verfilmung, konnte er nicht mehr realisieren. Sie wurde zu einem TV-Dreiteiler unter anderer Regie.
Schatztauchen im Meer der DVDs
Bei kino.de ist es mittlerweile Tradition, das ablaufende Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen und die DVD-Veröffentlichungen noch einmal nach verborgenen Schätzen durchzusehen.
Das Jahr 2006 war wieder ein Rekordjahr für die nach Nachschub dürstenden DVD-Fans. Weit über 8.500 Neuveröffentlichungen wurden in die Läden gebracht und warteten darauf, mit nach Hause genommen zu werden. Wie soll man da den Überblick behalten? Geht eigentlich nicht, und so wundert sich mancher beim zufälligen Stöbern, welch eigentlich verschollen geglaubte Perle da plötzlich im Regal steht.
Und hier ist sie: Die Liste mit den DVDs, bei denen wir uns gefreut haben, dass es die Filme endlich (wieder) auf Scheibe gibt. Renner für Kenner - die versteckten Perlen des vergehenden Jahres 2006
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Clockwise - Recht so, Mr. Stimpson
John Cleese, diesmal ohne seine Monty-Python-Kollegen, sorgt als pünktlichkeitsfanatischer Schuldirektor für Hektik und Chaos, als er einen für ihn wichtigen Zug verpasst. Eine kleine Perle, die oft in Cleeses Gesamtwerk übersehen wird. Und das ist gar nicht recht so.
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Kampf der Titanen
Zur Rettung der schönen Andromeda wird Göttersohn Perseus auf eine gefährliche Reise geschickt. Er muss das Haupt der Medusa bringen, um ein schreckliches Ungeheuer zu besiegen. Ray Harryhausens Stop-Motion-Technik at its best!
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Napoleon Dynamite
Kann man die perfekte Kreuzung aus Loser und Nerd sein und trotzdem seine Würde behalten? Kann man. Zumindest, wenn Regisseur Jared Hess diesem Typus Mensch ein Denkmal setzt. Der Blick aufs Leben des Tennagers Napoleon Dynamite ist die Nahaufnahme eines Freak-Terrariums. Zum Schreien komisch - aber mit Anstand inszeniert. » Alles zum Inhalt
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The Quiet Earth
Als Zac Hobson erwacht, findet er sich plötzlich buchstäblich allein auf der Welt. Seine Suche nach Leidensgenossen ist erfolgreich, und gemeinsam machen sie sich daran, die Hintergründe des geheimnisvollen Verschwindens der Menschen aufzudecken. Ein zu Unrecht etwas in Vergessenheit geratener Sci-Fi-Klassiker. » Alles zum Inhalt
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Reise nach Indien
David Leans letztes Epos. Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen der indischen Bevölkerung und der britischen Kolonialmacht eskalieren, als ein indischer Arzt der Vergewaltigung einer Engländerin bezichtigt wird.
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