Mit der Rolle des naiven, leicht schmierigen Deputy "Dewey" Riley in Wes Cravens "Scream"-Trilogie (1996-2000) wurde David Arquette, der jüngere Bruder der Schauspielerinnen Patricia und Rosanna, bekannt. Arquettes Spezialität ist die erst verzögerte und dann voll ausgelebte Panik, die seine Attitüde aufgesetzter Coolness sofort zerstört und ihn zum lächerlichen Helfer gegen den Horror macht. Mit Schnurrbart wirken seine Charaktere noch zwielichtiger, sind nie recht einzuschätzen und hinterlassen ein gehöriges Maß an Misstrauen.
Arquette, geboren 1971 in Virginia, spielte kurzzeitig Theater, begann beim Fernsehen und fiel 1992 an der Seite von Lara Flynn Boyle als eines der Street Kids in "Straßenkinder" auf. Er erschoss als junger Mörder die Westernlegende Wild Bill Hickock in Walter Hills "Wild Bill", wurde zu Robert Carlyles Opfer in dem Kannibalismus-Thriller "Ravenous - Friss oder stirb", gehörte zur Clique der Twens um Natalie Portman und Uma Thurman in "Beautiful Girls" und umgarnte Drew Barrymore in der Teenie-Komödie "Ungeküsst". An der Seite von Kevin Costner, Kurt Russell, Christian Slater und Bokeem Woodbine vervollständigte Arquette das Quintett der Elvis-Imitatoren in dem Actionkrimi "Crime Is King".
Arquettes erste Hauptrolle - die er sich allerdings mit einem Hund teilen musste - war die des Postboten Gordon in "Spot" (2001). Gordon ist ein schlampiger Junggeselle, der durch einen FBI-Hund in eine wilde Hetzjagd mit Slapstick-Overdrive getrieben wird. Als liebenswerter Antiheld zeigte er sich in der Spinnen-Horror-Komödie "Arac Attack" blendend aufgelegt und kann gemeinsam mit dem weiblichen Sheriff Sam (Kari Wuhrer) dem unschönen Treiben der verseuchten Vielbeiner Einhalt gebieten.
Arquettes Palette der leicht schusseligen, aber liebenswerten, dann wieder gefährlich unberechenbaren Loser machte ihn zu einem gesuchten Darsteller von grösseren Nebenrollen. Quer zu diesem Typus ist Arquette in Ernest Dickersons Film noir "Never Die Alone" als Reporter zu sehen, dem von einem Drogendealer (Rapper DMX in seiner ersten Charakterrolle) kurz vor dessen Ermordung ein Videotape übergeben wird, das als filmisches Tagebuch das Leben des Dealers nachzeichnet.
Privat ist Arquette mit der Schauspielerin Courtney Cox, die Gale Weathers aus der "Scream"-Trilogie, verheiratet, die er auf dem Set des Horrorfilms kennen lernte. Arquette spielt in der Rockband Ear 2000.
"Scream 4" ist Auftakt zu zweiter Trilogie
Lange mussten die Fans auf einen neuen Auftritt des Maskenmörders warten.
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Courteney Cox alias Gale Weathers ahnt noch nicht, was ihn in "Scream 4" blüht - und offenbar muss sie in zwei weiteren Filmen noch mehr Horror durchstehen! (Foto: Wild Bunch)
Wenn das Telefon klingelt, gibt's in Woodsboro oft Grund zum Schreien, denn am anderen Ende der Leitung lauert gerne mal ein messerbewehrter Maskenkiller - Markenzeichen langgezogene, weiße Gruselfratze und schwarze Kutte. In den Genuss des Kulthorrors kommen Fans der Scream-Reihe nun nach langer Pause endlich Anfang Mai wieder, wenn "Scream 4" in Deutschland startet - inklusive der Originalstars Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette.
Doch Horrormeister Wes Craven, der auch den vierten Teil inszenierte, ist in Gedanken schon einen Schritt weiter. Er hat verraten, dass die Studiobosse gerade einen Drehbuchautoren für "Scream 5" suchen. Der Grund gibt allerdings Anlass zur Sorge: Kevin Williamson, der die Skripte der ersten beiden Filme schrieb, wurde mitten in der Entstehung von "Scream 4" durch Ehren Kruger ersetzt, der den dritten Teil verantwortet hatte. Nun soll aber keiner der beiden die Filmreihe weiterspinnen. Das hat Wes Craven folgendermaßen kommentiert:
"In gewisser Weise wird 'Scream 4' kein Wes Craven-Film, weil ich keinerlei Einfluss auf das Drehbuch hatte. Das Studio hat bestimmt, was da drin steht, mein Job ist es, soviel Erfahrung, Expertise und Kreativität wie möglich beizusteuern. Es hat ganz schön geruckelt, als Kevin durch Ehren ersetzt wurde, aber die Dreharbeiten hat das nur sehr bedingt beeinträchtigt."
Regel Nummer 1: Verspotte nie einen Serienkiller!
Fragt sich nun also, wie gut "Scream 4" geworden ist. Erzählt wird jedenfalls, wie zum zehnjährigen Jubiläum der Woodsboro-Morde alle wichtigen Beteiligten wie Sidney Prescott (Neve Campbell) und Reporterin Gale Weathers (Courteney Cox) in das kleine Städtchen zurückkehren. Die jetzigen Studenten gehen beim Feiern sogar soweit, dass sie sich allesamt Ghostface-Masken überziehen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Unter einer der Masken steckt gar kein Student...
Wes Craven scheint von dieser Idee jedenfalls trotz der Probleme mit dem Drehbuch sehr überzeugt zu sein, denn er hat sich sogar schon für einen sechsten Film angeboten: "Wenn das Studio mich als Regisseur haben will, mache ich es!"