Dany Boon

Dany Boon

Leben & Werk

Französischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Zunächst Stand-Up-Comedian, der mit Sketchen aus der nordfranzösischen Heimat begann, wurde Dany Boon zum populären französischen Star-Komiker in der Tradition von Fernandel, Coluche, Jamal Debbouze und Louis de Funès. Seine zweite Regiearbeit, “Bienvenue chez les Ch’tis – Willkommen bei den Sch’tis” (2008), in der er den Postboten Antoine verkörpert, wurde ein nationaler Triumph, brach alle Rekorde und avancierte mit über 20 Millionen Zuschauern zum erfolgreichsten französischen Film aller Zeiten (in Deutschland sahen den mit dem Preis für hervorragende Synchronisation ausgezeichneten Film über zwei Millionen Kinobesucher).

Boon wurde zum Star, war in der Komödie “Auf der anderen Seite des Bettes“, der den Rollentausch mit der Ehefrau (Sophie Marceau) probende Hugo und der wunderliche Außenseiter Bazil, der sich in Jean-Pierre Jeunets satirischer Kriminalkomödie “Micmacs – Uns gehört Paris!” (2010) an zwei Waffenfabrikanten rächt.

Seine dritte Regiearbeit, “Nichts zu verzollen” (2011), schildert den bissigen Kleinkrieg zwischen einem französischen (Boon) und einem belgischen Zollbeamten (Benoit Poelvoorde) vor dem Schengener Abkommen und wurde von über neun Millionen Franzosen gesehen. 2012 spielt Boon in “Asterix & Obelix: God Save Britannia”, nach dem Comic Book “Asterix bei den Briten” (1965) und vierter Realfilm der “Asterix”-Reihe, den Wikinger Tetedepiaf, ein neu geschaffener Charakter.

Nun zeigt sich Boon wieder an der Seite von “Sch’ti”-Kollege Kad Merad in der Komödie “Super-Hypochonder“: Boon als eingebildeter Kranker, Merad als dessen Arzt, der seinen schwierigsten Patienten verkuppeln will. Dann spielt er in der Komödie “Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm” einen geschiedenen Ehemann, der trotz Vulkanasche zur Hochzeit seiner Tochter fliegen will. Dafür muss er sich ausgerechnet mit seiner verhassten Ex-Frau zusammentun – und erlebt einen fulminanten Rosenkrieg auf Reisen.

Dany Boon unterhält das Publikum mit der Verkörperung einfacher Menschen und kleiner Leute, deren Alltag mit größeren und kleineren Missgeschicken er erzählt, die er liebevoll, menschlich, mit Schwächen und Stärken zeichnet und stets mit ihnen und nie über sie lacht. Seine Figuren sind charmante Schildbürger mit Chuzpe, sympathische Proleten und Arme – mal großzügig, solidarisch, hilfsbereit, naiv und leicht verschroben. Früh verwandte er Anspielungen auf seine Heimat, die Region Nord-Pas-de-Calais, wo der Dialekt Ch’ti, eine Variante des Picardischen, gesprochen wird, was den Reiz seiner Kabarettprogramme und von “Willkommen bei den Sch’tis” ausmacht.

Dany Boon, der seinen Künstlernamen teilweise von der US-TV-Serie “Daniel Boone” übernahm, wurde 1966 als Daniel Hamidou, Sohn eines aus Algerien eingewanderten Fernfahrers und Boxers und einer nordfranzösischen Mutter, in Armentières geboren. Er studierte an einer Kunsthochschule in Belgien und schrieb mit 17 Jahren sein erstes Theaterstück. Er ging 1985 nach Paris, wo er Sketche auf der Straße und in Kleintheatern darbot und arbeitete parallel als Grafiker bei einer Trickfilmfirma. Mit zunehmendem Erfolg auf Festivals in Armentières, Cannes und Montréal füllten seine One-Man-Shows, die mit Pantomime und Musik arbeiten, die Theatersäle. Von 1992-2009 bestritt Boon 13 Kabarettprogramme (“Je vais bien, tout va bien” und “A s’baraque et en ch’ti”, das komplett im Dialekt gesprochen wurde und sich auf DVD 650.000 Mal verkaufte), Tourneen führten nach Los Angeles, 2009 ins Pariser Olympia.

Boon debütierte 1994 im Kinofilm “Le grand blanc de Lambarène” und 1995 in einer Episode der TV-Krimi-Serie “Navarro”, war aber anfangs nicht zufrieden mit Komödien wie “Er liebt sie, er liebt sie nicht” (mit Gérard Depardieu und Judith Godrèche) und “Pédale dure”, wo er als Homosexueller eine Familie gründen will.

Zum Star wurde er durch die Nebenrolle des Adjutanten eines Leutnants im Ersten Weltkrieg in der europäischen Großproduktion “Merry Christmas” (2005, mit Daniel Brühl und Diane Kruger). In der Komödie “Mein bester Freund” (2006, mit Daniel Auteuil) ist er Taxifahrer Bruno. In der Gesellschaftssatire “Affären à la carte” (2009) gibt er mit seiner Ehefrau (Karin Viard) das Diner für Freunde. Boon arbeitet als Synchronsprecher für Trickfilme, so als Schildkröte Sammy in “Sammys Abenteuer”.

Dany Boon war 2005 für “Merry Christmas” und 2006 für Francis Vebers Komödie “The Valet” (“La doublure”), wo er den Zimmergenossen eines Top-Models spielt, für den César als Bester Nebendarsteller nominiert.

Dany Boon hat fünf Kinder, war in erster Ehe mit Judith Godrèche verheiratet, mit der er einen Sohn hat, und ist seit 2003 mit Yael Harris verheiratet, mit der er drei Kinder hat. 2002 konvertierte der katholisch erzogene Boon zum Judentum.

Boons Website “bienvenuechezdanyboon” (englisch und französisch) ist grafisch und musikalisch originell gestaltet.

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