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Corinna Harfouch

Corinna Harfouch

Leben & Werk

Ihr hellwacher Blick sticht ins Auge, weil er Neugier, Skepsis, Belustigung, Spott und gnadenlose Verachtung vermittelt, selten Hingabe oder Leidenschaft, immer kluge Distanz wahrt und auch das betont Gespielte erkennen lässt. Corinna Harfouch gilt als “Die Strenge”, weil die herbe Schönheit ihres Gesichts mit einer kontrollierten Darstellungsweise konform geht, die sich selbst zu beobachten scheint und wie ein Eisberg nur die Spitze ihrer Gefühle ahnen lässt, was ihre Filmmänner verunsichert und anspornt. Harfouch lieferte Meisterleistungen wie die Magda Goebbels, die in “Der Untergang” ihre sechs Kinder im Führerbunker mit Grauen erregender Kälte und Beherrschtheit vergiftet, aber auch platte Routine als Sharon Stone für Arme in “Das Mambospiel“, wo sie deren berühmte Beinspreizszene nachspielt. Als Liebende und Verführerin überzeugt sie, als Frau mit Machtanspruch und Dominanz fasziniert sie.

Corinna Harfouch wurde 1954 in Suhl geboren und entdeckte beim Laienspiel der Jungen Pioniere ihre Lust am Theaterspiel. Nach ersten Anläufen und Rückschlägen, die sie zeitweise als Krankenschwester, Postlerin, Verkäuferin und Textilstudentin überbrückt, gelingt ihr ein erstes Engagement in Chemnitz. Harfouch wird rasch Theater- und in den 80er-Jahren einer der Filmstars der DDR. Sie gewinnt den Darstellerpreis von Karlovy Vary für Siegfried Kühns Drama “Die Schauspielerin”, wo sie sich während der Nazi-Zeit aus Liebe als Jüdin ausgibt und auf ihre Karriere verzichtet, und zwei nationale Preise für diesen Film sowie für ihre Gattin des Revolutionärs Georg Forster in “Treffen in Travers“.

Nach der Wende bleibt sie eine der großen Theaterdarstellerinnen und wird als Eva Braun in “Hitlers Geliebte”, als “Tochter der Luft” und in einer Hosenrolle als General Harras in “Des Teufels General”. In TV-Rollen brilliert sie als angebliche Mörderin im Kriminaldrama “Vera Brühne” und als exaltiert eigenwillige Kommissarin mit hellem Kopf in den “Eva Blond”-Krimis. Für ihre abenteuerlustige “Gefährliche Freundin” gewinnt sie den Adolf-Grimme-Preis.

Im Kino der Nachwendezeit fängt Harfouch als Mutter in der Erich-Kästner-Verfilmung “Charlie & Louise” an und fällt öffentlich auf, weil sie sich von Margarethe von Trottas Trennungsdrama “Das Versprechen” distanziert. Von Jürgen Vogel wird sie in “Sexy Sadie” entführt, von Til Schweiger in “Der große Bagarozy” verführt, in “Das Monstrum” in eine Verschwörung in Leipzig verwickelt. Sie würzt mit Gastauftritten Filme wie “Verrückt nach Paris” oder “Grüne Wüste” und in “Fandango” beweist sie im Latexkostüm Mut zur Glatze. Eine größere Popularität erlangt Harfouch als böse Hexe Rabbia in den beiden “Bibi Blocksberg”- Verfilmungen, für den ersten wird sie mit dem Deutschen Filmpreis 2002 ausgezeichnet (beste Nebenrolle).

Sie gewann den Deutschen Fernsehpreis für ihre Rolle der Rose in Alain Gsponers gleichnamiger Tragikomödie und wird in “Wut” Opfer einer bizarren Auseinandersetzung zwischen ihrem Mann und dem türkischstämmigen Can. Als Madame Arnulfi lehrt sie Grenouille in der Literaturverfilmung “Das Parfüm” das Verfahren der Enfleurage und wird in “Elementarteilchen” Brunos Therapeutin. 2007 erhielt sie die Goldene Kamera als beste deutsche Schauspielerin für “Blond: Eva Blond!”. Nach kleineren Rollen in Hermine Huntgeburths Fernsehfilm “Teufelsbraten”, Urs Eggers “An die Grenze” und dem österreichischen Filmdrama “Freigesprochen” spielte sie 2008 die trauernde Eliane in Caroline Links Drama “Im Winter ein Jahr“. Nach dem Verlust ihres Sohnes bittet sie den Maler Max Hollander (Josef Bierbichler) um ein Porträt ihrer Kinder Alexander und Lilli.

Corinna Harfouch lebt von ihrem Ehemann Michael Gwisdek getrennt. Beider Sohn Robert Gwisdek debütierte in Anno Sauls “Grüne Wüste”. Harfouch lebte zeitweise mit Produzent Bernd Eichinger zusammen.

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