Englands Mann für alle Jahreszeiten, Kostüme und Leidenschaften - der Brite Colin Firth ist mit zwei Rollen zu einem kulturellen Markenzeichen geworden, mit seinem Mr. Darcy in den Hitkomödien um "Bridget Jones" (2001, 2004), in denen er noch die zweite Geige spielte, und als Leading Man in seiner Oscar-nominierten Performance als "Single Man" (2009).
Sein Mr. Darcy hat seinen Namen vom auf der Insel als Sexsymbol angesehenen Mr. Darcy aus Jane Austens Roman "Stolz und Vorurteil"; Firth spielte ihn in der BBC-TV-Version des Stoffes (1994) und katapultierte sich so in die erste Riege britischer Schauspieler. Selbstironisch kommentierte er: "Da ich eher ein nichtssagendes Gesicht habe, kann man mich für den Film besser aussehen lassen - oder schlechter."
Meist besser, denn Firth bewies eine ausgezeichnete Hand bei der Wahl seiner Stoffe. Trotz Scarlett Johansson ist sein stets verschuldeter Maler Johannes Vermeer in "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" (2004) so einprägsam wie sein mit Kevin Bacon in Hassliebe um mehrere Geheimnisse verbundener 50er-Jahre-Show-Star Vince Collins in Atom Egoyans erotischem Meisterwerk "Wahre Lügen" (2005), das die Abgründe sichtbar macht, die Firth als erotischer wie moralischer Grenzgänger betritt.
Da hat er es als von seinen Kindern überforderter Vater und Witwer in "Nanny McPhee - Eine zauberhafte Nanny" leichter, denn da steht ihm als magisches Kindermädchen Emma Thompson zur Seite.
Firth bringt den ein Schwein vor Gericht verteidigenden mittelalterlichen Anwalt in "Pesthauch des Bösen" (1992) ebenso überzeugend wie den seine Beziehung wegen der Fußballleidenschaft und Clubtreue zu Arsenal London aufs Spiel setzenden Lehrer Paul in der Nick-Hornby-Adaption "Fever Pitch" (1996). Er ist hinreißend schüchtern als in sein portugiesisches Hausmädchen verliebter Schriftsteller in Richard Curtis' "Tatsächlich...Liebe" (2003), wo Hugh Grant, mit dem er sich in den "Bridget Jones"-Filmen um Renée Zellweger streitet, sein Premierminister ist. In Talkshows geben die Stars gern ihre "Bette Davis-Joan Crawford-Beziehung" auf dem Set zum Besten.
Colin Firth wurde 1960 in Grayshofft, Hampshire, geboren und lebte bis zu seinem fünften Lebensjahr in Nigeria. Zurück in Winchester bei den Eltern, der Vater Professor für Geschichte an der Universität, die Mutter Religionslehrerin, spielte Firth in der Schule als erste Rolle in einer Weihnachtspantomime den Jack Frost. Firth verließ die Oberstufe, nahm Schauspielunterricht und fiel als Hamlet und King Lear auf. Er wurde gefragter Bühnenschauspieler, so in London in Julian Mitchells Spionagedrama "Another Country", in dessen Filmversion er 1984 sein Spielfilmdebüt gab.
In Kostümfilmen spielte Firth 1989 in Milos Formans "Valmont" den titelgebenden Comte, den John Malkovich gleichzeitig in "Gefährliche Liebschaften", Stephen Frears' Version des berühmten Briefromans von Choderlos de Lanclos, verkörperte, sowie den Lord Wessex, Ehemann von Gwyneth Paltrow im Oscar-Sieger "Shakespeare in Love", den Hausfreund Jack in der Oscar-Wilde-Adaption "Ernst sein ist alles" (mit Reese Witherspoon) und den Aurelius im Abenteuerfilm "The Last Legion" (2006).
In der historischen Theaterverfilmung "Easy Virtue" gibt er gewohnt präzise den britischen Berufszyniker, der mit dem angeblich unmoralischen Treiben seiner Schwiegertochter auf ganz eigene Weise umgeht.
Firth erhielt zahlreiche Nominierungen für seine Theater-, TV- und Filmarbeit. Für seinen Auftritt als legendärer britischer König George VI, der seinen Sprachfehler bekämpfte um sein Volk auf den Kampf gegen Hitler einzuschwören, gewann er im zweiten Anlauf nach "A Single Man" hochverdient seinen ersten Oscar.
Firth hat mit der amerikanischen Schauspielerin Meg Tilly ("Valmont") einen Sohn (1990). Seit 1997 ist er mit der italienischen Dokumentarfilmerin Livia Giuggioli verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne und lebt in London und Italien.
Hugh Grant zweifelt an "Bridget Jones 3"
Hugh Grant glaubt nicht an einen dritten "Bridget Jones" - ihm passte bis jetzt noch kein Drehbuch.
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Wäre doch schade, wenn Bridget Jones und Daniel Cleaver nicht nicht mehr ins Kino zurückfänden (Foto: UIP)
Im geplanten dritten Teil von "Bridget Jones" ist der Wurm drin. Diesmal heißt der Störenfried Hugh Grant, der über den dritten Teil meckert und das ganze Projekt in Frage stellt: "Ich würde Daniel Cleaver gern spielen, aber im Moment gibt es keinen dritten Teil", unkt der Schauspieler. Grund sei die schlechte Story, die im Moment keinen überzeuge.
Laut Grant haben die Autoren bis jetzt noch keinen Knaller abliefern können, auch, weil diesmal keine Romanvorlage von Helen Fielding vorhanden ist. "Bis jetzt gab es einige Entwürfe und da waren sehr gute Sachen dabei. Aber im Großen und Ganzen haben sie noch nicht ins Schwarze getroffen."
Wie Grant weiter berichtet, seien mittlerweile andere Drehbuchschreiber am Werk: "Sobald sie das Richtige abliefern, werden wir den Film machen. Da bin ich sicher. Aber es ist so, dass das alles signifikant neu erfunden werden muss." Überraschend ist weiterhin Hugh Grants Bemerkung, dass die Schauspieler noch nicht offiziell zugesagt haben: "Keiner von uns hat bis jetzt unterschrieben", so Grant. Bisher hieß es, dass Renée Zellweger, Colin Firth und Hugh Grant sicher dabei seien.
Angeblich hat noch niemand zugesagt
Der Drehbeginn von "Bridget Jones 3" war für Anfang dieses Jahres geplant. Zuvor gab es schon Rangeleien um den Regisseur: Zuerst war "Brautalarm"-Macher Paul Feig die erste Wahl. Dann hieß es, dass dieser urbritische Stoff lieber von einem britischen Filmemacher umgesetzt werden sollte und Peter Cattaneo ("Ganz oder gar nicht") übernahm das Ruder. Wie Cattaneo den Disput um das Drehbuch sieht, ist übrigens nicht bekannt.
Ursprünglich sollte sich "Bridget Jones 3" um Bridgets Babykrise und ihren Versuch, Daniel Cleaver als möglichen "Spender" aufzutreiben, drehen.