Angloamerikanischer Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Kameramann. Christopher Nolan gilt mit seinen stilistisch ausgefeilten und erfindungsreichen Thrillern, der Belebung des Batman-Franchise und doppelbödigen Dramen als einer der kreatvisten jungen Hollywood-Regisseure. Sein Thriller "Memento" leitete 2001 eine Welle von hinten nach vorn erzählter Filme ein, im Remake des norwegischen Thrillers "Insomnia" (2002) wird ein Cop von einem Mörder an die Grenzen der Belastbarkeit getrieben, mit "Batman Begins" (2005) wurden die Abenteuer des dunklen Ritters mit der Doppelidentität realistischer, und in "The Prestige" (2006) wird die Welt professioneller Zauberer zum verschachtelten Historiendrama. Nolans Filme sind über die ausgeklügelte Form hinaus Entfaltungsräume für großartige Schauspieler wie Guy Pearce und Carrie-Anne Moss ("Memento"), "Al Pacino und Robin Williams ("Insomnia"), Christian Bale, Cillian Murphy und Michael Caine ("Batman Begins") und wieder Bale und Caine mit Hugh Jackman und Scarlett Johansson ("The Prestige").
Christopher Nolan wurde 1970 in London als Sohn einer britischen Mutter und eines amerikanischen Vaters geboren und besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. Als Siebenjähriger begann er mit der Super-8-Kamera des Vaters und Trickfiguren aus Comics zu filmen. 1989 wurde sein erster Kurzfilm "Tarantella" vom Sender PBS ausgestrahlt. Nolan studierte Englische Literatur am London University College und drehte bei der College Film Society Kurzfilme im 16-mm-Format. Die "Guerilla-Produktionstechniken nutzte er als Regisseur, Autor (immer mit seinem Bruder Jonathan), Produzent und Kameramann für den 70-minütigen Debütfilm "Following" (1998), der für 6.000 Pfund entstand und von zwei Männern erzählt, die sich bei Enbrüchen in die Identität anderer Menschen versetzen. Auf dem Hongkong Film Festival 1999 stellte Nolan den Film vor und sammelte dort und auf weiteren Festivals das nötige Geld für "Memento", der vom Gedächtnisverlust eines Mannes ausgeht, der "im Rückwärtsgang" und mit Erinnerungshilfen seiner Vergangenheit näherkommt und ein mörderisches Geheimnis löst.
Linear inszenierte Nolan hingegen das Remake des norwegischen Thrillers "Insomnia" (dort spielte Stellan Skarsgard die Hauptrolle) um einen an Schlaflosigkeit leidenden Cop, der versehentlich einen Kollegen erschießt und von dem Mädchenmörder, den er verfolgt, erpresst wird. Im Remake wird der Mörder von Robin Williams verkörpert. Mehrere Jahre arbeitete Nolan an dem mit 145 Mio. Dollar großbudgetierten "Batman Begins", der das Franchise um Comic-Book-Held Batman alias Bruce Wayne von der Fantasy in die Dimension der Charaktertragödie überführt. Wieder in Rückblenden erzählt ist "The Prestige - Meister der Magie", Drama um den Krieg und die Liebe zweier Illusionisten, ihres Meisters und ihrer Frauen. Dort hat Nolan Gelegenheit, Zaubertricks und komplexe Apparaturen vorzuführen, die es mit dem Batmobil aufnehmen. Im Sommer 2008 schließlich folgte mit "The Dark Knight" nicht nur der bisher düsterste, sondern auch mit Abstand erfolgreichste "Batman"-Film. Weltweit spielte der Film über eine Mrd. Dollar ein und Nolan empfahl sich unwiderruflich als Blockbuster-Regisseur. Zwei Jahre nach diesem Megaerfolg kehrt Nolan mit "Inception", einem actionreichen Science-Fiction-Thriller mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle, in die Kinos zurück.
Nolans Liste seiner zehn Lieblingsfilme (von James Bond 007 bis Stanley Kubrick) ist bei imdb zu finden.
Christopher Nolan ist Linkshänder und rot-grün-blind. Er ist seit 1997 mit Emma Thomas verheiratet.
Guy Pearce findet sich talentierter als Liam Neeson
Wenn Christopher Nolan seine Filme besetzt, dann wäre wohl jeder Schauspieler gerne dabei. Manchmal scheitert eine Beteiligung aber auch daran, dass man einfach zu jung ist.
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Guy Pearce ist einfach zu attraktiv für die Rolle des Ra's al Ghul (Foto: Kurt Krieger)
Guy Pearce und Liam Neeson können sich beide nicht über zu wenig Arbeit beschweren. Neeson ist seit dem 29. März mit "Zorn der Titanen" und seit dieser Woche mit "The Grey - Unter Wölfen" und "Battleship" omnipräsent auf den Leinwänden vertreten. Pearce zieht dann seinerseits mit den Science Fiction-Spekakeln "Lockout" (10. Mai) und "Prometheus - Dunkle Zeichen" (8. August) nach. Man teilt das Kinojahr also scheinbar friedlich unter sich auf.
Wenn Liam Neeson aber ab dem 20. Juli in "The Dark Knight Rises" wieder in seiner Rolle als Ra's al Ghul aus "Batman Begins" zu sehen ist, dann dürfte Guy Pearce das auch mit einem weinenden Auge sehen. In einem Interview verriet er jetzt, dass Regisseur Christopher Nolan, mit dem Pearce "Memento" drehte, auch mit ihm über den Part gesprochen hatte. Auf die Frage, ob er für die Rolle von Batmans Mentor nicht sowieso zu jung sei, antwortete der Australier: "Viel zu jung. Zu hübsch, zu jung, zu talentiert. Sie brauchten diesen alten Typ abgehalfterter Jedermann."
Australischer Humor
Doch natürlich stellte Pearce seinen Kommentar sogleich lachend richtig: "Sorry, Liam, das ist nicht wahr. Du weißt, dass ich dich liebe." Und auch wenn diese Zusammenarbeit mit Nolan an seiner "Jugend" scheiterte, so würde Pearce jederzeit gerne wieder mit dem Regisseur drehen: "Er ist offensichtlich ein brillanter Kerl, also wäre das großartig."
Für Action-Filme ist Pearce durch den von Luc Besson produzierten "Lockout" auf jeden Fall bestens gewappnet. Denn in seiner Rolle als Ex-Agent hat er schon mal Bekanntschaft mit den Strapazen des Genres gemacht und gewaltig an Muskelmasse zugelegt. Wie der athletische Guy Pearce sich schlägt, dass können die Zuschauer dann ab dem 10. Mai selbst beurteilen.
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