Österreichischer Schauspieler und Golden-Globe-Preisträger. In der deutschen Fernsehlandschaft auf labile Charaktere, Bösewichte und Melancholiker abonniert, triumphierte Christoph Waltz 2009 in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" als süffisant sadistischer, abgründig zynischer und grausamer SS-Offizier und "Judenjäger" Hans Landa. "Ich wurde aus meiner kleinen bescheidenen Welt mit seiner großen Energie aus den Fugen gebracht und in seinen Orbit geschleudert", so Waltz, ohne den Tarantino den Film nicht gedreht hätte. Für seine Rolle wurde Waltz mit dem Darstellerpreis von Cannes ausgezeichnet, Beginn eines Preisregens, der ihm 15 weitere Ehrungen einbrachte, darunter Screen Actors Guild Award, Golden Globe und schließlich sogar den Oscar als bester Nebendarsteller.
Christoph Waltz ist ein eigenwilliger Schauspieler, der mit flinken neugierigen Augen, leicht schiefer Kopfhaltung und Kinnspiel sowie Betonung der s-Laute auffällt. Entführer, Mörder, Terroristen, Wilderer und undurchsichtige Charaktere spielt er genauso überzeugend, wie psychisch labile Melancholiker und Selbstzweifler, später auch Kommissare und Detektive, die alle einen merkwürdig faszinierenden Charme ausstrahlen, dem Anica Dobra, Barbara Auer und Iris Berben erlagen. In die deutsche TV-Geschichte ging er in der Titelrolle des tragischen Schlagersängers in "Du bist nicht allein - die Roy Black Story" (1996) ein. 2010 spielt er in Michel Gondrys Comic-Adaption "The Green Hornet" den Mafiaboss und in David Cronenbergs "The Talking Cure" Sigmund Freud, den Vater der Psychoanalyse.
Christoph Waltz wurde 1956 in Wien als Sohn eines Kostümbildnerehepaares geboren, besuchte das Theresianum und wurde dort am Max-Reinhardt-Seminar und in New York am Lee Strasberg Institute ausgebildet. Er gab sein Theaterdebüt 1977 in Wien und hat auf den Bühnen von Köln, Hamburg, Frankfurt am Main, Salzburg und Zürich gestanden. Dem Fernsehdebüt 1976 in "Der Vetter im 7. Bezirk", folgte 1981 das Kinodebüt in "Kopfstand", der die Zustände in der österreichischen Psychiatrie kritisiert. Waltz war in den Krimi-Serien und -reihen "Tatort", "Derrick", "Der Alte", "Kommissar Rex", "Polizeiruf 110", "Der letzte Zeuge", "Stolberg" und "Unter Verdacht" zu sehen. Als herausragend gelten seine Leistungen als U-Bahn-Geiselnehmer in "Rosa Roth: Nirgendwo" und der Entführer des Industriellen Oetker in "Tanz mit dem Teufel" (2002).
Waltz war frustrierter Romanautor in der Komödie "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit", der Münsteraner Wiedertäufer Jan van Leyden in "König der letzten Tage" und Oberst der Palastwache in "Katharina die Große" (mit Catherine Zeta-Jones). Er spielte den Terroristen im Actionfilm "Queens Messenger", Wilderer und Wilderer-Jäger im Alpendrama "Jennerwein" und den Geiselnehmer im Olympiastadion in Berlin in "Das Finale" (1997). Er war Arzt in "Herr Lehmann" (2003) und Analytiker in "Der alte Affe Angst" (2003).
Christoph Waltz wurde mit rund 30 Preisen ausgezeichnet, darunter Adolf-Grimme-Preis (für "Tanz mit dem Teufel"), Deutscher und Bayerischer Fernsehpreis (für "Du bist nicht allein"), Bambi, Goldene Kamera und 0.E.Hasse-Theaterpreis.
Aus erster Ehe mit einer Amerikanerin, hat Waltz drei Kinder. Er ist mit Kostümbildnerin Judith Holste liiert, mit der er eine Tochter hat. Er lebt in London und Berlin.
Sacha Baron Cohen verlässt Tarantinos "Django Unchained"
Mitten im Dreh muss Quentin Tarantino wichtige "Django"-Rollen neu besetzen - Sacha Baron Cohen platzt der Terminkalender, Kurt Russell erkennt den Wilden Westen nicht wieder.
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"Diktator" Sacha Baron Cohen hat keine Zeit für Quentin Tarantino (Foto: Paramount)
Derzeit dreht Kultregisseur Quentin Tarantino in Louisiana "Django Unchained". Den Western hat er hochkarätig unter anderem mit Christoph Waltz, Jamie Foxx,
Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson und Sacha Baron Cohen besetzt. Doch die Dinge laufen nicht so reibungslos, wie sie sollten.
Noch vor Drehstart machte sich Kevin Costner aus dem Staub, der einen fiesen Sklaven-Trainer spielen sollte. Tarantino konnte einen Stopp der Dreharbeiten verhindern, in dem er blitzschnell Kurt Russell aus dem Ärmel zauberte. Mit ihm in der Hauptrolle hatte er bereits "Death Proof - Todsicher" auf die Leinwand gebracht.
Neue Spieler und Sadisten für Tarantino
Aber die Probleme mit den Stars hörten nicht auf. Als nächstes stieg Joseph Gordon-Levitt aus, der sich die Gelegenheit, erstmals selbst bei einem Film Regie zu führen, nicht entgehen lassen wollte. Jetzt ist auch noch Sacha Baron Cohen abgesprungen - die Promotiontour für "Der Diktator" - ab 17. Mai in unseren Kinos - verdränge alles andere aus seinem Terminkalender. Er sollte einen Glücksspieler mimen, der Djangos versklavte Frau kauft.
Damit ist Tarantinos Pechsträhne nicht zuende: Auch Kurt Russell hat sich inzwischen wieder verdrückt. Der Grund dafür wurde nicht bekannt gegeben, aber es wird gemunkelt, dass ihm der Film nicht genug "Western" war. Das bringt Quentin Tarantino in Not, denn er muss nun unter hohem Zeitdruck große Lücken schließen.