Eine der unterschätzten wunderbaren Komödiantinnen Hollywoods. Mit blonder Löwenmähne, Miniröcken und prallem Dekolleté ging Christina Applegate unerschütterlich als wandelnder Blondinenwitz, der sich nur zu oft die abfällige Bemerkung "Dumpfbacke" gefallen lassen muss, von 1987 bis 1997 durch die TV-Kultserie "Eine schrecklich nette Familie". Durch ihre grenzenlos lange Leitung und Naivität und die Stärke, Männer aufzureißen, bereicherte sie die Familie von Al Bundy als Dummchen vom Dienst und war sich mit Mutter Peggy im Ausnutzen von Kerlen einig.
Der TV-Hit legte sie jahrelang auf die eindimensionale Ulknudel fest, doch ihr tatsächliches Talent konnte sie gelegentlich zwischendurch und seit dem Ende der Serie beweisen. So managte sie in der Komödie "Fast Food Family - eine Familie zum Quietschen" (1991) als 17-jähriger Vorstand einer wilden Geschwisterschar gewitzt Haushalt, Leichenentsorgung und Karriere im Traumjob. In "Volltreffer" war Applegate eine Mafiosi-Braut, in "Mafia!" eine total begriffsstutzige US-Präsidentin. "Claudine's Return" zeigte sie als zwielichtige Frau mit dunkler Vergangenheit, der Fantasy-Spaß "Just Visiting" in einer Doppelrolle als mittelalterliche Lady Rosalind und im Chicago der Gegenwart als reiches, naives Blondchen, das vom zeitreisenden Ritter (Jean Reno) gerettet werden muss. In der Gebrüder-Grimm-Verfilmung "Ein Kuss mit Folgen" erbarmte sie sich des verzauberten Froschkönigs. Ähnlich tierlieb ist sie auch privat: Sie besitzt zwei Katzen und zwei Hunde und ist Mitglied der Tierschutzorganisation PETA.
Geboren 1971 in Los Angeles, hatte die Tochter der Sängerin Nancy Priddy und des Plattenproduzenten Robert Applegate als drei Monate altes Baby ihren ersten TV-Auftritt mit ihrer Mutter in einer Daily Soap: "Wenn man in Los Angeles geboren ist und schon als Baby eine TV-Rolle spielte, dann ist eine Hollywood-Karriere unausweichlich." Ganz im Gegensatz zum TV-Image ist Applegate im Leben clever, leitete erfolgreich zwei Restaurants, die sie nur aufgab, weil sie zu wenig Zeit hatte, und besitzt eine Produktionsfirma für Film und TV. Ihren größten Kinoerfolg landete Applegate 2002 als Courtney, Karrierefrau um die Dreißig, an der Seite von Cameron Diaz (Christina) in "Super süß und super sexy": Als Christinas beste und frisch busenvergrößerte Freundin Courtney begibt sie sich auf einen Road Trip nach San Francisco, der eine Folge von Peinlichkeiten wird, weil die Mädels all ihre Klamotten verlieren, auch die, die sie am Körper tragen. 2003 erlebte Christina zusammen mit Gwyneth Paltrow als Stewardess in "Flight Girls" einen weiteren Karriere-Höhenflug. Im folgenden Jahr blieb sie dem Komödien-Fach treu, konnte aber mit "Der Anchorman - Die Legende von Ron Burgundy" und "Surviving Christmas" zumindest in den deutschen Kinos nur mäßige Erfolge verbuchen.
Peter Cattaneo brachte 2007 eine neue Komödie ins Kino und besetzte sie für die Mutter des Jungmusikers Curtis. Zuerst ist sie in "The Rocker" entsetzt, dass ein älterer übergewichtiger Kerl (Rainn Wilson) als Drummer in der Teenie-Band mitspielt, lässt sich aber dann doch von seinem Enthusiasmus anstecken. Nun zeigt sie sich in der Komödie "Alles erlaubt - Eine Woche ohne Regeln" um zwei Frauen, die ihren Männern einen Beziehungsurlaub mit totalem Freibrief gewähren. Nominierungen für die Filmpreise Emmy und Golden Globe erntete sie 2008 für ihre wunderbare Darstellung der unfallbedingt an Amnesie leidenden Protagonistin in "Samantha Who?". Die zweite Staffel der Sitcom ist bereits erfolgreich abgedreht.
Die Schauspielerin musste in den letzten Jahren einigen Schicksalsschlägen ertragen. Erst kam es 2007 zur Scheidung von Johnathon Schaech, dann wurde ihr neuer Lebensgefährte Lee Grivas tot in der Wohnung gefunden, und schließlich ließ sie sich 2008 nach einer Brustkrebsdiagnose beide Brüste entfernen.
Barrymore und Applegate im Liebes-Stress
Da ist einiges geboten für die männlichen Kinofans!
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Klagen sich demnächst gegenseitig ihr Liebesleid: Drew Barrymore und Christina Applegate (Foto: Kurt Krieger)
Denn mit Drew Barrymore und Christina Applegate tummeln sich in der Liebeskomödie "Going the Distance" zwei der schönsten Frauen Hollywoods auf der Leinwand. Der sexy Engel und die einstige Al-Bundy-Dumpfbacke spielen zwei Schwestern, von der die jüngere sich mit einer aufreibenden Fernbeziehung herumplagt. Barrymore trifft dabei vermutlich auf Justin Long, mit dem sie auch im Privatleben verbandelt ist.
Für Christina Applegate wird "Going the Distance" der erste große Kinoauftritt, nachdem sie sich letzten August wegen einer Krebserkrankung einer Brust-OP unterzogen hatte. Zwar wurde die Diagnose in einem sehr frühen Stadium gestellt, doch da in Applegates Familie viele schwere Fälle aufgetreten waren, entschloss sie sich sicherheitshalber zu dem großen Eingriff. Inzwischen ist Christina vollständig geheilt und durfte sich zwischenzeitlich sogar über eine Emmy-Nominierung freuen für ihre Leistung in der Sitcom "Samantha Who?" über eine ehemalige Karrierezicke mit Gedächtnisverlust. Da kommt nun ein prominent besetztes Filmprojekt gerade recht...