In seiner Heimat Frankreich gilt der ehemalige Kabarettist und Grimassenschneider Christian Clavier, der als Darsteller, Autor und Regisseur arbeitet, als Nachfolger des Komikers Louis de Funès und ist spätestens durch seine Rolle des Comic-Nationalhelden Asterix auf dem gallischen Olymp gelandet.
Den eigentlichen Durchbruch erlebte er mit den beiden Zeitreise-Komödien "Die Besucher" und "Die Zeitritter", wo er an der Seite des mittelalterlichen Hünen und Ritters Godefroy (Jean Reno) als dessen Knappe Jacquouille unfreiwillig in der Gegenwart landet und einen Kulturschock nach dem anderen teils durchleidet, teils freudig genießt. Clavier schrieb sich zudem die Rolle des dandyhaften Hotelbesitzers Jacquart auf den Leib und trat in zwei Szenen verkleidet in Mini-Rollen auf. Die in Frankreich außerordentlich erfolgreichen Komödien, in denen u.a. mittelalterliche Rüpelsitten auf gepflegte Tischmanieren stoßen, erfuhren 2000 unter dem Titel "Just Visiting" mit Reno und Clavier in den Hauptrollen ein US-Remake (diesmal landen die Ritter in Chicago). Clavier liebt Verkleidungen, kann sich erst dann in eine Rolle richtig einfühlen, wenn er bereits kostümiert ist, und stellt die Ticks und Macken seiner Personen als kleine menschliche Schwächen dar. Dabei bevorzugt er wieselflinke, spontane, frustrierte, geile und auch hinterhältige Charaktere. Den Jacquouille gestaltete er nach dem Vorbild von Eli Wallachs Mexikaner Tuco in Sergio Leones Meisterwestern "Zwei glorreiche Halunken" und orientierte sich speziell an dessen Art, ein Kreuzzeichen zu machen. Claviers Herkunft vom Pariser "Café-Théatre", einer Mischung aus Cabaret, Boulevardtheater und improvisierten Bühnensketchen, bei denen er mit den Partnern Thierry Lhermitte und Michel Blanc arbeitete, führte dazu, dass er später für die meisten seiner Filme am Drehbuch mitschrieb.
Clavier wurde 1952 geboren und von Bertrand Tavernier 1974 für den Film entdeckt. In Taverniers Historienfilm "Wenn das Fest beginnt" spielte er eine erste kleine Rolle und gehörte in den 70ern zum Ensemble von Patrice Lecontes frivolen Komödien "Die Strandflitzer" und "Sonne, Sex und Schneegestöber". Unter der Regie von Jean-Marie Poiré war Clavier neun Mal zu sehen, zunächst in den Komödien "Le père Noel est une ordure" und "Papy fait de la Résistance", die sich über französische Sitten und die "wahre Natur" des Widerstands im Zweiten Weltkrieg lustig machen, und in der Spionagekomödie "Operation Corned-Beef", die sich über Waffenschiebereien, die französischen Geheimdienste und Korruption bis in den Elysée-Palast mokiert. An der Seite von Gérard Depardieu als von der Mafia verfolgtem Nachtclubbesitzer tollte Clavier in Poirés Action-Komödie "Die Schutzengel" als Priester durch Hongkong und die französische Provinz. Claviers Kunst, den chaotischen, cholerischen und charakterstarken französischen Kleinbürger in seinen Widersprüchen bloßzulegen, wie es Louis de Funès durchexerziert hatte, sicherte ihm die Rolle des Asterix. Wieder mit Depardieu, der den Hinkelsteinlieferanten und Wildschweinjäger Obelix verkörperte, gestaltete Clavier in "Asterix und Obelix gegen Caesar" und "Asterix und Obelix: Mission Kleopatra" in den Comic-Abenteuern nach Goscinny und Uderzo den unbeugsamen, furchtlosen, kleinen Gallier mit blondem Riesenschnurrbart und hellem Köpfchen.
Clavier im Trenchcoat
Strohblonde Perücke, dazu ein pfiffiger Schnurrbart in der selben Farbe und auf dem Kopf ein Metallhelm mit Flügeln an den Seiten - Christian Clavier hat sich beim europäischen Kinopublikum als Asterix einen Namen gemacht. Auch in seinem neuen Film schlüpft er wieder in die Rolle eines Comic-Helden.
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"Die Zeitritter" wieder vereint: Christian Clavier und Jean Reno
Clavier, der sich in "Asterix & Obelix gegen Caesar" und "Asterix & Obelix: Mission Kleopatra" den kleinen Gallier mimte, übernimmt die Hauptrolle in "L'enquete corse". Die Krimikomödie basiert auf den in Frankreich überaus beliebten Comic-Bänden von Réne Pétillon.
Der Zeichner und Schriftsteller erfand Mitte der 70er Jahre den Detektiv Jack Palmer, der zwar nicht gerade eine Leuchte in Sachen Kriminalistik ist, dafür aber mit seiner Dusseligkeit schon so manchen Bösewicht hinter Schloss und Riegel gebracht hat. Markenzeichen des trotteligen Spürhundes ist der ungebügelte Trenchcoat.
Christian Clavier freut sich schon auf den Drehbeginn Mitte Oktober. Denn der französische Komiker wird am Set auf einen alten Weggefährten treffen, mit dem er bereits für "Die Besucher" vor der Kamera stand: Jean Reno spielt den größenwahnsinnigen Gegenspieler von Clavier.
Regisseur Alain Berberian inszeniert die Krimikomödie.