Die sympathische Aussteigerstory "Eine Schwalbe macht den Sommer" war sein erster langer Film. Dann fühlte sich Christian Carion endlich reif für "Merry Christmas" - nachdem er zuvor bereits zehn Jahre über das Thema nachgedacht hatte.
Das deutsche "Merry-Christmas"-Team: Benno Fürmann, Diane Kruger und Daniel Brühl (Foto: Senator)
Wie kam die Idee zu "Merry Christmas" zustande und welche Quellen haben Sie benutzt?
CHRISTIAN CARION: Ich bin im Norden Frankreichs geboren und in einer Zone aufgewachsen, die während des Kriegs von den Deutschen okkupiert war. Als ich 1993 das Buch "Battles of Flanders and Artois 1914-1918" las, hat es mich umgehauen.
Der Autor schreibt über Fraternisierung, einen deutschen Tenor, der Weihnachten an der Front sang, und über tausende von Weihnachtsbäumen. Es ist alles wahr, aber es ereignete sich an verschiedenen Schauplätzen in Frankreich. Ich habe mich für einen Ort entschieden und einige Charaktere dazuerfunden.
Beschäftigte sich jahrelang mit dem 1. Weltkrieg: Regisseur Christian Carion (Foto: Senator)
Was war das Besondere an der Geschichte?
Weihnachten 1914 dauerten die Kämpfe seit fünf Monaten an. Es war das erste Weihnachten an der Front. Jedes Land schickte das Beste für seine Soldaten - Lebensmittel, Champagner, Weihnachtsbäume. Es war eine gefühlsmäßig aufgeladene Stimmung. Das Essen, die Briefe, es war fast wie Ferien. Dann änderte sich die Situation. Dieses Ereignis war ein Schock für die Oberen. Es sollte so nie wieder stattfinden. Weihnachten 1915 fielen Bomben.
Warum haben Sie zehn Jahre für die Entwicklung der Geschichte gebraucht?
Als ich vor zehn Jahren die Geschichte entdeckt habe, konnte ich nichts machen, ich war ein absoluter Neuling. Mein Produzent sagte: Du solltest zuerst einmal einige Kurzfilme drehen, als Test. Schließlich habe ich meinen ersten langen Film gedreht, "Eine Schwalbe macht den Sommer", und erst danach war ich reif für "Merry Christmas".