Christian Bale ist das Chamäleon unter der jungen Generation von Hollywood-Schauspielern: Trotz seiner Attraktivität setzt er nicht auf sein Aufsehen, sondern spielt jede Rolle bis zur Selbstaufgabe und schreckt auch nicht davor zurück, hässlich oder entstellt vor die Kamera zu treten, wenn es der Part verlangt. Sein bedingungsloser Einsatz, der vollkommene Mangel an Eitelkeit und seine erstaunliche Wandlungsfähigkeit rücken ihn in die Liga von Ausnahmeschauspielern wie Robert De Niro, Marlon Brando oder Al Pacino.
So ist sein Batman/Bruce Wayne, den er 2005 für Christopher Nolan in "Batman Returns" spielte und der ihn auch beim Mainstream-Publikum zum Star machte, der düsterste und komplexeste, aber auch menschlichste und nachvollziehbarste aller Leinwand-Batmans: Bale geht es um die totale Verkörperung seiner Figuren. Für "The Machinist", die Rolle, die er unmittelbar vor "Batman Returns" spielte, nahm er 30 Kilo ab - ohne dass es die Produzenten verlangt hatten -, um überzeugend einen von Schuldgefühlen an den Rande des Wahnsinns getriebenen Mann spielen zu können, der mehr als ein Jahr nicht mehr geschlafen hat. Dennoch sagt er: "Ein Schauspieler sollte niemals größer sein als der Film, in dem er spielt."
Christian Charles Philip Bale wurde am 30. Januar 1974 im walisischen Haverfordwest als jüngstes von vier Geschwistern geboren. Sein professionelles Debüt gab er im Kindesalter an der Seite von Rowan Atkinson auf einer Bühne im Londoner West Ende. Mit 13 Jahren wurde er unter 4000 anderen Kindern für die Hauptrolle in Steven Spielbergs "Das Reich der Sonne" ausgewählt. Als Jugendlicher und junger Erwachsener machte Bale mit Rollen in "Newsies - Die Zeitungsjungen", "Swing Kids" oder "Betty und ihre Schwestern" auf sich aufmerksam. In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre verlief seine Karriere mit Ausnahme seines beachtlichen Auftritts in Todd Haynes' Glamrockoper "Velvet Goldmine" 1998 relativ ereignislos, bis er 2000 von Mary Harron als perverser Serienmörder Patrick Bateman in der Verfilmung von Bret Easton Ellis' Skandalroman "American Psycho" besetzt wurde (eine Rolle, die ihm nach seiner Zusage weggenommen und Leonardo DiCaprio gegeben wurde, nur um sie ihm dann nach DiCaprios Absage doch wieder anzubieten): Bale lieferte eine Meisterleistung - und unterstrich seine wiedererwachten darstellerischen Ambitionen im gleichen Jahr als ruchloser Bad Guy in "Shaft - Noch Fragen".
Es folgten ein kultverdächtiger Auftritt als spießiger Sohn einer Rock'n'Roll-Mama (gespielt von Frances McDormand) in "Laurel Canyon", Actionrollen in "Equilibrium" und "Die Herrschaft des Feuers" und ein skurriler Part als junger Grieche in John Maddens missglücktem "Corellis Mandoline". Nach seinem endgültigen Durchbruch in "Batman Returns" - er spielt die Rolle erneut in Chris Nolans "The Dark Knight" mit Heath Ledger als Joker - sah man Bale einfühlsam in "The New World" und knallhart in "Harsh Times" - jedes Mal überzeugend. Von seiner Leistung als Dicky Eklund im Boxer-Drama "The Fighter" war auch die Academy überzeugt und so gewann Christian Bale gleich bei seiner ersten Nominierung einen Oscar, als bester Nebendarsteller.
Bales Vater David starb 2003. Seine Stiefmutter ist die feministische Schriftstellerin Gloria Steinem. Christian Bale selbst ist seit 2000 mit der einstigen Assistentin seiner Freundin Winona Ryder, Sibi Blazic, verheiratet. Am 27. März 2005 brachte sie ihr erstes Kind, eine Tochter, zur Welt.
Chinesische Regierung rügt Christian Bale
Christian Bale nahm in China in Sachen Menschenrechte kein Blatt vor den Mund - die Regierung antwortet dem Weltstar mit einem groben Kommentar.
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Christian Bale soll sich schämen, findet die chinesische Regierung. (Foto: Warner)
"The Dark Knight"-Star Christian Bale wirkt in der chinesischen Produktion "The Flowers of War" mit, der das Massaker von Nanking zum Thema hat. Einen Aufenthalt China um den Film zu promoten, nutzte Bale, um den blinden Menschenrechtsaktivisten Chen Guangcheng, zu besuchen - und zog den Zorn der chinesischen Regierung auf sich.
Dabei schaffte es Christian Bale gar nicht bis zu Guancheng, der für 15 Monate unter Hausarrest steht: Polizisten drängten den Weltstar rüde ab. Bale wurde von einem CNN-Kamerateam begleitet, das den Zwischenfall und ein Interview mit dem Schauspieler sendete.
"Der betreffende Schauspieler sollte sich schämen!"
"Ich bin kein Held", sagte Christian Bale darin. "Das sind die Menschen hier, die zu Chen und seiner Familie stehen. Die dafür geschlagen und eingesperrt werden. Da kann ich doch nicht wegschauen." Und die chinesische Regierung angesichts der Wellen, die der Zwischenfall schlug, nicht weghören - sie gab nun einen bissigen Kommentar in Richtung Christian Bale heraus:
"Wenn sich jemand für diesen Zwischenfall schämen sollte, dann der betreffende Schauspieler und nicht China", heißt es in dem Statement. "Der Schauspieler war von Regisseur Zhang Yimou eingeladen worden, um der Filmpremiere beizuwohnen. Er war nicht eingeladen worden in irgendeines der Dörfer von Shandong, um dort Nachrichten zu erzeugen oder einen Film zu drehen. Wenn er Nachrichten kreieren möchte, wäre das unserer Ansicht nach in China nicht erwünscht."
"The Dark Knight Rises"-Bilder: Batman, Catwoman & Bane
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