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Chris Miller


"Der Kater ist einfach meine Lieblingsfigur aus 'Shrek'"

Chris Miller inszenierte mit "Der gestiefelte Kater", einen Film mit seiner erklärten Lieblingsfigur aus dem Shrek-Universum im Zentrum. Bereits beim Debüt von DreamWorks Animation, "Antz", wirkte Miller mit, damals als Story-Artist. Für "Shrek" schrieb er manche Dialoge und sprach ein paar der Figuren. Bei "Shrek 2" fungierte er als Head of Story und mit "Shrek der Dritte" gab der beim California Institute of the Arts ausgebildete Animationsfilmspezialist sein Regiedebüt.

Großansicht Der degenschwingende Pfoten-Zorro ist eine ganz andere Figur als im klassischen Märchen! (Foto: Paramount)

Der degenschwingende Pfoten-Zorro ist eine ganz andere Figur als im klassischen Märchen! (Foto: Paramount)

Ursprünglich plante Jeffrey Katzenberg fünf Shrek-Filme. Nach Teil vier war Schluss, und "Der gestiefelte Kater" bekam seinen eigenen Film.
CHRIS MILLER: Ich weiß nichts von Jeffreys Fünf-Filme-Plan. Ich kann nur sagen, dass wir bereits nach "Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück" an der Idee feilten, einen Film zu machen, in dem es ausschließlich um den gestiefelten Kater geht. Es entstanden mehrere Drehbücher, die jedoch nicht zufrieden stellend waren, was vor allem daran lag, dass wir uns zu sehr auf den Originalstoff konzentrierten. 2008 entschieden wir, eine völlig neue Story zu kreieren. Nachdem ich ein Jahr zuvor schon bei "Shrek der Dritte" Regie führte, bot man mir diesen Job erneut für "Der gestiefelte Kater" an, worüber ich mich sehr freute, weil das nun mal meine Lieblingsfigur aus dem Shrek-Universum ist.

Warum kam das Originalmärchen denn nicht infrage?
Antonio Banderas hat unseren gestiefelten Kater geprägt, und die französische Erzählung von Charles Antoine Perreault ließ sich allein schon kulturell mit der spanischen Herkunft unseres Katers nicht mehr vereinen. Also ließen wir die klassische Version unberührt, zumal davon viele Verfilmungen existieren, die heute eher altmodisch wirken.

Heutigen Zuschauern muss man also etwas Neues vorsetzen?
Man darf sich heute einen anderen Blick auf die Märchen erlauben. So entstehen ja gerade etliche neue Versionen der Klassiker für ein erwachsenes Publikum, die sehr viel düsterer und gruseliger sind. Als Fan von Horrorfilmen gefällt mir das. Aber als Vater, der seinen Kindern gern Geschichten erzählt, finde ich es genauso angebracht, Märchen weiterhin kindgerecht umzusetzen.

War es hilfreich, sich mit "Der gestiefelte Kater" von "Shrek" abzuheben?
Absolut! Wir waren frei darin, dem Kater, der in "Shrek" nur als Sidekick diente, eine Hintergrundgeschichte zu geben - unter der Berücksichtigung seiner charakteristischen Besonderheiten. Unser Film sollte sich auch vom Look von "Shrek" unterscheiden. "Der gestiefelte Kater" ist farbenfroher und bekam durch neue Landschaften einen sonnigen und mediterranen Touch. Und so wie der Kater seine Umwelt sieht, musste es ein großes Epos werden mit viel Action und schnellen Kamerafahrten. Der Film bietet daher noch mehr Dynamik als "Shrek". Wir haben auch keine Parodien auf andere Filme oder popkulturelle Referenzen wie bei "Shrek". Die Komik entwickelt sich allein aus den Charakteren heraus.

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DreamWorks' Strategie, Zeichentrickfiguren von Hollywood-Stars sprechen zu lassen, hat sich offenbar bezahlt gemacht.
Antonio Banderas, aber auch Salma Hayek sind ein gutes Beispiel dafür, wie bei DreamWorks gearbeitet wird. Die Stars sprechen nicht nur ihre Texte ein, sondern es wird viel ausprobiert und improvisiert. Erst so entsteht die Figur, die dann als Basis für die Animation dient. Die Stars sind bei uns mehr als nur Stimmen und Models für den roten Teppich.

Ist es bei der großen Animationsfilmkonkurenz besser, auf Figuren zu setzen, die das Publikum bereits kennt?
Besonders in diesem Jahr sind extrem viele Animationsfilme herausgekommen. Da kann es schnell passieren, dass Kollegen zu Konkurrenten werden. Wir müssen mit "Happy Feet 2" und "Hugo Cabret" konkurrieren. Ich kann nicht sagen, wie sehr es hilft, ein Franchise aufzubauen, aber die Studios scheinen davon überzeugt zu sein.

Wird "Der gestiefelte Kater" also fortgesetzt?
Das würde mir sehr gefallen. Wir haben das schon mal grob besprochen und finden, dass der Kater auf jeden Fall ausbaufähig ist.


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