Diese Filmidee ist so verrückt, dass sie glatt funktionieren könnte.
Gelungenes CGI-Debüt: Die "Chubbchubbs" fuhren gleich einen Oscar ein (Foto: Sony Pictures Imageworks)
So etwa dürfte es im Kopf der Studiobosse bei Sony Animation ausgesehen haben, als CGI-Experte Ash Brannon ihnen seine neueste Filmidee vorstellte. Eine Mischung aus Michael Moore, "Scary Movie", "Findet Nemo" und "Ice Age" schwebe ihm vor, erklärte Brannon begeistert.
"Surf's up" soll demnach die erste CGI-Dokumentation werden - allerdings als spaßige Satire auf das Genre. Der Film soll nämlich die bahnbrechende Entdeckung aufzeigen, dass Wellenreiten nicht etwa von braungebrannten Beach Boys der Gattung Homo sapiens an heißen Sandstränden erfunden wurde, sondern vielmehr von elegant in Schwarz-Weiß gekleideten Vögeln im ewigen Eis der Antarktis. Nach einem wilden Ritt durch die Jahrhunderte gelangt man schließlich beim Höhepunkt der Wellen-Evolution an: Die Pinguin-Weltmeisterschaft im Extrem-Surfen!
Den Termin in der Chef-Etage bei Sony bekam Brannon nur, weil er für den großen Trick-Konkurrenten Pixar als Co-Regisseur das Spielzeugspektakel "Toy Story 2" entwickelt und inszeniert hatte. Doch statt den Pixel-Nerd nach seiner schrägen Präsentation samt seiner Filmidee in die Wüste zu schicken, gab man Brannon sofort Grünes Licht.
Dahinter steckt natürlich das Bestreben, den etablierten Konkurrenten im hart umkämpften CGI-Geschäft den Rang abzulaufen: Dreamworks punktete nach "Ice Age" zuletzt mit "Shrek 2" und schickt mit "Große Haie - kleine Fische" demnächst einen Schwarm Meeresbewohner ins Kino - Ähnlichkeiten mit "Findet Nemo" sind kein Zufall und mit Sicherheit erwünscht. Der Clownfisch-Spaß wiederum stammt aus der Pixar-Schmiede. Dort blickt man stolz auf die "Monster AG" zurück und freut sich auf die schräge Superhelden-Familie "Die Unglaublichen - The Incredibles".
Vor "Surf's up" bringt Sony schon den CGI-Erstling "Open Season" ins Kino: Der zahme, 500 Kilo schwere Grizzly Boog und ein Hirsch mit kaputtem Geweih namens Elliot stranden auf der Flucht vor Jägern im Wald. Von ihrem Schicksal mächtig genervt, versuchen sie, die dort lebenden Tiere zum Aufstand gegen die menschliche Bedrohung anzustacheln.
Die Animationen für beide Filme liefert dabei die Tochterfirma Imageworks, die 2003 mit dem Überraschungshit "The Chubbchubbs!" um den tollpatschigen Putzknecht einer Weltraumkneipe den Oscar für den besten animierten Kurzfilm gewann. Eine Spielfilmversion ist bereits in Planung. Außerdem schickt Imageworks zu Weihnachten den "Polarexpress" auf Reisen und modellierte dafür den Zugschaffner nach der Vorlage von Tom Hanks.
Beim Pinguin-Spaß "Surf's up" wird Ash Brannon übrigens von Co-Regisseur Chris Buck unterstützt, der für Disney an "Tarzan" und "Pocahontas" arbeitete.
Bei soviel Kompetenz sollte doch jede Welle zu meistern sein!