Auf den ersten Blick unnahbar und kühl wirkend, hat Charlotte Rampling eines der interessantesten Gesichter im Film. Stets abschätzend aber auch... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max12/kuk12/kuk01/u1201028/b150x150.jpg Charlotte Rampling

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Charlotte Rampling


  • Bürgerlicher Name
    Charlotte Rampling
  • Geburtstag
    05.02.1945
  • Geburtsort
    Sturmer

Auf den ersten Blick unnahbar und kühl wirkend, hat Charlotte Rampling eines der interessantesten Gesichter im Film. Stets abschätzend aber auch lockend wirkende Augen, ein lang gezogener spitzer Mund und hohe Backenknochen unterstützen die erotische Magie von Rampling, die als Model anfing und auf mittlerweile berühmten Fotos von Helmut Newton und Cecil Beaton verewigt ist. In den relativ wenigen Filmen, in denen sie zunächst spielte, trat sie oft in provozierenden Rollen auf, so als nacktes Opfer von KZ-Schergen und SS-Offizieren in dem in Italien verbotenen "Der Nachtportier".

Rampling, die nie eine Schauspielausbildung abschloss, zog in den 60ern mit einer Popgruppe durchs Land, trat in einem winzigen Part in Richard Lesters "Der gewisse Kniff" auf und wurde von Luchino Visconti entdeckt, der ihr in dem Ruhrdynastie-Drama "Die Verdammten" die Rolle der Schwiegertochter anvertraute. Seitdem spielte Rampling vorwiegend in Europa, z.B. mit Sean Connery in der Utopie "Zardoz" oder als Opfer einer Entführung in "Das Fleisch der Orchidee". Sie überzeugte als Femme fatale in der Raymond-Chandler-Verfilmung "Fahr zur Hölle, Liebling" und war die unvergessliche Geliebte des Regisseurs in Woody Allens "Stardust Memories". Für den japanischen Regisseur Nagisa Oshima spielte sie in "Max, mon amour" eine erotische Dreiecksgeschichte zwischen einer Frau, deren Ehemann und einem Affen.

Nach mehreren Jahren relativ weniger Filme (u.a. ein australisches Farmerdrama neben dem von ihr verführten Russell Crowe) war Rampling 2000 wieder in "Signs and Wonders" als Ex-Frau von Stellan Skarsgard zu sehen, die sich nach der Scheidung in einen Griechen verliebt. Ihre bemerkenswertesten Filme der letzten Jahre entstanden jedoch unter der Regie von Frankreichs Regie-Shooting-Star François Ozon: In "Unter dem Sand" (2000) spielte Rampling eine Professorin, deren Mann während des gemeinsamen Sommerurlaubs spurlos verschwindet. Drei Jahre später suchte Rampling als Sarah Morton, britische Krimiautorin mit Schreibblockade, in "Swimming Pool" das französische Landhaus ihres Verlegers auf, wo kurz darauf auch dessen sexuell überaus aktive Tochter (Ludivine Sagnier) erscheint und zur Erweckung Sarahs beiträgt.

In der Folgezeit absolvierte Rampling vor allem kürzere Auftritte in Filmen verschiedener Genres, wie etwa in Norman Jewisons Thriller "The Statement", in dem ihr Filmehemann Michael Caine das Fürchten lernen darf. Sie war in der europäischen Koproduktion "Die Hausschlüssel" des Italieners Gianni Amelio ebenso zu sehen wie in Enki Bilals Sci-Fi-Märchen "Immortal". In "Basic Instinct 2" spielte sie eine sanft-naive Psychologin, deren Schützling David Morrissey Sharon Stone verfällt.

Charlotte Rampling war mit dem Musiker Jean-Michel Jarre und dem Bildhauer Bryan Southcombe verheiratet. 2001 wurde sie vom People Magazine unter den 50 schönsten Menschen geführt.

  • Bürgerlicher Name
    Charlotte Rampling
  • Geburtstag
    05.02.1945
  • Geburtsort
    Sturmer
  • Geburtsland
    Großbritannien
  • Familie
    Mutter: Doris Day (Hausfrau)
    Vater: Godfrey Rampling (Nato General, gewann 1936 im Schwimmen eine olympische Goldmedaille)

    Schwester: Sarah (beging im Alter von 23 Jahren Selbstmord)

    Ehemänner:
    Jean-Michel Jarre (Komponist, 08.10.1976 bis 1996)
    Bryan Southcombe (1972 - 1976)

    Söhne:
    Barnaby Southcombe (Regisseur, mit Bryan Southcombe)
    David Jarre (Zauberer, mit Jean-Michel Jarre)
  • Autogrammadresse
    c/o Artmedia
    20 avenue Rapp
    75007 Paris
    Frankreich

"Das Ganze erinnert an die Papstwahl"

Unter der Präsidentschaft der in Frankreich lebenden Schauspielerin Charlotte Rampling entscheidet eine achtköpfige Wettbewerbsjury über die Vergabe der diesjährigen Berliner Bären.

Großansicht Am 6. April kommt Charlotte Rampling mit "Basic Instinct - Risk Addiction" ins Kino (Foto: Constantin)

Am 6. April kommt Charlotte Rampling mit "Basic Instinct - Risk Addiction" ins Kino (Foto: Constantin)

» Mit welchem Gefühl gehen Sie diese Aufgabe an?

CHARLOTTE RAMPLING: Ich bin gespannt auf das Weltkino, finde es verlockend, tagelang in Ruhe Filme anzugucken. Ich freue mich schon auf lebendige Diskussionen. Manchmal fällt die Entscheidung schwer, weil mehrere Film preiswürdig sind. Leider gibt es nur einen Gewinner.

» Als Jurypräsidentin tragen Sie viel Verantwortung.

Bei einem Patt kommt es auf meine Stimme an. Diese Situation suche ich nicht unbedingt. Ich war schon in Cannes und Venedig in der Jury. Manchmal herrscht schnell ein stilles Einverständnis über die Favoriten, ohne sich abzusprechen. Manchmal geht es aber auch heiß und kontrovers her. Es gibt psychologisch sehr intensive Momente. Da will jeder unbedingt "seinen" Film durchbringen.

Eigentlich schweigt man über die Jurydiskussionen. Das Ganze erinnert an die Papstwahl, nur, dass wir nicht eingesperrt sind und am Ende auch keinen weißen Rauch aufsteigen lassen.

Großansicht Mit Ludivine Sagnier und François Ozon bei den Filmfestspielen in Cannes (Foto: Kurt Krieger)

Mit Ludivine Sagnier und François Ozon bei den Filmfestspielen in Cannes (Foto: Kurt Krieger)

» Verfolgen Sie eine Strategie, um "Ihren" Film auszuzeichnen?

Das verrate ich nicht. Man kämpft mit allen Waffen. Aber tun wir das nicht alle, wenn wir wirklich etwas von ganzem Herzen wollen? Eine ganz wichtige Regel: diplomatisch vorgehen, subtil, manchmal manipulativ handeln, sich nichts anmerken lassen.

Es ist interessant zuzuschauen und auch zu durchschauen, wie solche Prozesse ablaufen, wie sich plötzlich das Fähnchen mit einer Bemerkung drehen kann. Jeder weiß, was ein A-Festivalpreis bedeutet.

Großansicht Charlotte Rampling in dem Familiendrama "Die Hausschlüssel" (Foto: Pegasos (Filmwelt))

Charlotte Rampling in dem Familiendrama "Die Hausschlüssel" (Foto: Pegasos (Filmwelt))

» Was verbindet Sie mit Berlin?

Bei den Dreharbeiten zu " Die Hausschlüssel" bin ich durch die Stadt gestreift. Mein Vater gewann 1936 bei den Olympischen Spielen mit der 4x400-Meter-Staffel eine Goldmedaille; es war der Lauf seines Lebens. Man sieht ihn in Leni Riefenstahls Olympiafilm. Ich glaube, ich lege im Stadion ein Blümchen hin.

» Kennen Sie deutsche Filme?

"Lola rennt" und "Gegen die Wand". Bei vier deutschen Wettbewerbsfilmen in diesem Jahr kann ich mein Wissen aufbessern.


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