- Foto: http://images.kino.de/flbilder/max05/bf05/bf40/b0540148/b150x150.jpg Charles Dance

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Charles Dance


  • Geburtstag
    10.10.1946
  • Geburtstag
    10.10.1946
  • Geburtsland
    Großbritannien

"Man braucht Nerven wie Stahlseile"

Kino-Hits wie "Last Action Hero" und "Alien 3" machten ihn international bekannt. Charles Dance war über 50-mal als Schauspieler auf der Leinwand zu sehen, ehe er bei dem Melodram "Der Duft von Lavendel" erstmals selbst Regie führte.

Großansicht Seitenwechsel - vom Schauspieler zum Regisseur: der Brite Charles Dance (Foto: Concorde)

Seitenwechsel - vom Schauspieler zum Regisseur: der Brite Charles Dance (Foto: Concorde)

Warum wechseln Sie nach so vielen Jahren als Schauspieler hinter die Kamera?

CHARLES DANCE: Ich war schon immer sehr visuell orientiert, habe darauf geachtet, wie die Kamera positioniert ist und wie eine Szene auszusehen hat. Nach einigen unbefriedigenden Drehbuchversuchen fiel mir eine Kurzgeschichte von William J. Locke in die Hände. Ich habe einiges verändert und den Zeitrahmen von 1900 auf das Jahr 1936 verlegt, bis die dritte Drehbuchversion von "Der Duft von Lavendel" stand.

Der Stoff bot sich für einen ersten Film geradezu an - kein großes Ding mit Spezialeffekten, sondern eine einfache und klare Geschichte mit märchenhaften Elementen. Die Augen sollten nie größer sein als der Mund.

Großansicht Als Schwestern führen Maggie Smith und Judi Dench ein geruhsames Landleben... (Foto: Concorde)

Als Schwestern führen Maggie Smith und Judi Dench ein geruhsames Landleben... (Foto: Concorde)

Ging es bei dieser Produktion wirklich so kompliziert zu?

Ein Albtraum. Einiges lief schief. Der Produzent Nik Powell sollte die nötigen Gelder für das moderate Budget von rund vier Millionen Pfund auftreiben. Mit Judi Dench und Maggie Smith schien alles in trockenen Tüchern. Mein Gott, war ich naiv! Das britische Film Council stieg mit 25 Prozent ein und verlangte ständig Änderungen: Es bestand nicht nur auf finanzieller, sondern auch auf kreativer Kontrolle.

Das ging bis zur Frage, ob Natascha McElhone beim Aufsteigen aufs Fahrrad den Rock rafft oder nicht. Absurd das Ganze. Und plötzlich reduzierte sich die Förderung um 300.000 Pfund. Ich fühlte mich wie in einer total fremden Welt. Machiavelli hätte seine Freude gehabt.

Großansicht ....bis Daniel Brühl als Schiffbrüchiger Schwung in ihren Alltag bringt (Foto: Concorde)

....bis Daniel Brühl als Schiffbrüchiger Schwung in ihren Alltag bringt (Foto: Concorde)

Wo lagen die größten Stolpersteine?

Jedes kleinste Detail musste abgesegnet werden. Dann gewann Powell einen zusätzlichen Investor. Knapp 24 Stunden vor Beginn der Dreharbeiten knallte dieser uns eine Liste von unannehmbaren Forderungen auf den Tisch, die das Film Council ablehnte. Zu allem Unglück stellte uns die Bank ein Ultimatum. Ich dachte, das war's dann.

In wirklich allerletzter Sekunde sprang das Film Council ein und verdoppelte sein finanzielles Engagement. Die ganzen Querelen und späten Entscheidungen erschwerten die Arbeit. Wir standen auf einmal ohne Studio da. Durch einen Verwaltungsfehler verloren wir unsere Reservierung in den Ealing-Studios. Shepperton war ausgebucht und in Pinewood - heute eine Geisterstadt - mussten wir uns mit einem viel zu kleinen Studio begnügen. Ein Kompromiss, der nicht nur unserem Kameramann viel abverlangte.

Großansicht Bald interessiert sich auch die hübsche Olga für Wunderkind Andrzej (Foto: Concorde)

Bald interessiert sich auch die hübsche Olga für Wunderkind Andrzej (Foto: Concorde)

Wie kamen Sie auf Daniel Brühl?

Nik Powell schwärmte nach der Verleihung des Europäischen Filmpreises von einem deutschen Schauspieler und schickte mich in "Good Bye, Lenin!". Ich war von Daniel Brühl angetan. Beim ersten Treffen beeindruckte mich sein Talent und seine außergewöhnliche Präsenz, sein Wille, diese schwierige Rolle durchzuziehen.

Wollen Sie trotz Ihrer schlechten Erfahrungen weiterhin als Regisseur arbeiten?

Ich bin von Natur aus kein Geschäftsmann und habe meine Lektion gelernt. Gerade wenn es um die Finanzierung geht, braucht man Nerven wie Stahlseile. Ich verstehe, dass sich Investoren in diesem Business nicht die Finger verbrennen und vor allem Sicherheit haben wollen. In Zukunft möchte ich als Schauspieler arbeiten und als Regisseur. Ich höre auf meine innere Stimme, die mir sagt, welche Prioritäten ich wann setzen soll.


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