Bodybuilder, Hollywoodstar, Gouverneur - Arnie hatte eigentlich schon alles, was ein Mann sich wünschen kann. Bis auf einen Harem.
Und auch den darf Arnold Schwarzenegger ab sofort sein eigen nennen - wenn auch nur im Film. Lange hatte man spekuliert, welcher Natur sein angekündigter Kurzauftritt im Remake von "In 80 Tagen um die Welt" sein würde. Jetzt stellte sich heraus, dass die Rolle des neuen Gouverneurs von Kalifornien auf höchst pikante Weise im Zusammenhang mit den Anschuldigungen steht, die im Wahlkampf gegen ihn erhoben wurden.
Damals wurde Schwarzenegger verdächtigt, mehrere Frauen sexuell belästigt und sogar begrapscht zu haben. Im Film spielt Arnie nun ausgerechnet einen Haremsherren.
Das 110 Mio. $ teure Abenteuer mit Steve Coogan als Phileas Fogg und Jackie Chan als dessen Diener Passepartout kommt in den USA am 16. Juni ins Kino. Schwarzenegger ist zwar nur fünf Minuten lang zu sehen, aber die haben's in sich:
Als schwarzgelockter Prinz Hapi, in kostbare Roben gekleidet und mit schwerem Schmuck behangen, lässt Schwarzenegger seine flinken Finger zunächst zart über die Saiten einer Mandoline gleiten - während zwei spärlich bekleidete Bauchtänzerinnen ihre exotischen Luxuskörper um seine Bettstatt schlängeln. Nach einem wüsten Bankett, bei dem Champagner in Strömen fließt, landet Arnie schließlich mit der schnuckeligen französischen Künstlerin Monique, gespielt von Cécile De France, in einer riesigen Badewanne. Dort jagt ein obszöner Scherz den nächsten.
Schließlich verfüttert er der anmutigen Nixe eine Erdbeere und raspelt kräftig Süßholz um sie davon abzubringen, weiter mit ihren Begleitern den Globus zu bereisen: "Du hast sieben Ehefrauen?" fragt Monique den Gouvernator. Der antwortet lüstern: "Für jeden Wochentag eine. Hast Du Dienstags Zeit?"
Koproduzent Hal Lieberman streitet ab, dass man je erwogen habe, die Szene wegen der politischen Brisanz herauszuschneiden: "Klar ist er im Film ein Frauenheld - aber schauen sie sich doch nur seine vorbildliche Ehe mit Maria Shriver an."
So wurde Schwarzenegger konsequenterweise auch zur US-Premiere eingeladen. Der Gouvernator sagte jedoch ab und ließ sein Büro verkünden, er werde keinerlei Aufgaben bei der Promotion des Films übernehmen.
Die fragliche Szene wurde übrigens letzten Juni vor den Toren Berlins gedreht - im Vorfeld von Schwarzeneggers Wahl zum Gouverneur. In den deutschen Kinos gibt's Arnies gewagten Auftritt ab 23. Dezember bestaunen.