Ihr Spielfilmdebüt "Jenseits der Stille" erzählt die Geschichte einer jungen Frau, deren Eltern taubstumm sind, und die in Konflikte gerät, als sie... - Foto: BR/Gerhard Blank http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz04/z0904200/b150x150.jpg Caroline Link

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Caroline Link


  • Geburtstag
    02.06.1964
  • Geburtsort
    Bad Nauheim

Ihr Spielfilmdebüt "Jenseits der Stille" erzählt die Geschichte einer jungen Frau, deren Eltern taubstumm sind, und die in Konflikte gerät, als sie Musikerin werden will und sich zwangsläufig von den Eltern lösen muss. Der Film wurde einer der großen Kinoerfolge der Saison 1996/97 und mit dem Bayerischen Filmpreis sowie drei Bundesfilmpreisen ausgezeichnet und für den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert.

Die in München lebende, 1964 in Bad Nauheim geborene Regisseurin Caroline Link absolvierte Praktika in den Bavaria-Studios und beendete ihr Studium an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen mit "Sommertage" (1990), der von der ersten Liebe eines 16-Jährigen erzählt. Regieassistenzen, Drehbucharbeit, Kinderfilme für das Fernsehen und der Dokumentarfilm "Das Glück zum Anfassen", in dem ein Fan von der Begegnung mit seinem Idol Jürgen Drews enttäuscht wird, führten Link zu "Jenseits der Stille".

Nicht zuletzt aufgrund ihrer Vorliebe für Geschichten ums Erwachsenwerden, Freundschaften und Familie gelang Link mit der Erich-Kästner-Verfilmung "Pünktchen und Anton" ein weiterer Publikumserfolg. Die modernisierte Geschichte um die Freundschaft zweier Zehnjähriger aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten machte aus dem Kinderbuchklassiker einen flotten und anspruchsvollen Familienfilm und erhielt den Bayerischen Filmpreis 1999. Sylvie Testud, Star aus "Jenseits der Stille", war hier als Aupairmädchen in einer tragenden Nebenrolle zu sehen.

Ihren größten Erfolg feierte Caroline Link mit ihrem dritten Kinofilm, der ihre bislang ausgereifteste Arbeit darstellt. Die Adaption von Stefanie Zweigs autobiografischem Bestseller "Nirgendwo in Afrika" wurde in den Kategorien "Beste Regie", "Beste Kamera", "Beste Musik" und "Bester Spielfilm" mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet und konnte mehr als 1,3 Mio. Besucher in die deutschen Kinos locken. Dieser Erfolg wurde durch die Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film noch gesteigert, gekrönt dann durch den tatsächliche Gewinn der begehrten Auszeichnung. Mit diesem Preis wurde davor nur ein deutscher Film - Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel" - sowie danach Henckel von Donnersmarcks "Das Leben der Anderen" geehrt.

Nach einer längeren Auszeit brachte Caroline Link 2008 ihr Drama "Im Winter ein Jahr" in die deutschen Kinos.

  • Geburtstag
    02.06.1964
  • Geburtsort
    Bad Nauheim
  • Geburtsland
    BRD
  • Familie
    eine Tochter (geb. 2002) mit Lebensgefährte Dominik Graf

"In Amerika kann ich so nicht arbeiten"

Regisseurin Caroline Link bereut es nicht, das Drama "Im Winter ein Jahr" in Deutschland gedreht zu haben - der Film war ursprünglich als US-Produktion geplant.

Großansicht Caroline Link gefiel an "Im Winter ein Jahr" vor allem die ungewöhnliche Konstellation der Hauptfiguren (Foto: Constantin)

Caroline Link gefiel an "Im Winter ein Jahr" vor allem die ungewöhnliche Konstellation der Hauptfiguren (Foto: Constantin)

Hatten Sie anfangs Bedenken, mit "Im Winter ein Jahr" einen Film zu drehen, in dem der Tod eine zentrale Rolle spielt?

CAROLINE LINK: Dass über die Entstehung eines Gemäldes die Trauer über einen verlorenen Menschen und diese Familiengeschichte erzählt wird, fand ich ganz ungewöhnlich und faszinierend. Auch die Beziehung, die zwischen dem Mädchen und dem Maler, gespielt von Karoline Herfurth und Josef Bierbichler, entsteht, ist eine ganz besondere.

Ich interessiere mich für solche ungewöhnlichen Konstellationen und bekam einfach Lust, mich mit dieser Geschichte zu beschäftigen. Sicherlich hat es auch damit zu tun, dass der Tod in meinem Leben plötzlich auch eine Rolle gespielt hatte. Mein Vater ist vor drei Jahren auf sehr unschöne Weise gestorben, und meine Tochter war als Säugling sehr krank. Das sind Erlebnisse, die einen dunklen Schatten auf mein bis dahin sehr unbeschwertes Leben geworfen haben. Dass der Tod sehr plötzlich im Wohnzimmer stehen kann, hat mich verunsichert und erschreckt.

Großansicht Corinna Harfouch muss in dem Drama den Selbstmord ihres Sohnes verarbeiten (Foto: Constantin)

Corinna Harfouch muss in dem Drama den Selbstmord ihres Sohnes verarbeiten (Foto: Constantin)

Was haben Sie persönlich aus diesem Film mitnehmen können?

Ich habe die gesamten Dreharbeiten so sehr genossen! Ich hatte mir davor viel zu viele Gedanken darüber gemacht, was mit Kind möglich ist, wie lange man weg sein kann, wie meine berufliche Zukunft jetzt wohl aussieht. Ich habe gelernt, wie wichtig meine Arbeit für mich ist und wie vital ich mich fühle, wenn ich drehen und eine Geschichte nach meinen Vorstellungen erzählen kann.

Klingt ein bisschen, als wäre der Oscar, den Sie 2003 für "Nirgendwo in Afrika" bekamen, wie eine Last für Sie gewesen.

Nein, natürlich habe ich mich über den Oscar gefreut und bin auch stolz darauf. Aber in der Konstellation mit meinem Baby war es ein bisschen schwierig für mich. Ich habe auch nicht grenzenlos viel Energie. Mir ist es zuviel, abends nach einem Drehtag noch auf dem Teppich mit Bauklötzen zu spielen. Da bin ich überfordert.


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