Calexico ist ein Kaff an der Grenze zwischen Mexico und Kalifornien. Joey Burns, Sänger, Gitarrist und Songschreiber der gleichnamigen Band, will dieser geografischen Situation musikalisch Rechnung tragen und versucht, die verschiedensten Stilrichtungen unter einen Hut zu bringen. Verzweifelt nach einem Etikett suchende Journalisten tun sich mit dem Gemisch aus Folk, Country, Rock, Mariachi, Latin und TexMex jedenfalls oft schwer. Die 1996 in Tucson, Arizona gegründete Band um das Duo Burns und den Schlagzeuger John Convertino ist Ergebnis endloser Sessions und einer gemeinsamen Vergangenheit bei Giant Sand. Bald erscheint "Spoke" (1996), eine Low-Budget-Produktion, dann das Album "The Black Light" (1998), das den über weite Strecken instrumentalen Gruppensound definiert und starke Beachtung bei Fans und Kritik findet. Die monoton-eindringlichen Stücke des Konzeptalbums handeln von Einsamkeit, der Wüste, Grenzgängern und Desperados. Der Nachfolger findet vor allem jenseits des Atlantiks viele neue Freunde solcher Einöd-Romantik: "Hot Rail" (2001) schafft es dank der Single "Chrystal Frontier" immerhin auf Platz 43 in den deutschen und sogar auf Platz sechs in den griechischen Charts. Die Konzerte der Gruppe werden oft mit Spannung erwartet, denn die Besetzung wechselt mit jeder Tournee, manchmal lassen sich Burns und Convertino darüber hinaus noch von einer kompletten Mariachi-Bläsergruppe unterstützen. Auch Marimbas, Vibraphon, Mundharmonika oder Pedal Steel Gitarren kommen zum Einsatz, vieles stammt dabei aus dem Fundus eines Instrumentenfriedhofs in Tucson. Musikalische Basis bleibt jedoch stets der schwere, psychedelisch angehauchte Wüstenrock der Band, der auch auf dem 2003 erschienen "Feast Of Wire" ein solides Fundament bildet. 2006 findet der einsame Sound seine Fortsetzung mit dem Album "Garden Ruin".