Deutscher Charakterschauspieler. Burghart Klaußner wurde vor allem durch seine Bühnenrollen bekannt, hat aber seit 1983 in über 50 Film- und TV-Produktionen mitgewirkt. Darsteller mit rundlichem Gesicht, listigen Augen und häufig mit Brille, kultiviert Klaußner den zunächst behäbigen, ruhigen Typ, der unter seinem gemütlichen Äußeren eine oft erschreckende Härte verbirgt. Er spielte schon früh Vaterrollen, so den vom zehnjährigen Sohn erschlagenen Bergmann in Wolfgang Beckers Ruhrgebietsdrama "Kinderspiele" (1992), später den aus der DDR in den Westen geflohenen Vater von Daniel Brühl, der seine Familie zurücklässt, in Beckers "Goodbye Lenin!" (2003), den Vater von Robert Stadtlober in Hans-Christian Schmids "Crazy" (2000) und den Vater von Sandra Hüller in Schmids "Requiem" (2006).
Burghart Klaußner wurde 1949 in Berlin geboren. 1969 begann er an der Freien Universität Berlin ein Studium der Germanistik und Theaterwissenschaften, wechselte 1970 an die Max-Reinhardt-Schule in Berlin und arbeitete zwischen 1970 und 1972 an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin. Er trat auf Bühnen von Hamburg, Köln, Stuttgart, Frankfurt am Main, Zürich und als Mitglied des Bochumer Schauspielhauses auf.
Im Fernsehen war Klaußner in Serien und Reihen wie "Tatort", "Faust", "Die Kommissarin", "Wolffs Revier", "Wilsberg" und "Solo für Schwarz"zu sehen und war der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Björn Engholm im Politthriller "Engholms Fall" (1993). Im Kinofilm gehörte er zum Ensemble von Helmut Dietls Gesellschafts- und Mediensatire "Rossini" (1997). 2006 spielte er in Christian Petzolds "Yella" an der Seite von Nina Hoss und Barbara Auer einen Arzt.
Für seine Rolle des von Daniel Brühl, Julia Jentsch und Mirko Stepic entführten Unternehmers und Alt-68ers in "Die fetten Jahre sind vorbei" wurde Klaußner 2005 mit dem Deutschen Filmpreis als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Auf dem Filmfestival Locarno 2006 wurde er als Bester Hauptdarsteller für "Der Mann von der Botschaft" (Regie: Dito Tsintsadze) ausgezeichnet. Klaußner gerät als Botschaftsmitarbeiter in Tiflis, Georgien, durch eine Prostituierte in Grenzbereiche seiner Existenz.
Burghart Klaußner spricht in Hörspielen und tourt mit seiner Swing-Band und einem Programm mit Chansons von Charles Trenet ("La mer").
Zehn Lolas für "Das weiße Band"
Nach dem Erfolg in Cannes und einer Oscar-Nominierung regnete es nun Lolas ...
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Zehn Mal mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet: "Das weiße Band" (Foto: X Verleih (Warner))
Michael Hanekes "Das weiße Band" ist seiner Favoritenrolle bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises - der Film war insgesamt 13 Mal nominiert gewesen - gerecht geworden. Mit zehn Auszeichnungen, darunter dem Deutschen Filmpreis in Gold zwei Lolas (bestes Drehbuch und beste Regie) für Haneke sowie jeweils eine für Christian Berger (beste Kamera/Bildgestaltung), Burghart Klaussner (bester Hauptdarsteller) und Maria-Victoria Dragus (beste Nebendarstellerin) erhielt er die mit Abstand meisten Filmpreise.
Der Deutsche Filmpreis in Silber ging an Hans-Christian Schmids "Sturm", mit dem Deutschen Filmpreis in Bronze wurde Feo Aladags "Die Fremde" ausgezeichnet, dessen Hauptdarstellerin Sibel Kekilli die Lola als beste Hauptdarstellerin erhielt.
Die Lola: Ein Herz auch für Komödien
Die Auszeichnung für die beste männliche Nebenrolle ging an Justus von Dohnanyi ("Männerherzen"), als bester Kinderfilm wurde "Vorstadtkrokodile" ausgezeichnet, als bester Dokumentarfilm "Das Herz von Jenin".
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