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Burghart Klaußner

Burghart Klaußner

Leben & Werk

Deutscher Charakterdarsteller. Er war bereits ein gestandener Theatermann und kontinuierlich in TV- und Filmproduktionen zu sehen, als er 2004 als cleverer Unternehmer in “Die fetten Jahre sind vorbei” seine Entführer, die Freizeit-Robin-Hoods Daniel Brühl, Julia Jentsch und Stipe Erceg alt aussehen ließ. Seitdem hat Burghart Klaußner als feiner und subtiler Charakterdarsteller deutscher Sprache in Haupt- und tragenden Nebenrollen geglänzt und Akzente gesetzt. Niemand wird seinen hartherzigen Pastor in Michael Hanekes “Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte” (2009) vergessen, sein liberaler Braunschweiger Schulleiter in “Der ganz große Traum” (2011) ist ein Paradebeispiel für Lehrer zwischen Zwängen und Wünschen, und sein von einer Scheinfamilie heimgesuchter Witwer in “Invasion” (2012) ein Mann zwischen Verlust und Hoffnung. In den letzten Jahren spielte Klaußner vermehrt Personen der Zeitgeschichte, so den bedeutenden Juristen und bundesdeutschen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der in “Die Heimatlosen” (2014/15) die für KZs zuständigen Nazis vor Gericht brachte und den berühmten Auschwitz-Prozess initiierte.

Burghart Klaußner wurde 1949 in Berlin geboren, begann 1969 an der FU das Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft und wechselte an die Berliner Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel, nach deren Absolvierung er 1972 Engagements an der Schaubühne am Halleschen Ufer, dem Maxim-Gorki-Theater und am Schiller-Theater fand. Es folgten Stationen in Frankfurt/Main, Köln, Stuttgart, Hamburg, Zürich und Bochum, wo er 2009 sein eigenes Stück “Marigold” inszenierte. 2012 wurde er für die Hauptrolle in Arthur Millers “Tod eines Handlungsreisenden” mit dem Rolf-Hares-Preis und dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet.

Klaußner debütierte 1982 als Wünschelrutengänger in Horst Königsteins Doku-Drama und Arnold-Zweig-Verfilmung “Das Beil von Wandsbek” und war 1983 Peter Sattmanns Partner in der Spionagegeschichte “Das Rätsel der Sandbank” (TV-Dreiteiler). In den 90er-Jahren sah man ihn als Kriminaldirektor Dr. Heimsen an der Seite von Evelyn Hamann in der Serie “Adelheid und ihre Mörder” (1993-2001). Er vertrat in Helmut Dietls genialer Satire “Rossini” (1997) als Rechtsanwalt den Erfolgsproduzenten Reiters (Heiner Lauterbach).

Mit Wolfgang Beckers “Kinderspiele” (1992), wo er den jähzornigen Vater verkörperte, setzte die Reihe seiner so differenziert wie variantenreich gespielten Väter und Vaterfiguren ein: der den behinderten Sohn im Internat abliefernde Vater in Hans-Christian Schmids “Crazy” (2000), der in den Westen geflüchtete Vater von Daniel Brühl in Beckers “Goodbye, Lenin!” (2003), der streng gläubige protestantische Vater von Sandra Hüller in Schmids “Requiem” (2008) und der Vater von Goethes Geliebter Lotte in “Goethe!” (2010).

Klaußner überzeugte als Berliner Bürgermeister Ernst Reuter in “Die Luftbrücke” (TV 2005), Klavierlehrer in “Der Novembermann” (2007, mit Götz George), Chemieprofessor und Vater im DDR-Drama “An die Grenze” (2006), Richter in “Der Vorleser” (2009) und in “Nachtzug nach Lissabon” (2013), Bundesanwalt im RAF-Drama “In den besten Jahren” (TV 2011), Oberst in Afghanistan in “Zwischen Welten” (2014), Hotelier Lorenz Adlon in “Das Adlon” (Dreiteiler 2013), Historiker Heinrich Maurer im Doku-Drama “George” (2013, über den Schauspieler Heinrich George), Hauptmann im besetzten Paris in Volker Schlöndorffs “Diplomatie” (2014) und als Chef der Reichskriminalpolizei Nebe, der in “Elser” (2014) Hitler-Attentäter Georg Elser jagt.

Klaußner wurde 2005 und 2009 für “Die fetten Jahre sind vorbei” und “Das weiße Band” jeweils mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Für seine Rolle als Diplomat in “Der Mann von der Botschaft” wurde er 2006 mit dem Darstellerpreis in Locarno geehrt. Für seine Leistungen als markanter Hörbuchsprecher und bei Lesungen wurde er 2011 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

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