Er arbeitete als Fischer, als ihn ein Sturm 1985 über einen Berufswechsel nachdenken ließ. Kurz danach begann der aus Bedford, Massachusetts,... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz04/z0204173/b150x150.jpg Brian Helgeland

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Brian Helgeland


  • Geburtsort
    Providence, Rhode Island

Er arbeitete als Fischer, als ihn ein Sturm 1985 über einen Berufswechsel nachdenken ließ. Kurz danach begann der aus Bedford, Massachusetts, stammende Brian Helgeland tatsächlich Drehbücher zu schreiben. Als Drehbuchautor gewann er den Oscar, als Regisseur wagte er mit Weltstar Mel Gibson einen Hard-Boiled-Krimi und förderte die Karriere des Jungstars Heath Ledger.

Helgeland spezialisierte sich auf Genrefilme und konnte als Drehbuchautor zunächst mit dem vierten Teil von Wes Cravens "Nightmare on Elm Street"-Serie, einer Episode der HBO-Serie "Geschichten aus der Gruft" und den Horrorthrillern "976 EVIL" und "Highway to Hell" auf sich aufmerksam machen. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Paranoia-Thriller "Fletchers Visionen", einem düsteren Verschwörungskrimi, in dem Mel Gibson als Taxifahrer und Julia Roberts als seine zuerst unfreiwillige Helferin einem Komplott aus Überwachungsstrategien und dirigierten Selbstmorden auf die Spur kommen. Das Buch überzeugte Gibson, der Helgeland 1998 zum Regiedebüt mit "Payback" verhalf, einer Mischung aus schwarzer Komödie und knallharter Rachegeschichte nach dem Roman von Donald E. Westlake, der 1967 auch John Boormans "Point Blank" (mit Lee Marvin) als Vorlage gedient hatte. Gibson ist der nach einem Coup verratene und niedergeschossene Ganove Porter, der nach seiner Genesung unerbittlich die Verantwortlichen jagt. Ähnlich hart und kompromisslos war Helgelands in Zusammenarbeit mit Regisseur Curtis Hanson entstandenes Drehbuch zum Cop-Movie "L.A. Confidential", der als bester Noir-Krimi der 90er Jahre gilt. Russell Crowe, Kevin Spacey und Guy Pearce sind drei im L.A. der 50er Jahre arbeitende Cops, die auf unterschiedliche Weise mit Korruption in den eigenen Reihen, sexuellen Obsessionen, Gewalt und Karriere umgehen, wobei Spacey auf der Strecke bleibt. Für das Buch erhielten Helgeland und Hanson nicht nur den Oscar, sondern auch zahlreiche weitere Drehbuchpreise und eine Golden-Globe-Nominierung. Auf gänzlich anderes Genre-Terrain wagte sich Helgeland als Regisseur mit seinem zweiten Film "Ritter aus Leidenschaft" (2001), der die Abenteuer eines Junkers (Heath Ledger) erzählt, der sich nach dem Tod des Meisters unter Pseudonym seinen Traum von der Ritterschaft erfüllt. Die Ritterturniere sind, als bewusster Anachronismus, von Rockmusik begleitete Sport-Events. Darauf folgend lieferte er das Drehbuch zu Clint Eastwoods "Blood Work" und zu der Comic-Superhelden-Verfilmung "Daredevil". 2002 inszenierte er nach eigenem Buch und erneut mit Heath Ledger in der Hauptrolle das Drama "The Sin Eater" über einen jungen, zweifelnden Priester, der in einen Mordfall verwickelt wird.

  • Geburtsort
    Providence, Rhode Island
  • Geburtsland
    USA

Sean Penn zum ersten Mal bei den Oscars

"Ich würde mich schämen, dabei zu sein!"

Großansicht Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger)

Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger)

So hatte Sean Penn noch 2001 über die Oscar-Verleihung gespottet. Auch den Golden Globe für den besten Hauptdarsteller in einem Drama, den er gerade für seinen Auftritt in "Mystic River" erhalten hat, nahm er nicht persönlich entgegen. Er verbrachte lieber mit seiner Tochter einen gemütlichen Abend zuhause.

Als am Dienstag bekannt wurde, dass Penn auch bei den Academy Awards als bester Hauptdarsteller nominiert ist, ging daher jeder in Hollywood davon aus, dass das Enfant Terrible einmal mehr durch Abwesenheit glänzen würde. Doch jetzt hat Penn durchblicken lassen, dass er in diesem Jahr erstmals höchstpersönlich zum schillerndsten Event der Traumfabrik aufzukreuzen gedenkt.

Und das ist schlicht eine Sensation. Immerhin war Penn bereits drei mal nominiert: 1996 für "Dead Man Walking", 1999 für "Sweet and Lowdown" und 2002 für "Ich bin Sam". Stets hatte Penn die Einladung der Academy unbesehen in den Müll geworfen - und dazu keine Gelegenheit ausgelassen, die Kollegen und ihr Schaulaufen am Roten Teppich, bei der Verleihung und bei den berüchtigten After-Show-Parties mit ätzendem Spott zu überhäufen:

"Bei den Oscars kriegst du entweder zwei Sekunden um Gott zu danken oder du bist Statist in einer fürchterlichen, komplett durchgestylten Fernsehshow."

Ich tu's ja nicht für mich

Eine Erklärung für den Sinneswandel des unbequemen Charakterdarstellers gibt es auch schon. Ein enger Freund von Penn:

"Er tut es für 'Mystic River' - er will sich einfach für den Film einsetzen."

Eine Frage der Kollegialität also? Immerhin sind außer Penn auch Tim Robbins und Marcia Gay Harden als beste Nebendarsteller nominiert, dazu Brian Helgeland für seine grandiose Drehbuchadaption des Romans von Dennis Lehane und Clint Eastwood für die Regie. Auch im Rennen um die Auszeichnung für den besten Film ist "Mystic River" dabei. Anders als "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs", der mit 11 Nominierungen zahlenmäßig vorne liegt, ist Eastwoods episches Juwel um die sich unaufhaltsam drehende Spirale der Gewalt damit in den am höchsten angesehenen Kategorien nominiert.

Penn selbst hatte kurz nach seiner Nominierung gesagt: "Ich freue mich für meine Freunde in 'Mystic River' und dass ihre großartige Arbeit so gewürdigt wird. Und ich fühle mich geehrt, dass auch meine Leistung anerkannt wird."

Das ist zwar noch keine offizielle Zusage, aber es klingt auf jeden Fall völlig anders, als Penns sonstige Kommentare zum Thema Oscars. Dass der geläuterte Rebell sich wirklich in die Höhle des Showbiz-Löwen wagt, sollte man allerdings erst glauben, wenn die Fernsehkameras im Kodak Theater zu Los Angeles am 29. Februar den ersten spektakulären Schwenk über Hollywoods Hochkaräter tätigen und sich das markante Antlitz des Sean Penn tatsächlich in der gespannt wartenden Schauspielerriege findet.


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