Er wurde innerhalb weniger Jahre zu einem der meistgesuchten Regisseure Hollywoods, verhalf Jackie Chan mit den "Rush Hour"-Actionkomödien zu den... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max12/kuk12/kuk20/u1220120/b150x150.jpg Brett Ratner
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Brett Ratner

  • Geburtstag
    28.03.1969
  • Geburtsort
    Miami Beach, Florida

Er wurde innerhalb weniger Jahre zu einem der meistgesuchten Regisseure Hollywoods, verhalf Jackie Chan mit den "Rush Hour"-Actionkomödien zu den beiden erfolgreichsten Filmen seiner Karriere, lancierte den schwarzen Komiker Chris Tucker in drei Filmen und wagte sich mit "Roter Drache" an die stargespickte Neuverfilmung eines Stoffes um den Serienkiller Hannibal Lecter.

Regisseur Brett Ratner wurde 1969 in Miami in eine jüdische Familie geboren, träumte bereits als Junge vom Film und schrieb sich mit 16 als jüngster Student im Hauptfach Film an der New York University ein, wo er Steven Spielbergs Firma Amblin überreden konnte, seinen Abschlussfilm über einen Kinderstar ("Whatever happened to Mason Reese") zu finanzieren. Nach einem Porträt des Hip-Hop-Impresarios Russell Simmons landete Ratner im Bereich des Musikvideos und inszenierte über 100 Clips mit Mariah Carey, Wu Tang Clan, Mary J. Blige, Foxy Brown, P. Diddy und anderen. Das berühmteste, 1999 mit dem MTV Award ausgezeichnete Musikvideo wurde Madonnas "Beautiful Stranger", Titelsong zu "Austin Powers in geheimer Missionarsstellung".

Vorher entstand 1997 Ratners Debütfilm "Money Talks - Geld stinkt nicht", Überraschungserfolg in den USA mit Charlie Sheen als glücklosem TV-Reporter, der an einen von Chris Tucker gespielten Kleinganoven gerät und mit ihm gefährliche Situationen besteht. Mit "Rush Hour" gelang Ratner der erste seiner Welthits: Jackie Chan als Elitepolizist muss sich in Los Angeles bei einem Entführungsfall mit einer Nervensäge von Partner (Tucker) herumschlagen. Im noch erfolgreicheren Sequel "Rush Hour 2" verschlägt es die beiden erst nach Hongkong, dann nach Las Vegas. Beide Actionkomödien verbinden Chans virtuose Kampfkunst und Artistik mit Tuckers losem Mundwerk und Clownerien, im zweiten Teil ist Zhang Ziyi ("Tiger & Dragon") als Profikillerin mit von der Partie. Der dritte Teil wird im Sommer 2006 gedreht.

Mit "Family Man" entstand 1999 ein Fantasy-Weihnachtsfilm für die ganze Familie, in dem Nicolas Cage als reicher Broker zeitweise ein zweites Leben als Reifenverkäufer führen muss und Gefallen am Leben der kleinen Leute findet. Der Thriller "Roter Drache" (2002) war Ratners Neuverfilmung von Michael Manns "Blutmond" (1986), beide nach der Romanvorlage von Thomas Harris, der die Figur des kultivierten Kannibalen erfunden hat. In dieser Vorgeschichte zu "Das Schweigen der Lämmer" spielte Sir Anthony Hopkins den Serienkiller zum dritten Mal, um ihn agieren Emily Watson, Edward Norton und Ralph Fiennes. Der Film vervollständigte nach Ridley Scotts "Hannibal" die Lecter-Trilogie.

Brett Ratner inszenierte mit Pierce Brosnan und Salma Hayek in den Hauptrollen 2004 die Meisterdieb-Komödie "After the Sunset", die Brosnan in seiner Nach-Bond-Zeit eine der schönsten selbstironischen und entspannten Rollen seiner Karriere bot. Danach solte er "Superman Returns" inszenieren, übernahm jedoch, als die Suche nach einem geeigneten Hauptdarsteller zu lange dauerte, die Regie von "X-Men - Der letzte Widerstand", der der erfolgreichste Teil des Franchise wurde. Dessen erste Teile hatte Bryan Singer inszeniert, der sozusagen im Switching Director's Verfahren den Superman-Film übernahm.

Ratner wurde für Kurzfilme und Werbespots mehrfach ausgezeichnet und erhielt für sein Engagement um die Resozialisierung Obdachloser den Spirit of Chrysalis Award. Sein Lieblingsfilm ist Howard Hawks' "Scarface" (1932), Lieblingsregisseur ist Hal Ashby ("Harold & Maude", "Shampoo"), Quentin Tarantinos "Reservoir Dogs" schätzt er als "ein beinahe perfekter Film" ein. Durch die Arbeit an Musikvideos kennt sich Ratner in der Rap-Szene aus und formulierte schön politisch inkorrekt: "Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Juden aus Miami und einem Rapstar. Beiden wollen den Cadillac und die diamantbesetzte Rolex."

Ratner ist seit 1997 mit der Schauspielerin Rebecca Gayheart liiert und hatte u.a. Dates mit Tennis-Star Serena Williams.

  • Geburtstag
    28.03.1969
  • Geburtsort
    Miami Beach, Florida
  • Geburtsland
    USA
Oscars: "The Artist" und Meryl Streep große Sieger

Ich habe einen Oscar! Ich … ich habe meine Dankesrede vergessen!

Großansicht Von der Academy mehrfach gewürdigt: Das Stummfilm-Kunstwerk "The Artist" und Meryl Streeps "Die Eiserne Lady". (Foto: ©A.M.P.A.S)

Von der Academy mehrfach gewürdigt: Das Stummfilm-Kunstwerk "The Artist" und Meryl Streeps "Die Eiserne Lady". (Foto: ©A.M.P.A.S)

Regisseur Michel Hazanavicius ging es wie den Helden seines Films - er war sprachlos! Sein Filmkunstwerk "The Artist" um eine Liebe in den letzten Tagen des Stummfilms ist von der Academy überraschend mit 5 Oscars zum meistprämierten Film gekürt worden - darunter Preise in allen drei "Königskategorien": Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller!

Doch der Franzose mit litauischen Vorfahren fand seine Sprache bald wieder, hielt eine überschwängliche Dankesrede und endete mit Worten, so poetisch wie sein Filmkunstwerk: "Im Film geht es um das Leben. Und an manchen Tagen ist das Leben wunderbar. Heute ist solch ein Tag. Danke! Danke!"

Ebenfalls fünf Oscars gingen an Martin Scorseses Verfilmung des Kultkinderbuchs "Hugo Cabret". Allerdings gab's die Goldjungs ausnahmslos in Bereichen, die in Hollywood eher zu den Nebenkategorien gezählt werden: Kamera, Visual Effects (hier stach man etwas überraschend den Blockbuster "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" aus), Ausstattung, Ton und Tonschnitt. Damit war Martin Scorsese eher einer der Verlierer des Abends.

Die Veteranin als heulender Backfisch

Ganz anders Academy-Liebling Meryl Streep. Auch sie hatte zu den Oscar-Favoriten gezählt, doch ihr Traum erfüllte sich auch: Streeps fast schon gespenstisch gute Leistung als britische Ex-Premierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" brachte ihr bei der siebzehnten (!) Nominierung erwartungsgemäß endlich den dritten Oscar nach "Kramer gegen Kramer" und "Sophies Entscheidung".

Überraschenderweise verlor die Veteranin auf der Bühne des Kodak Theatre nach einem launigen Einstieg in ihre Dankesrede ("Ganz Amerika denkt sich jetzt 'Oh nein, nicht sie schon wieder'"!) komplett die Fassung und brach - unter stehenden Ovationen - in Tränen aus: "Ich werde wahrscheinlich nicht noch einmal hier oben stehen, also danke an Euch alle!" Trotz ihrer überragenden mimischen Leistung dankte Meryl Streep auch ihren Maskenbildnern, die ebenfalls einen Oscar erhielten.

Charmanter Franzose, geschasste US-Superstars

Kollege Jean Dujardin, der als Stummfilmstar in "The Artist" wirklich alle darstellerischen Register zieht, machte es dagegen kurz: "Ich liebe Euer Land!", schmeichelte er französisch-charmant dem Auditorium in Los Angeles, das eher mit George Clooney als Sieger für seine Rolle als überforderter Vater in "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten" gerechnet hatte. Clooney durfte sich aber zumindest über einen Drehbuch-Oscar für "The Ides of March" freuen.

Eine herbe Enttäuschung war die Oscar-Verleihung sowohl für Steven Spielbergs Kriegspferd-Epos "Gefährten" wie auch "Moneyball" mit Brad Pitt als revolutionärem Baseball-Coach. Trotz sechs Nominierungen gingen beide Filme komplett leer aus -weil in den entsprechenden Kategorien zumeist entweder "Hugo Cabret" oder "The Artist" punkteten.

Lange Gesichter in Deutschland

Auch aus deutscher Sicht boten die 84. Academy Awards keinen Grund zum Feiern. Für den Auslands-Oscar war der deutsche Vorschlag "Pina" gar nicht erst nominiert worden, hier machte erwartungsgemäß erstmals ein iranischer Beitrag das Rennen, "Nader und Simin - Eine Trennung". Aber als beste Doku war Wim Wenders' lyrisches 3D-Juwel um das Schaffen der verstorbenen Choreographie-Legende Pina Bausch nominiert und als Sieg-Kandidat gehandelt worden. Hier machte aber der US-Beitrag "Undefeated" um den Aufstieg eines erfolglosen Football-Teams das Rennen.

Die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl ("Anonymus") musste sich den Oscar-Abonnenten Dante Ferretti und Francesca Lo Schiavo für "Hugo Cabret" geschlagen geben und der deutsche Kurzfilm "Raju" zog gegen "The Shore" um eine Freundschaft im Nordirlandkonflikt den Kürzeren. Zumindest waren aber die deutschen Effektkünstler Alex Henning und Ben Grossmann von der Frankfurter Firma Pixomondo am Visual-FX-Oscar für "Hugo Cabret" beteiligt.

82 Jahre Übung für eine Dankesrede

Als ältester Schauspieler aller Zeiten gewann Christopher Plummer einen Oscar als Nebendarsteller in "Beginners". Der 82-Jährige erlebt im Film von Mike Mills zum Erstaunen seines Sohnes (Ewan McGregor) ein spätes Coming Out. Die Dankesrede des Veteranen zählte zu den absoluten Highlights der diesjährigen Academy Awards. Mit Blick auf die Oscar-Statue in seinen Händen begann Christopher Plummer:

"Mann, Du bist nur zwei Jahre älter als ich, wo warst Du nur die ganze Zeit?!?" Dann wandte er sich ans Publikum: "Wisst ihr, schon als ich aus der Gebärmutter meiner Mutter kam, habe ich diese Dankesrede einzuüben begonnen. Zu Eurem Glück ist das jetzt so lange her, dass ich sie inzwischen vergessen habe. Also: Danke!"

Feucht wie einst Halle Berry

Den Preis für die beste weibliche Nebenrolle überreichte Batman Christian Bale an Octavia Spencer, die in "The Help" eine mutige schwarze Haushaltsgehilfin spielt. Die Gewinnerin nutzte die Chance für einen Flirt: "Danke, dass ihr mich neben den heißesten Typen im Raum gestellt habt!" Spencers Dankesrede ersoff dann aber fast komplett in einer Tränenflut, die Halle Berry alle Ehre machte. Die letzten Worte "Danke… Welt!" konnte man nur noch erahnen.

Zum besten Animationsfilm wurde erwartungsgemäß "Rango" gekürt - eine besondere Genugtuung für Regisseur Gore Verbinski, der in Hollywood wegen seiner drei "Fluch der Karibik"-Filme als Popcorn-Filmemacher verschrien gewesen war. Er dankte überschwänglich Johnny Depp, der im Original dem titelgebenden Wildwest-Chamäleon seine Stimme leiht.

Trapez- und Sprach-Akrobatik

Als großes Highlight war eine Performance der legendären Artisten des Cirque du Soleil angekündigt worden - auch, weil mit 50 Künstlern die größte Truppe für einen Einzelauftritt der Truppe bereit stand. Die Hommage an Filmklassiker wie Hitchcocks "Verdacht" oder "King Kong" wirkte aber recht konventionell, trotz hoch in der Kuppel des Kodak Theatre schwebender Trapeze.

Erwartet souverän agierte Moderator Billy Crystal, der nur Notnagel war, nachdem das eigentlich vorgesehene Duo von Moderator Eddie Murphy und Produzent Brett Ratner wegen rassistischer Entgleisungen Ratners gehen musste. So kündigte Crystal den von seiner Krebserkrankung sichtbar erholten Michael Douglas als Präsentator für den Regie-Oscar mit den Worten an: "He occupied Wall Street, long before that was cool - Er besetzte die Wall Street, lange bevor das als cool galt!"

Und Crystal, der schon zum neunten Mal Oscar-Gastgeber war, lieferte den besten Trost für alle Verlierer des Abends, indem er die Bedeutung der Preisverleihung mit den ironischen Worten relativierte: "Nichts lenkt einen besser von den Wirtschaftskrisen in aller Welt ab, als einem Haufen Millionäre dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig goldene Statuen in die Hand drücken…"

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