Er wechselt die Genres und Charaktere wie andere die Hemden, ist als krachender Komiker, Psychopath und Höhlenmensch so überzeugend wie als Abenteuerarchäologe, homosexueller Gärtner und von einer Teufelin verfolgter Computertechniker. Brendan Fraser wurde früh auf albern komische Filme festgelegt, durchbrach das Schema aber immer wieder erfolgreich und landete mit "Die Mumie" den größten Erfolg einer hochinteressanten Karriere vom Debilo-Tarzan zum Comic-Zeichner und romantischen Exzentriker. Als Workaholic drehte Fraser seit seinem Spielfilmdebüt 1992 bis 2001 über 20 Filme, machte dazu TV- und Theaterarbeiten.
Geboren 1968 in Indianapolis und in Europa und Kanada aufgewachsen, debütierte Fraser als jüdischer Student in "Der Außenseiter" und landete direkt im Anschluss mit "Steinzeit Junior" als naiver Neandertaler einen Hit, der ihn beinahe frühzeitig abgestempelt hätte. Doch Fraser schaffte es, zwischen Filmen als ausgeflippter Rockmusiker ("Airheads"), blöder Tarzan-Nachfolger ("George - Der aus dem Dschungel kam") und von Elizabeth Hurley als weiblicher Luzifer ständig mit irgendeinem Handicap ausgestatteter "Traummann" ("Teuflisch") Charakterporträts abzuliefern: so als mit Shirley MacLaine sich fetzender scharfzüngiger falscher Schwager ("Mrs. Winterbourne"), bibelfester Psychopath ("The Passion of Darkly Noon") und amerikanischer Diplomat in Vietnam (in der Graham-Greene-Verfilmung "The Quiet American", 2001).
Mit dem Schauspieler Ian McKellen, der in "Gods and Monsters" den gealterten Horrorfilmregisseur James Whale spielte, der seinem Liebhaber, dem Gärtner (Fraser), eine Funktion als Todesengel zuweist, verbindet Fraser eine Erinnerung: Er schrieb dem großen englischen Mimen einen Fanbrief, den dieser höflich beantwortete, ohne zunächst an eine Zusammenarbeit zu denken, die dann doch zustande kam. Frasers größter Publikumserfolg wurde der Fremdenlegionär in "Die Mumie", der die rassige Archäologin (Rachel Weisz) und ihren Kollegen vor der zum Leben erwachten Mumie des Hohen Priesters Imhotep rettet und Wüstenstürme und andere Widrigkeiten des Action-Abenteuers übersteht, dessen Fortsetzung 2001 in die Kinos kam.
Im Oscar-gekrönten US-Drama "L.A. Crash" wird er zusammen mit Filmehefrau Sandra Bullock Opfer eines Überfalls auf offener Strasse. Zusammen mit dem ganzen Ensemble durfte er 2006 den Black Reel in Empfang nehmen. Im zweiten Sequel "Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers" reist Fraser als Archäologe nach Shanghai, während sein Sohn gleichzeitig in China auf ein geheimnisvolles Grabmal stößt. Der Schauspieler ist im Liebedrama "The Air I Breathe" mit von der Partie und er reist in "Journey to the Center of the Earth" zum Mittelpunkt der Erde. Der Film spielt in der Gegenwart und ist komplett in 3D gefilmt.
Bei der Preisverleihung ShoWest 2008 wurde er für seine ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen gewürdigt.
Der Schauspieler war seit 1998 mit seiner langjährigen Freundin, der Schauspielerin Afton Smith, verheiratet und hat drei Söhne. An Weihnachten 2007 ließ sich das Paar scheiden.
Harrison Ford klebt sich Drehbuch auf die Stirn
Schauspieler haben's schwer, denn sie müssen verdammt viel auswändig lernen. Doch Veteran Harrison Ford hat keinerlei Verständnis für Textpannen bei seinen Kollegen.
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Zwiegespräch mit Spickzettel: Harrison Ford und Brendan Fraser in "Ausnahmesituation" (Foto: Concorde)
Allerdings waren die Dialoge in Harrison Fords neuem Film "Ausnahmesituation" auch besonders vertrackt. Er spielt einen Wissenschaftler, der ein Heilmittel für den seltenen, lebensbedrohlichen Gendefekt zweier Kinder sucht. Den Vater der beiden mimt "Mumie"-Star Brendan Fraser. Die Unterhaltungen zwischen den beiden Hauptdarstellern strotzen daher nur so vor schwierigen medizinischen Fachbegriffen.
Am Ende eines langen Drehtags verhedderte sich Fraser derart bei seinen Textzeilen, dass Harrison Ford der Geduldsfaden riss. Fraser wollte sich noch entschuldigen und meinte kleinlaut: "Mann, es tut mir leid, ich kriege diesen Satz irgendwie einfach nicht hin ..."
Ich will meine Kohle zurück!
Darauf polterte Ford: "Fuck, Du musst diesen Satz aber hinkriegen, denn in dem verdammten Satz steckt eine Menge Geld!" Dann schnappte sich der sichtlich wütende Harrison Ford ein Stück Klebeband, schrieb den gesamten Dialog darauf und pappte sich den Streifen direkt auf die Stirn, die in der Aufnahme nicht zu sehen war. Im nächsten Take las Brendan Fraser seinen Text von dort ab und die Szene war endlich im Kasten.
Dass der ansonsten für seine Freundlichkeit beliebte Harrison Ford derart ausrastete, hat übrigens einen guten Grund. Der Film, der auf einer wahren Geschichte basiert, ist für den Star aus "Indiana Jones" ein echtes Herzensprojekt. Harrison Ford ist daher auch Produzent von "Ausnahmesituation". Als er also sagte, es gehe um Geld, meinte er damit sein eigenes ...