Brad Silberling hat vor zwei Jahren mit "Moonlight Mile" eine persönliche Tragödie aufgearbeitet. Mit "Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse" widmet er sich nun einem Stoff mit Franchise-Potenzial.
Eigentlich hatte ich nicht vor, mich nach "Casper" wieder der Familienunterhaltung zuzuwenden. Ich stand der Sache zunächst misstrauisch gegenüber. Doch nachdem ich die ersten drei Erzählungen gelesen hatte, war ich überrascht, wie umstürzlerisch und verspielt sie sind. Das hat mich davon überzeugt, dass man daraus einen fantasievollen Film machen könnte, der Erwachsene und Kinder gleichermaßen begeistert.
Ich glaube der Daniel wollte sich bewusst von "Harry Potter" abgrenzen: Dort werden Probleme oft einfach mit Magie gelöst. "Lemony Snicket" beschreibt eine Welt, in der - ganz wie in der Realität - Ereignisse nicht immer erklärbar sind und Menschen für ihre Taten nicht immer belohnt werden.
Man muss lernen, optimistisch zu sein, auch wenn man mit der dunklen Seite des Lebens konfrontiert wird. Das unterscheidet die Kinder im Film von den meisten anderen: Diese ungetrübt positive Haltung wollte ich herausstellen. Davon können die Kinder im Kino lernen.
Das, was auch Daniel Handler hat feststellen müssen. Journalisten und Zuschauer waren ebenso geschockt: Wie kann so eine Geschichte aus einem Studio kommen, ohne vorher "desinfiziert" und angepasst zu werden? Ich musste nicht viel kämpfen. Die Leute sind hungrig nach etwas Neuem, das nicht den Geschichten ähnelt, mit denen man seit Jahren überflutet wird. Das ist für mich eine ermutigende Entdeckung.
Was die Leute sehen, ist nicht in erster Linie Tims Stil, sondern der von Edward Gorey - Tims wohl liebster Künstler. Das Set ist ein bisschen expressionistisch und die Farbtöne und Kameraperspektiven haben sicher etwas von Gorey. Das ist amüsant, denn Handler hat einen Text geschrieben, der etwas von Roald Dahl, Gorey und Dickens hat. Wir wollten diese verschiedenen Stile ausprobieren und zusammenführen. Gorey war schon lange vor Tim Burton ein Star. Mein Grafiker Rick Heinrichs ist auch ein großer Fan von Gorey. Rick war zusammen mit Tim beim Cal Arts Institute.
Meine Tochter ist erst drei. Ich möchte warten, bis sie zwei oder drei Jahre älter ist. Leute reden sehr viel darüber, was Furcht einflößend ist und was nicht. Ich glaube, dass es einer der schlimmsten Albträume von Kindern ist, dass es einen bösen Mann gibt, der immer wieder zurückkommt.
Ich würde meine Tochter dann natürlich begleiten. Jeder Elternteil sollte die Sensibilität seines Kindes selbst einschätzen.
Der Sohn von Jims Manager ist ein großer Fan der Bücher und meinte, dass Jim einfach Graf Olaf spielen müsse. Also ist ein kleiner Mann namens Sam Miller für das Casting verantwortlich. Jim ist ein herrlicher Komödiant und ein beeindruckender Charakterdarsteller. Das in einem Film zu verbinden, ist herrlich.
Ich lege mich nicht gerne fest. Das sieht man an meinen bisherigen Filmen. Kinderfilme sind tatsächlich die schwierigsten. Die kindliche Vorstellungskraft ist unglaublich, was hohe Erwartungen an einen Film stellt. Deswegen ist es sehr schwer, erfolgreich in der Familienunterhaltung zu arbeiten.
Das einzige, was wir geändert haben, war der Schluss. Wir hatten zuerst vor, zu zeigen, wie Olaf mit Hilfe seiner Kumpane an Drähten über das Publikum fliegt und entkommt. Doch die jungen Zuschauer dachten, das sei nur eine Fantasie. In den Büchern ist es aber sehr wichtig, dass Graf Olaf immer davon kommt. Also haben wir die Szene gelöscht und lassen nun mit den Schilderungen aus dem Munde von Lemony Snicket keinen Zweifel daran, dass Olaf entwischt.
Eltern waren während der Tests immer leicht verstimmt, weil sie nicht verstanden, warum die Geschwister nicht mit netten und zurechnungsfähigen Aufsichtspersonen in Kontakt kommen und warum die Erwachsenen so schlecht dargestellt werden. Aber die Kinder hatten ein unglaublich feines Gespür für die Geschichte.
Ich habe Handler am 13. Januar getroffen. Er ist mit seinem elften Buch schon halb fertig. Jim Carrey wurde von Paramount schon für weitere Teile verpflichtet. Ich bin für alles offen.
Mich hat vor allem fasziniert, dass wir eine handgemachte Welt geschaffen haben. Wir haben alle Drehorte, egal ob innen oder außen, als echte Sets aufgebaut und nicht im Computer erzeugt. Wenn also das Drehbuch stimmt und Jims Terminkalender es zulässt, dann ist ein Sequel sehr gut möglich.
Als ich "Casper" drehte, hatte ich zunächst gar keine Ahnung davon. Nach dem Film war ich ein echter CGI-Freak - was nicht heißt, dass ich mich darin verliebt hatte. Ich sehe es als Werkzeug, ich weiß, wie ich damit umzugehen habe, mag es aber eigentlich nicht besonders. Handfeste Kulissen sind mir lieber. Die machen auch die Arbeit der Schauspieler einfacher. Organische Sets machen einfach mehr Spaß.
Im Gegenteil: Gerade weil die Kinder mit den virtuellen Bildern aus den Videospiel-Konsolen überflutet sind, sind sie gar nicht mehr gewöhnt an das alte Hollywood. Dadurch wird dieses Flair alten Stils wieder interessant. Es muss Raum für beides geben. Reine CGI-Filme im Kino sind nicht das Allheilmittel: Schließlich haben die Kinder zu Hause schon in viel faszinierenden Welten am Computer gespielt.
Wenn man das wirtschaftlich bewertet, geht es ja um Folgendes: Ein solcher Film soll nicht nur das Kind, sondern auch seine Eltern und Großeltern am Samstagnachmittag ins Kino locken. Wenn das gelingt, sind die Chancen hoch, dass der Film, finanziell gesehen, erfolgreich ist. Die Dreamworks-Filme "Shrek" und "Große Haie - kleine Fische" oder die Pixar-Filme "Findet Nemo" oder "Die Unglaublichen" sind von Leuten gemacht worden, die - egal wie alt sie sind, ob nun 20 oder 50 Jahre - irgendwie Kind geblieben sind.
Ich bin 41 Jahre alt, fühle mich aber wie 15. Nun haben wir selbst Kinder, was einen dazu befähigt, nicht nur für sich selbst als Teenager im Kopf einen Film zu machen, sondern auch für die Kinder.
Ich sollte den ersten drehen, weil ich zuvor "Stadt der Engel" für Warner gemacht habe. Dann aber wurden andere Kontakte wurden geknüpft, und ich wandte mich meinen eigenen Projekten zu.
Ich denke, all diese Filme, so großartig sie sind, haben das Problem, dass die Geschichten immer in einer Schule mit den selben Figuren spielen. Alle wegweisenden Entscheidungen wurden am Anfang getroffen. Als Regisseur ist das weniger befriedigend, weil man nicht mehr so kreativ sein kann. Deswegen habe ich abgelehnt, als sie für den dritten Teil bei mir anfragten. Sollte ich nicht die Fortsetzung zu "Lemony Snicket" drehen, dann hätte ein anderer Regisseur immer noch die Möglichkeit, seiner Kreativität mit Jim Carrey und den beiden Kindern an den unterschiedlichsten Orten und mit dem fantasievollen Hintergründen freien Lauf zu lassen.
Das ist die Geschichte einer Gruppe sudanesischer Flüchtlinge Ende der 80er Jahre. Meistens waren es Waisenkinder im Alter von vier bis fünf oder acht bis neun Jahren. Die sudanesische Regierung rekrutierte damals Kinder für den Bürgerkrieg. Viele konnten nach Äthiopien flüchten, wurden aber auch dort nach einiger Zeit wieder vertrieben. Als USA und UNO Wind davon bekamen, wurden einige von ihnen in die Staaten gebracht. Im Frühjahr werden wir mit den Planungen und im Spätsommer in Namibia und Südafrika mit den Dreharbeiten beginnen.