Vom Teenie-Schwarm zum populären Weltstar gelang Brad Pitt eine außergewöhnliche Filmkarriere. Der blonde, hochgewachsene und sportliche Schauspieler hatte jahrelang mit seinem blendenden Aussehen zu kämpfen, doch Mitte der 90er-Jahre wurden auch seine guten schauspielerischen Leistungen endlich anerkannt. Pitt spielt in Blockbustern wie "Troja" ebenso wie in risikoreichen Produktionen, im Independent- und Arthouse-Kino ("Babel") wie in Genrefilmen ("Ocean's Eleven" und Fortsetzungen). Seine Verbindungen mit Hollywoods Traumfrauen sorgen regelmäßig für Schlagzeilen.
William Bradley "Brad" Pitt wurde 1963 in Shawnee, Oklahoma, als Sohn einer Baptistenfamilie geboren, die Wert auf religiöse Erziehung legte, wuchs in Springfield auf und studierte nach Abschluss der Highschool an der University of Columbia Journalismus und Werbung, was er später in der Fernsehserie "Glory Days", in der er einen jungen Journalisten spielte, gewinnbringend umsetzen konnte. Pitt gehörte dort der Studentenverbindung Simga Chi an.
Ein Jahr vor dem Abschluss gab er das Studium auf, verheimlichte es den Eltern und zog nach Los Angeles, wo er kleine Auftritte in TV-Serien, darunter einen Zehn-Sekunden-Auftritt in "Dallas" absolvierte. Pitt schlug sich als Kellner, Limo-Verkäufer und in Hähnchen-Verkleidung für die Restaurant-Kette "El Pollo Loco" durch. Ein Werbespot für Levis-Jeans sorgte für den endgültigen Karriereschub.
Als Pitt, der bei Roy London Schauspielunterricht nahm, als charmanter Tramper Geena Davis in "Thelma & Louise" verführt, wird er über Nacht zum James Dean der 90er-Jahre hochgejubelt. Mit Filmen wie "Interview mit einem Vampir" (Golden Globe-Nominierung) oder als Robert Redfords Alter Ego in "Legenden der Leidenschaft" festigte er seinen Ruf als "Sexiest man alive" (People Magazin 1994, 1995 und 2000), steuerte aber gleichzeitig mit schlampigem Aussehen und Auftreten in "True Romance" und "Kalifornia" (als Serienmörder) gegen, um nicht als Sex-Symbol verheizt zu werden.
Nach der Zusammenarbeit mit Regisseuren wie David Fincher und Terry Gilliam für "Sieben" (als nervöser, ehrgeiziger und aggressiver junger Polizist auf Serienmörderjagd) und "Fight Club" als Champion der Schläger) sowie "12 Monkeys" (als psychopathischer Insasse einer Irrenanstalt der Zukunft) war diese Gefahr jedoch beseitigt: Pitt hat bewiesen, dass mehr in ihm steckt und er fähig ist, auch im Charakterfach zu bestehen.
Steven Soderbergh holte ihn als einen von George Clooneys Spießgesellen für die Gaunerkomödien "Ocean's Eleven" (wo er als Running Gag in jeder neuen Szene etwas anderes isst) beziehungsweise "Twelve" und "Thirteen" vor die Kamera, und in Wolfgang Petersens "Troja" übernahm er die Rolle des antiken Helden Achilles.
Pitt festigte seine Karriere an der Seite von Angelina Jolie in "Mr. & Mrs. Smith" (2005) als Profikiller-Ehepaar, das jeweils nichts vom Beruf des anderen ahnt und aufeinander angesetzt wird. Parallel dazu zeigte er in Alejandro Gonzalez-Inarritus "Babel" als Mann, der seine von einer verirrten Kugel angeschossene Ehefrau (Cate Blanchett) in der marokkanischen Wüste retten will, eine kontrollierte reife Leistung.
Darstellerisch weiter gereift präsentierte sich Brad Pitt im fast meditativen Western "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" und erreichte mit seiner Rolle eines rückwärts Alternden in "Der seltsame Fall des Benjamin Button" - erneut mit David Fincher im Regiestuhl - einen Karrierehöhepunkt.
Erdig-brachial forderte er Nazi-Skalps in Quentin Tarantinos Satire "Inglourious Basterds" und bewies in "Burn After Reading", wie man intelligent einen geistig Minderbemittelten spielt.
Höchstes Lob heimste Brad Pitt dann für seinen Auftritt als strenger Vater von Sean Penn im episch-philosophischen Seins-Drama "The Tree of Life" von Kinomagier Terrence Malick.
Brad Pitt war mit seinen Filmpartnerinnen Juliette Lewis ("Kalifornia") und Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow ("Sieben") liiert und von 2000 bis 2005 mit Jennifer Aniston (Star von "Friends", wo er einen Gastauftritt hat) verheiratet. Nach der Scheidung heiratete er Angelina Jolie, das Paar hat insgesamt sechs leibliche bzw. Adoptivkinder.
Brad Pitt gibt Kindern Cola zum Frühstück
Tee, Kakao und Orangensaft sollten Kinder morgens zu sich nehmen, um gestärkt und gesund in den Tag zu starten. Nicht so im Hause Pitt-Jolie.
Großansicht
Brad Pitt weiß, was Kinder brauchen (Foto: Kurt Krieger)
Bei den sechs Kindern ist es durchaus nachvollziehbar, dass es gerade in der Früh recht turbulent zugeht. Die einen wollen nicht aus den Federn, die anderen schlafen über ihren Cornflakes fast wieder ein. Kein Wunder, dass Brad Pitt und Angelina Jolie manchmal zu drastischen Mitteln greifen müssen, um die Rasselbande in die Gänge zu kriegen.
Altes Hausmittel, das wach und aktiv macht: Cola. Obwohl in dem Getränk reichlich Zucker und Koffein enthalten ist, sieht Brad Pitt kein Problem darin, seinen Kindern schon zum Frühstück ein Glas davon vorzusetzen: "Ich gebe zu, dass wir manchmal Tage haben, an denen wir sagen: 'Ihr müsst aufstehen. Aufstehen! Hier sind eure Schuhe. Hier sind eure Schuhe! Trinkt die Cola. Trinkt die Cola! Und zwar ganz! Trinkt! Trinkt!' Nur, damit sie aufwachen und wir los können." Diese Methode ist vielleicht pädagogisch nicht besonders wertvoll, scheint aber dabei zu helfen, die Kinderschar in den Griff zu kriegen.
Nachwuchs im Doppelpack
Wenn Brad Pitt und Angelina Jolie jetzt schon zu solchen Mitteln greifen, dürfen sie sich auf die Zeit freuen, wenn Kind Nummer sieben und acht ebenfalls versorgt werden wollen. Denn angeblich erwartet das Schauspielerpaar demnächst noch einmal Zwillinge.