Mit ihren Filmen unterlaufen die Brüder Peter und Bobby Farrelly gezielt die US-Doktrin der "political correctness", indem sie mit den Formen des Slapstick, der Farce, der Groteske und des verbal wie visuell drastischen Gags unterhalb der Gürtellinie Geschmacksvorschriften torpedieren. Die Komödien der Brüder bestehen aus Lachern und Lachnummern mit Narren, Sozio- wie Schizopathen sowie schriller Typenkomik und klassischen Verwechslungsszenen, burlesken Arrangements des Stummfilms und Seitenhieben aufs Genrekino. Zu den unvergesslichen Höhepunkten zählen die Hinrichtung einer Kuh, die Wiederbelebung eines betäubten Schoßhundes und die mit der Sperma-Locke in Cameron Diaz' Haar endende Badezimmer-Expedition von Ben Stiller.
Die Farrellys, Bobby ist eineinhalb Jahre jünger als Peter, wurden in Cumberland auf Rhode Island geboren und stiegen mit dem Verkauf von zwei Episoden für die TV-Serie "Seinfeld" ins Geschäft ein. Es folgten Drehbucharbeiten mit "Dumm und Dümmer", der den Komiker Jim Carrey berühmt machte, und 1994 das Regiedebüt. Zwei Tolpatsche mit Niedrigst-IQ stolpern am Rockzipfel einer schönen reichen Frau in einen Kidnapping-Fall. Der Bowling-Komödie "Kingpin" (1996, mit Woody Harrelson) folgte mit "Verrückt nach Mary" 1998 der größte Erfolg des Teams. Vier schräge Typen reißen sich um die Blondine Mary (Cameron Diaz) und geraten vom Penis-Einklemm-Problem bis zur Angelhaken-Reißprobe in die peinlichsten Zwischen- und Unfälle. "Mary" wurde für mehrere Auszeichnungen nominiert und erhielt den Preis der New Yorker Filmkritik (für Cameron Diaz) und vier MTV Awards (u. a. bester Film, beste Schauspielerin).
Jim Carrey kehrte in "Ich, beide & sie" zu den Farrellys zurück und spielte als brillanter Hauptdarsteller einen freundlichen US-Polizisten, der schizophren wird und sich in ein aggressives, zotiges, brutales und fäkalorientiertes zweites Ich verwandelt. Mit Pillen bekommt er es zeitweilig in den Griff, während er eine junge Frau (Renee Zellweger) durch Neuengland eskortiert.
In "Schwer verliebt" kommt der romantische Zug der Regisseure voll zum Tragen. Erst nach einer Hypnose stellt der Möchte-Gern-Frauenheld Hal (Jack Black) sein Interesse für Top-Models ein und verliebt sich in die 150 kg schwere Rosemary, in der er aber nur die gertenschlanke Gwyneth Paltrow sieht. Aberwitzig und zugleich symbolträchtig ist sechste Kinofilm der Farrelly-Brüder, "Unzertrennlich", in dem die an den Hüften zusammengewachsenen siamesischen Zwillinge Bob (Matt Damon) und Walt (Greg Kinnear) auf Erfolgskurs nach Hollywood sind. 2005 nahmen die Regisseure Nick Hornbys Roman "Fever Pitch" in "Ein Mann für eine Saison" als Vorlage und casteten für ihre leider vorhersehbare Komödie Drew Barrymore und Jimmy Fallon. Nach neun Jahren arbeitete das Regie-Duo 2007 erneut mit Ben Stiller in dem Film "Nach 7 Tagen - Ausgeflittert" zusammen. Dieser spielt einen 40jährigen Single, der endlich die Frau seines Lebens zu finden scheint und diese nach sechs Wochen heiratet. In den Flitterwochen muss er jedoch feststellen, dass hinter der Fassade seiner Traumfrau ein echter Alptraum steckt.
Knoxville bei den Paralympics
Die Einschaltquoten bei der letzen Live-Übertragung der Paralympics sprechen eine deutliche Sprache: Die Olympiade von Athleten mit Behinderung rückt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Jetzt nimmt sich auch die Traumfabrik des Sport-Events an.
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Scharf auf die Gold-Medaille: Johnny Knoxville (Foto: UIP)
Das brüderliche Produzenten-Duo Bobby und Peter Farrelly ("Unzertrennlich") plant eine Komödie, deren Handlung sich um das Sportereignis dreht, an der nach der Olympiade die zweitmeisten Athleten teilnehmen. Johnny Knoxville, der für das Erfolgsprojekt "Jackass" verantwortlich zeichnete, übernimmt die Hauptrolle.
In "The Ringer" mimt Knoxville einen geistig zurückgebliebenen Mann, der es einfach nicht schafft, einen Job zu finden. Seine Verdrossenheit wird immer größer - genau wie sein Schuldenberg. Eigentlich kann ihm nur noch ein Wunder aus seiner misslichen Lage helfen.
Mit Sport aus der Schuldenfalle
Doch dann entdeckt der Arbeitslose den Behinderten-Sport für sich. Besonders im Ringen ist er ein absolutes Ass und er meldet sich kurzentschlossen für die nächsten Paralympics an. Allerdings treibt ihn nicht nur der sportliche Ehrgeiz: Bei einer Gold-Medallie winken einträgliche Werbeverträge - die Chance, endlich auch seine Finanzen wieder in Ordnung zu bringen.
Neben Knoxville wirken auch Brian Cox ("The Ring"), Jed Rees ("Galaxy Quest") und Katherine Heigl ("Schrei, wenn Du kannst") in der Komödie "The Ringer" mit, die von Barry W. Blaustein inszeniert wird. Die erste Klappe fällt noch in diesem Monat.