Wegen seiner bullig untersetzten, leicht kugelförmigen Gestalt ist er liebevoll "Kugelblitz" genannt worden, was zu dem Charakter seiner Figuren passt, die aus unterdrückten Gefühlen oder latenter Gewaltbereitschaft immer kurz vor der Explosion stehen. Der durchdringende Blick (der aus seiner Kurzsichtigkeit herrührt) unterstreicht die physische Präsenz des britischen Schauspielers.
Bob Hoskins (geb. 1942) spielte Theater, bevor er 1973 im Fernsehen und 1975 im Film debütierte. Seinen Durchbruch hatte er als Gangsterboss in "Rififi am Karfreitag", der keine Rififi-Story erzählt, sondern Hoskins als aufstrebenden Londoner Unterweltler zeigt, der unter Druck gerät. Weltweit berühmt wurde er als gutmütiger Chauffeur der Prostituierten in Neil Jordans "Mona Lisa" und vor allem als Privatdetektiv, der in dem tricktechnischen Meilenstein "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" einen verzweifelt komischen Kampf mit den Comic-Figuren aus Toonland ausficht.
Seitdem verlor sich Hoskins in Krimis ("Mord im Spiegel"), skurrilen Komödien ("Der Gefallen, die Uhr und der sehr große Fisch", "Meerjungfrauen küssen besser", an der Seite von Cher) sowie als Klempner in dem nach einem Videospiel entstandenen Fantasy-Film "Super Marios Bros.", bis er mit der Rolle des sanften, von seiner gestorbenen Mutter unterdrückten Kochs und Serienmörders in Atom Egoyans "Felicia, mein Engel" ein glanzvolles künstlerisches Comeback feierte.
Einige Jahre arbeitete Hoskins verstärkt für das Fernsehen, war aber auch weiterhin regelmäßig auf der Leinwand zu sehen, so als Krushchev in "Duell - Enemy at the Gates", als einer der drei Freunde, die die Asche ihres verstorbenen Kumpels in der britischen Ensemble-Charakterstudie "Letzte Runde" im Meer verstreuen sollen, in Mira Nairs Thackeray-Verfilmung "Vanity Fair" sowie als Schwager von Bobby Darin in Kevin Spaceys Biopic "Beyond the Sea". Danach spielte Hoskins im Thriller "Unleashed - Entfesselt" nach einem Skript von Luc Besson sowie in "Die Maske 2" (dem untergegangenen Sequel des 1994er Jim-Carrey-Hits) mit.
Für seine Arbeit als ausführender Produzent und Darsteller in Stephen Frears "Lady Henderson präsentiert" über das Londoner Music Hall-Theater Ende der 1930er Jahre wurde Hoskins 2006 für den Golden Globe nominiert. Im selben Jahr besetzte Marc Forster den Schauspieler in seinem Psychothriller "Stay", und ein Jahr später wird er in "Die Hollywood-Verschwörung" als Studiochef Eddie Mannix von seiner Frau betrogen, die ein Verhältnis mit dem Superman-Darsteller George Reeves hatte. Der historische Todesfall des Schauspielers ist Mittelpunkt des Filmdramas. 2008 rekrutierte er als Leiter des Amtes für Innere Sicherheit in "Doomsday - Tag der Rache" ein Team von Spezialisten, welches die Ausbreitung eines tödlichen Virus verhindern soll.
Bob Hoskins fand auch hinter der Kamera seinen Platz. So inszenierte er 1987 in der Tschechoslowakei den Spielfilm "Raggedy", eine Kriegs- und Zigeunerballade, und 1995 den Märchenfilm "Over the Rainbow".
Nach 11 Jahren Ehe ließ er sich 1978 von Jane Livesey scheiden, mit der er zwei Kinder hat, und heiratete 1982 Linda Banwell.
Kristen Stewart dreimal als Schneewittchen
Einmal ist keinmal für Produzent Joe Roth. Er möchte sein neuestes Filmprojekt "Snow White And The Huntsman" mit "Twilight"-Star Kristen Stewart in der Hauptrolle im Dreierpack auf die Leinwand bringen.
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Soll dreimal als Schneewittchen vor die Kamera: Kristen Stewart (Foto: Kurt Krieger)
Mit der Verfilmung von Märchenstoffen kennt sich Joe Roth bestens aus. Schließlich hat der Produzent schon "Alice im Wunderland" mit Johnny Depp zu neuen Höhenflügen verholfen. Jetzt ist der Märchenklassiker "Schneewittchen und die sieben Zwerge" der Gebrüder Grimm an der Reihe. Aber im Gegensatz zu "Alice im Wunderland" plant Roth diesmal keine einmalige Sache, sondern einen Dreiteiler mit "Twilight"-Star Kristen Stewart in der Hauptrolle.
"Wir haben ihn als ersten in einer Reihe von Filmen geplant", verrät Roth über "Snow White and the Huntsman", für den Anfang August die erste Klappe fallen soll. Der US-Filmstart ist für den 1. Juni 2012 vorgesehen. Auf dem Regiestuhl nimmt Rupert Sanders Platz, neben Kristen Stewart werden Stars wie Charlize Theron, Bob Hoskins und Chris Hemsworth vor der Kamera agieren.
Ein Jäger möchte Kristen Stewart an den Kragen
Auch zur Handlung ließ sich Roth einige Informationen entlocken: "Wir behalten die grundsätzliche Geschichte auf dieselbe Art bei, wie wir es bei 'Alice im Wunderland' gemacht haben. Ein junges Mädchen, das Königin werden soll und verstoßen wird. Der Jäger ist ein Söldner, ein Kerl, der in den Wäldern sehr geschickt ist, geschickter als die meisten. Sein Job ist es, entlaufene Mädchen einzufangen, die alle wegen der Königin aus dem Königreich fliehen. Wenn wir ihn zum ersten Mal sehen, ist er ein gewöhnlicher Kopfgeldjäger. Er ist kein netter Kerl. Darüber hinaus hat er seine Hoffnung und seinen Glauben verloren. Seit dem Tod seiner Frau hat er alles aufgegeben".
Kristen wird als Schneewittchen nicht das Burgfräulein in Not spielen. Vielmehr ist sie arglos und flieht nach elfjähriger Gefangenschaft von der bösen Königin, wobei sie lernt, sich als Kämpferin im Wald durchzusetzen. Ungehalten über die Flucht und beunruhigt durch die Prophezeiung ihres Spiegels, hetzt die First Lady Schneewittchen den Mädchenjäger auf den Hals. Schöner Stoff für ein spannendes Action-Abenteuer!