Der populärste, berühmteste, reichste und lange Jahre höchstbezahlte ("Midas of Comedy") Komiker Bob Hope erreichte das Alter von 100 Jahren und... http://www.kino.de/_assets/pics/kinode-logo-150x50.png Bob Hope

Steckbrief

Bob Hope


  • Bürgerlicher Name
    Leslie Townes Hope
  • Geburtstag
    29.05.1903
  • Geburtsort
    Eltham, London
  • gestorben
    27.07.2003
ohne Abbildung

Der populärste, berühmteste, reichste und lange Jahre höchstbezahlte ("Midas of Comedy") Komiker Bob Hope erreichte das Alter von 100 Jahren und war im Lauf seiner Karriere durch Radio- und TV-Shows, Filme, Broadway Shows und unzählige Auftritte bei der Truppenbetreuung vor Generationen von amerikanischen Soldaten in mehreren Kriegen irgendwo in der Welt zu einem nationalen Symbol geworden und kannte alle US-Präsidenten seit Roosevelt persönlich.

Unter dem Namen Leslie Townes Hope in Eltham (England) geboren, kam Hope 1907 mit den kinderreichen Eltern in die USA, besuchte die High School in Cleveland und wurde Laufbursche für eine Motorenfabrik. Für den sich Bob Hope nennenden Habenichts mit Segelohren, der spitzen Nase, dem zu großer Beweglichkeit fähigen kantigen Kinn und dem breiten Grinsen wurden alle Hoffnungen des amerikanischen Traums wahr. Sein Rezept: Er brachte über viele Jahrzehnte die Menschen zum Lachen. Zuerst in Revuen und Bühnenmusicals, dann in Kurzfilmen und ab 1938 mit der ersten Hauptrolle auch in Kinofilmen. Hopes trockener Humor, sein Wortwitz, der mit zahlreichen Anspielungen auf Kollegen, aktuelles Geschehen und sexuelle Zweideutigkeiten durchsetzt war, und die Situationskomik kamen in allen Schichten der Bevölkerung an. Hope kultivierte vor Woody Allen den Typus des kauzigen Feiglings, dessen Versuche, sich als romantischer Held zu bewähren, fehlschlagen.

Zu den bekanntesten erfolgreichen Filmen gehören zwei Westernkomödien, in denen die imposante Jane Russell seine Partnerin war: "Bleichgesicht im Wilden Westen" (1948) und "Bleichgesicht Junior" (1952) beziehen ihre Komik aus Russells 'männlichem' Auftreten als bleifeste Pistolenlady und Hopes hasenfüßigem Zahnarzt "Painless" Peter Potter. Die Western-Parodie "Ein Schuss und 50 Tote" erreichte den Witz der Vorgänger allerdings nicht. In "Junggeselle im Paradies" (1961) recherchiert er als Autor inkognito in einem eintönigen Vorort und wird Liebling der Damen von Lana Turner bis Paula Prentiss. Die besten Filme drehte er mit Partner Bing Crosby seit "Road to Singapore" (1940), deren Sequels (Bali, Hongkong) sich zu einer Serie formten, die von Crosbys Smartness und Hopes blinder Tatkraft lebten, mit absurden Gags arbeiteten (eine Flaschenpost enthält die Nachricht: "Bei Rückgabe Flaschenpfand") und sich später immer häufiger mit Inside Jokes auf sich selbst bezogen ("Ich glaub', ich hab' das alles schon mal erlebt."). Als Partnerinnen traten Dorothy Lamour und zuletzt Joan Collins auf. Hope und Crosby sehen direkt in die Kamera, reden mit dem Publikum, Kamele und Schafe sprechen, irgendein bekannter Schauspieler taucht kurz auf und verschwindet wieder, Ausschnitte aus bekannten Filmen ("The African Queen") unterbrechen die Handlung. Hopes Filme standen jedoch immer im Schatten seiner wesentlich erfolgreicheren Radio- und TV-Shows, für die er ein Heer von Gagschreibern beschäftigte.

Hope, der nie eine Universität besuchte, wurde mit unzähligen Doktorhüten, Ehrungen und vier Ehren-Oscars bedacht. Er war Veranstalter von Golfturnieren und veröffentlichte mehrere Bücher über sich, das Showbusiness und das Golfspielen. Über Hopes Super-Patriotismus lässt sich streiten, aber er genoss ungeheures nationales Ansehen. Der Entertainer starb in seinem Haus an einer Lungenentzündung.

  • Bürgerlicher Name
    Leslie Townes Hope
  • Geburtstag
    29.05.1903
  • Geburtsort
    Eltham, London
  • Geburtsland
    Großbritannien

Oscars: Colin Firth dankt wie in "The King's Speech", Natalie Portman weint

"Wenn Du nominiert bist und dann Deinen Namen hörst - das fühlt sich an wie ein lautloses impressionistisches Gemälde…"

Großansicht Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S)

Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S)

So beschrieb Hollywoods Liebling Tom Hanks zu Beginn den besonderen Reiz einer Oscar-Verleihung. Dieser blumige Vergleich muss auch den großen Sieger Colin Firth verwirrt haben. Denn der Brite rang ganz wie seine stotternde Filmfigur König George in "The King's Speech" mit den richtigen Worten, nachdem er den magischen Satz "And the Oscar goes to… Colin Firth" gehört hatte: "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, das sich den Weg zu meinen Füßen bahnen will - aber meinen Freudentanz will ich lieber niemandem zumuten."

Den Rest seiner Dankesrede absolvierte Colin Firth sichtlich um Fassung bemüht im Stotterrhythmus - und dabei war garantiert kein Method Acting im Spiel: Der feinsinnige Brite steckte nicht etwa noch in seiner Rolle fest, er war schlicht vollkommen überwältigt.

Dabei war Colin Firths Sieg ebenso wenig überraschend wie der Preis für Natalie Portmans Glanzleistung in "Black Swan". Als Ballerina, die unter enormem Leistungsdruck die Grenzen ihres Körpers und ihrer Seele überschreitet, beeindruckte sie wie Millionen deutscher Kinozuschauer auch die ehrwürdige Academy - und nahm den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegen.

"Das ist der Wahnsinn!", rief Natalie Portman und kämpfte bei jedem Wort mit den Tränen. Sie dankte brav ihren Eltern sowie Luc Besson für ihre erste Rolle in "Leon - der Profi". Als sie sich schließlich an den Choreographen von "Black Swan", Benjamin Millepied, wandte, verlor Portman endgültig die Fassung: "Du hast mir die wichtigste Rolle meines Lebens gegeben", schluchzte Natalie dem Mann entgegen, von dem sie ein Kind erwartet.

Großansicht Großer Verlierer des Abends: "True Grit" von den Coen-Brüdern (Foto: Paramount)

Großer Verlierer des Abends: "True Grit" von den Coen-Brüdern (Foto: Paramount)

Der größte Verlierer

Tränen dürfte es auch bei den Coen-Brüdern gegeben haben: Ihr Western-Remake "True Grit" war zehn Mal nominiert und ging dennoch vollkommen leer aus. Stattdessen wurde "The King's Speech" mit vier Goldjungs neben "Inception" (ebenfalls vier Preise) der meistausgezeichnete Film des Abends. Dabei heimste das berührende Monarchendrama, das insgesamt zwölf Mal nominiert war, allerdings den wichtigsten Oscar für den besten Film ein. Außerdem gewann Newcomer Tom Hooper gleich auf Anhieb den begehrten Regie-Oscar. Auch fürs Drehbuch gab's einen Academy Award. "Inception" erhielt die Preise eher in den kleineren technischen Kategorien wie Visual Effects, Kamera und Ton.

Auch der hochgehandelte "The Social Network" gewann nur drei von acht möglichen Oscars (adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Musik). Dafür überraschte Autor Aaron Sorkin mit einem Plädoyer für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Film alles andere als gut wegkommt: Ohne ihn wäre keine Revolution in Nordafrika möglich geworden, gab Aaron Sorkin zu bedenken.

Großansicht Christian Bale erhielt eine Trophäe für die beste Nebenrolle in "The Fighter" (Foto: Senator)

Christian Bale erhielt eine Trophäe für die beste Nebenrolle in "The Fighter" (Foto: Senator)

Ärger um das F-Wort

Einer der wenigen Momente schallenden Gelächters in einer ansonsten arg braven Oscar-Nacht war ausgerechnet Christian Bale zu verdanken. Er gewann den Preis für die beste Nebenrolle als Mark Wahlbergs Bruder in "The Fighter" und spielte auf der Bühne mit seinem Image als spaßgebremster Perfektionist: "Ich werde hier keine F**k-Arie ablassen, das kennt ihr ja schon zur Genüge von mir!" Bale hatte sich am Set von "Terminator 4" einen legendären Ausraster geleistet und einen Beleuchter minutenlang wüst beschimpft, weil dieser durchs Bild gelaufen war.

Auch der zweite Nebenrollen-Oscar ging an "The Fighter": Melissa Leo, die zuletzt schon für "Frozen River" nominiert gewesen war, wurde für ihren Part als biestige Mutter der boxenden Brüder Wahlberg und Bale ausgezeichnet. Sie benutzte in ihrer Dankesrede allerdings tatsächlich das böse F-Wort: "Als Kate Winslet hier oben stand, sah das so verf*ckt einfach aus!" In der US-Übertragung, die wegen des Superbowl-Eklats (Janet Jacksons "Nipplegate") um einige Sekunden zeitversetzt über den Äther ging, wurde diese Stelle prompt überpiept.

Großansicht Bester ausländischer Film: Das Familiendrama "In einer besseren Welt" (Foto: Universum)

Bester ausländischer Film: Das Familiendrama "In einer besseren Welt" (Foto: Universum)

Ausnahmsweise kein deutscher Jubel

Den Auslands-Oscar gewann Susanne Bier für Dänemark mit dem Familiendrama "In einer besseren Welt". Ein deutscher Beitrag war in diesem Jahr ausnahmsweise nicht nominiert. Deutsche Oscar-Chancen hatten aber Hans Zimmer für die Musik in "Inception" sowie Jakob Schuh und Max Lang für ihren animierten Kurzfilm "Der Grüffelo" gehabt. Die Preise gewannen jedoch "The Social Network" respektive "The Lost Thing".

Als bester animierter Spielfilm wurde erwartungsgemäß "Toy Story 3" geehrt, der auch als bester Film nominiert gewesen war. Für Ausstattung und Kostüme erhielt Tim Burtons knallbunte Mär "Alice im Wunderland" zwei Oscars, beim Makeup triumphierte - fast zwangsläufig - "Wolfman".

Großansicht Nicht die Moderatoren sondern Hollywood-Legende Kirk Douglas sorgt für besondere Momente (Foto: Kurt Krieger)

Nicht die Moderatoren sondern Hollywood-Legende Kirk Douglas sorgt für besondere Momente (Foto: Kurt Krieger)

Wall Street hinter Gitter und greise Flirt-Attacke

Einiges Aufsehen erregte die Dankesrede von Charles Ferguson, der für seine Finanzkrisen-Doku "Inside Job" einen Oscar erhielt: "Vor drei Jahren wurde eine weltweite Finanzkatastrophe durch massive Betrügereien verursacht. Doch bis heute musste dafür noch kein einziger Finanz-Manager ins Gefängnis. Da läuft etwas völlig falsch!"

Ach ja, außer den Gewinnern waren auch noch zwei Moderatoren im Kodak Theatre von Los Angeles zugange. Allerdings fielen Anne Hathaway und James Franco kaum auf, obwohl Letzterer sogar als Hauptdarsteller in "127 Hours" (der bei sechs Nominierungen komplett leer ausging) selbst eine Oscar-Chance hatte. Wie mau die Gags der beiden waren, zeigte eine Rückblende auf Bob Hopes genial-pointierte Moderationen - die waren sogar in schwarzweiß lebendiger als die des Jahres 2011!

So war der schönste Oscar-Moment der 83. Verleihung auch nicht Anne Hathaway oder James Franco zu verdanken, sondern einer 94-jährigen Hollywood-Legende: Kirk Douglas! Am Stock gehend und mit schleppender, kaum zu verstehender Stimme verlieh er den Preis für die beste Nebendarstellerin. Dabei erwies er sich als galanter Charmeur: "Du siehst toll aus! Wo warst Du nur, als ich noch Filme gedreht habe?", fragte er eine errötende Anne Hathaway.

Antwort: weit weg von einer Oscar-Verleihung - und das wäre wohl besser auch so geblieben…


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