Billy Wilder

Billy Wilder

Leben & Werk

Billy Wilder (1906-2002) galt vor allem als Meister temporeicher, hintergründiger und zynischer Komödien, von denen “Manche mögen’s heiß” mit Marilyn Monroe, Jack Lemmon und Tony Curtis der Klassiker wurde, und “Das Appartement” der künstlerisch bedeutsamste. Viele seiner Filme wurden Oscar-prämiert, und er selbst verbreitete bis ins hohe Alter in Interviews und Interview-Filmen (“Billy, How did You Do It?”, 1992, von Volker Schlöndorff) immer neue Legenden und Pointen über Leben und Werk. Billy Wilder, geboren 1906 im heute polnischen Galizien, arbeitete für Boulevardblätter und schrieb Anfang der 30er-Jahre Drehbücher (“Menschen am Sonntag“, “Emil und die Detektive”), bevor er nach dem Reichstagsbrand über Frankreich in die USA emigrierte, wo er erst für Ernst Lubitsch (“Blaubarts achte Frau“, “Ninotschka”) Dialoge und Drehbücher schrieb, bevor er mit der Komödie “Der Major und das Mädchen” (mit Ginger Rogers in einer Hosenrolle) als Regisseur debütierte. Wilder wurde nach dem Erfolg von “Fünf Gräber bis Kairo” (mit Erich von Stroheim als Rommel), dem Film noir “Frau ohne Gewissen” (mit Barbara Stanwyck) und dem Alkoholiker-Drama “Das letzte Wochenende“, der ihm den ersten Regie-Oscar einbrachte, einer der Erfolgsregisseure Hollywoods. Seine teils beißende Kritik kommt in Filmen wie “Sunset Boulevard” (mit Gloria Swanson als alternder Diva) oder “Reporter des Satans” (mit Kirk Douglas) ebenso zum Ausdruck, wie in dem Lagerfilm “Stalag 17″. Wilder inszenierte Starkino mit James Stewart als Flieger Charles Lindbergh, Marilyn Monroe in “Das verflixte siebte Jahr”, Charles Laughton und Marlene Dietrich in “Zeugin der Anklage” oder Shirley MacLaine und Jack Lemmon in “Irma La Douce“, der süßesten Hure von Paris. Das Duo Jack Lemmon und Walter Matthau trat seit “Der Glückspilz” drei Mal vor Wilders Kamera. In den 50er-Jahren wurde Wilder sein eigener Produzent und arbeitete abwechselnd für vier Studios. Seine Kalte-Kriegs-Komödie “Eins, zwei drei” (1961) wurde wegen des Mauerbaus in Berlin in München weitergedreht, erst ein Misserfolg und in den 80er-Jahren ein Kultfilm. In den 90er-Jahren wurde Wilder, der nach “Buddy, Buddy” (1981) keinen Film mehr inszenierte, Berater bei Filmprojekten und mit Ehrungen überhäuft. Wilder war einer der größten Kunstsammler der USA und starb im Alter von 95 Jahren in Beverly Hills an den Folgen einer Lungenentzündung.

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