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Benno Fürmann

Benno Fürmann

Leben & Werk

Kraftvoll, vital, zupackend, draufgängerisch, gutaussehend mit durchtrainiertem Körper, zu melancholischen Tönen, manischen Anwandlungen, aggressiven Ausbrüchen, provozierendem Zynismus, tragischer Verschlossenheit, charmanter Großzügigkeit und überschäumender Freude fähig, hat sich Benno Fürmann mit physischer Präsenz und beeindruckender Mimik nach TV-Jahren auch im Film zu einem aufregenden Schauspieler entwickelt.

Kein “Til Schweiger für Arme”, wie er mal bespöttelt wurde, sondern auf der Suche nach Neuem, bringt Fürmann vom geborenen Loser bis zum Manager und Agent provocateur eine seltene und vielseitige Spannbreite an Charakteren zu intensivem Leinwandleben.

1972 geboren, debütierte Fürmann in einer Nebenrolle in Edgar Reitz’ TV-Reihe “Die zweite Heimat”, ging nach New York ans Actors’ Studio von Lee Strasberg und wurde nach der Rückkehr 1994 mit der Rolle des sympathischen Tankwarts in der Serie “Und tschüss” bekannt.

Etliche TV-Jahre später, nach Rollen in “Siebenstein”, “Schicksalsspiel”, “Landgang für Ringo” und “Candy”, spielte er sich mit der Titelrolle in Roland Suso Richters Biopic “Die Bubi Scholz Story” (1997) nach oben. War er in der Krimikomödie “Der Eisbär” cooler Slacker und abgefahrener Autodieb und in Sönke Wortmanns “St. Pauli Nacht” der Lude, der auf dem Kiez von Armin Rohde erschossen wird, so gab er in Caroline Links “Pünktchen und Anton” den diebischen Eisverkäufer Carlos.

Seit “‘ne günstige Gelegenheit”, wo er an der Seite von Armin Rohde in eine verrückte Entführung geriet, übernahm Fürmann Hauptrollen. In dem Horrorthriller “Anatomie” war er der adrette Medizinstudent Hein im Rautenpulli, der es als teuflischer Antihippokrat auf Franka Potente abgesehen hat, und in “Freunde” geriet er als Polizist in Gewissenskonflikte wegen eines als Drogendealer arbeitenden Freundes und der wieder auftauchenden Jugendfreundin (Christiane Paul). Die Rolle brachte ihm 2000 den Bayerischen Filmpreis ein.

In Doris Dörries “Nackt” war Fürmann der smarte Zyniker und Ex von Heike Makatsch, der andere provoziert, aber verzweifelt versucht, nichts von sich preiszugeben: Er initiiert das Rollenspiel der Paare, die sich mit verbundenen Augen nackt erkennen müssen, und bleibt selbst angezogen.

Fürmanns Verkaufsleiter in Christian Petzolds “Wolfsburg” verursacht bei einem Autounfall den Tod eines Jungen, flieht und kommt mit seiner Schuld nicht zurecht; er nähert sich der Mutter (Nina Hoss), verliebt sich in sie und erfährt im Finale eine bittere Umkehrpointe des Schicksals. Für “Gespenster” stand Fürmann erneut für Petzold vor der Kamera.

Seit 2003 filmt Fürmann auch international: In “Sin Eater – Seele des Bösen” (Regie: Brian Helgeland) war er der die Sünden von Exkommunizierten verschlingende Dämon, an der Seite von Chris Cooper und Maggie Smith erholte er sich dann in “Mein Haus in Umbrien” von einer Bombenexplosion.

Darüber hinaus ist Fürmann, der als Synchronsprecher dem Titelhelden in DreamWorks’ “Sinbad” und dem gestiefelten Kater in “Shrek 2″ seine Stimme lieh, auch weiterhin in TV-Produktionen zu sehen, so als Siegfried, der in Uli Edels monumentalen “Die Nibelungen” zwischen Kristanna Lokens Brunhild und Alicia Witts Kriemhild schwankt, und als Jugendliebe von Nadja Uhl in dem historischen Zweiteiler “Die Sturmflut”.

Als Lehrer Grünbaum spielte Fürmann in der Kinderfilm-Triologie “Die Wilden Hühner” von Vivian Naefe mit und im selben Jahr verkörperte er den Geistlichen Thaddeus in dem niederländischen Jugendfilm “Kreuzzug in Jeans”.

Leander Haußmann engagierte ihn für die Titelrolle seiner Komödie “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken” und die Wachowski-Brüder für ihre filmische Adaption der gleichnamigen Anime-Serie “Speed Racer”.

Als “Der Mauerschütze” machte er eindrücklich die Gewissensnöte eines NVA-Todessoldaten an der innerdeutschen Grenze spürbar, in der Neuverfilmung des Mark Twain-Klassikers “Tom Sawyer” glänzte er als Indianer Joe.

Als “Der fast perfekte Mann” wandelte Fürmann dann doch auf Til Schweigers Spuren: Als ewiger Hallodri soll er á la “Kokowääh” plötzlich Verantwortung für seinen Neffen übernehmen, der bei ihm einzieht.

Bewegend war seine Darstellung des Ulrich Chaussy in “Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat”, der Jahrzehnte zu beweisen versucht, dass die tragischen Ereignisse vor allem wegen mangelnder Bereitschaft im rechten Milieu zu ermitteln, niemals konsequent aufgeklärt wurden. Die satirische Seite dieses Themas präsentiert Fürmann nun in “Heil” als größenwahnsinniger Nazi-Politiker, der allen Ernstes in Polen einfallen will, und einen nach einem Schlag auf den Kopf verwirrten afrodeutschen Autor als Propaganda-Marionette missbraucht.

Benno Fürmann wurde 2008 mit dem DIVA-Award als bester Schauspieler des Jahres ausgezeichnet.

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