http://www.kino.de/_assets/pics/kinode-logo-150x50.png Beeban Kidron

Steckbrief

Beeban Kidron


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"Wir Briten haben einen ganz speziellen Humor"

Der Komödienhit "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" lockte 2001 die deutschen Zuschauer in Scharen vor die Leinwände. Nun legt Beeban Kidron die Fortsetzung "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" vor.

Großansicht Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis: Regisseurin Beeban Kidron (Foto: UIP)

Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis: Regisseurin Beeban Kidron (Foto: UIP)

»Wie fühlt man sich, wenn einem die Fortsetzung eines großen Kinoerfolgs anvertraut wird?

BEEBAN KIDRON: Hätte es keinen zweiten Roman gegeben, wäre ich wahrscheinlich weniger begeistert gewesen. Was wir hier gemacht haben, ist nicht nur eine schlichte Fortsetzung, sondern das Erzählen weiterer Abenteuer von Bridget Jones. Das macht für mich einen großen Unterschied. Bridget Jones ist zur Leitfigur und zu einem Phänomen unserer Zeit geworden.

» Standen Sie unter dem Druck, einen weiteren Erfolgsfilm liefern zu müssen?

Ich habe noch nie einen Film gemacht, bei dem ich keinen Druck spürte. Wenn man einen kleinen Film dreht, steht man unter Druck, ihn überhaupt in die Kinos zu kriegen. Macht man einen großen Film, muss der Erfolg vorprogrammiert sein.

Aber da das mit dem ersten Teil gelungen ist, konnte man davon ausgehen, dass es mit dem zweiten auch gelingt. Fragt man die Leute auf der Straße, ob sie einen weiteren Bridget-Jones-Film sehen wollen, sagen alle bestimmt sofort "Ja!".

Großansicht Bereit für neue Missgeschicke: Bridget Jones alias Renée Zellweger (Foto: UIP)

Bereit für neue Missgeschicke: Bridget Jones alias Renée Zellweger (Foto: UIP)

» War es Voraussetzung, dass Sie Engländerin sind?

Wir Briten haben einen ganz speziellen Humor, was für den Film sicherlich hilfreich war. Unser Humor ist ein bisschen bissiger und gefährlicher als der Humor der Amerikaner.

» Renée Zellweger ist Amerikanerin, worüber sich manche schon beim ersten Teil beschwerten.

Sie hat mich in Erstaunen versetzt. Als ich sie das erste Mal traf, war sie Renée Zellweger, wie man sie kennt. Es fiel mir schwer, mir vorzustellen, wie sie sich in eine Person wie Bridget Jones verwandeln könnte.

Als wir über die Rolle sprachen, Kleider aussuchten und sie wieder ihren britischen Akzent trainierte, war ich davon überzeugt. Es war ein Prozess, bei dem Renée mehr und mehr verschwand, während Bridget mehr und mehr zum Vorschein kam.

Großansicht Sichtlich entnervt: Colin Firth als Bridgets leidgeprüfter Freund (Foto: UIP)

Sichtlich entnervt: Colin Firth als Bridgets leidgeprüfter Freund (Foto: UIP)

» Wie nah ist der Film am zweiten Roman?

Das Buch war zu umfangreich, um es komplett zu verfilmen. Also mussten wir Dinge herausnehmen. Der größte Verlust war sicherlich die Geschichte mit Bridgets Eltern, die im Buch eine zentralere Rolle spielt als im Film.

Dafür haben wir Daniel Cleaver aus dem ersten Teil dazugenommen, obwohl er im zweiten Buch nicht mehr auftaucht. Aber es wäre schade gewesen, auf ihn zu verzichten.

» Wie reagierte Autorin Fielding darauf?

Wo sie konnte, hat uns Helen Fielding unterstützt. Ich habe sie nie direkt darauf angesprochen, ob sie mit den Veränderungen einverstanden ist, aber ich glaube, sie hatte ein generelles Verständnis dafür, dass Roman und Film zwei verschiedene Medien sind.

Großansicht Auch Hugh Grant ist wieder mit an Bord (Foto: UIP)

Auch Hugh Grant ist wieder mit an Bord (Foto: UIP)

»Hugh Grant spielt wieder Daniel Cleaver. War er für die Rolle sofort zu kriegen?

Nein, Hugh hatte anfangs sogar große Bedenken. Er war der letzte, den wir verpflichtet haben. Er hatte Schwierigkeiten mit dem ursprünglichen Drehbuch und brachte sich in Bezug auf seine Rolle sehr ein.

Ihm ging es dabei nicht um die Größe seiner Rolle, sondern ob sein Erscheinen der Handlung wirklich dienlich ist.

» Grant soll nach "Bridget Jones 2" gesagt haben, dass er sich aus dem Filmgeschäft zurückziehen will.

Das hat er schon öfters behauptet und ist dann doch immer wieder gekommen. Es muss nur das richtige Skript dabei sein, um ihn umzustimmen. Ich kenne solche Augenblicke auch. Es ist verdammt schwierig, den richtigen Stoff zu finden, den man umsetzen möchte.

Dann geht es darum, den fertigen Film auf den Markt zu bringen und die Leute dafür zu interessieren. Das ist eine lange Reise, und nach jeder Arbeit sage ich zu meinem Mann: "Ich höre damit auf!" Worauf er dann immer nur meint, ich solle einige Tage abwarten. Er hat bisher immer Recht behalten.

Großansicht Kidron am Set (Foto: UIP)

Kidron am Set (Foto: UIP)

» Wie kamen Sie mit Zellweger und Grant zurecht?

Ich fühlte mich nicht unterdrückt. Mir war es nur wichtig, einen Film zu machen, der auf eigenen Beinen stehen kann. Es ist nicht erforderlich, dass man den ersten Teil kennt, um den zweiten zu verstehen.

Außerdem bin ich lange genug im Geschäft und habe schon mit vielen anderen Stars gearbeitet und fühlte mich nicht eingeschüchtert. Wichtig ist nur, dass man sich respektiert. Nur so kann eine angenehme Zusammenarbeit entstehen.


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