Bee Gees steht für "Brothers Gibb", die Gebrüder Gibb also, kurz auch: "B. G.s". Unter dem Kürzel ist das vorzugsweise im Falsett singende Trio mit seichten Pop-Ohrwürmern wie "Massachussetts", "Stayin' Alive" oder "You Win Again" weltbekannt geworden. Maurice (Gitarre, Bass), Barry (Gesang, Gitarre, Klavier) und Robin Gibb (Gesang, Gitarre) wachsen zunächst auf der Isle of Man auf, wo die Zwillinge Maurice und Robin von Mitte der Fünfziger an in der Gruppe The Blue Cats erste Bühnenerfahrungen sammeln. 1958 siedelt die Familie nach Australien um. In Sydney treten die Brüder als erfolgreiche Kindergruppe auf. Zurück in England, starten die drei Gibbs 1967 gemeinsam mit Vince Melouney (Gitarre) und Colin Peterson (Schlagzeug) eine Karriere im Popgeschäft, deren erste Singles "Spicks And Specks" und "New York Mining Disaster 1941" noch stark am frühen Stil der Beatles orientiert sind. Mit "To Love Somebody", einer romantischen Ballade, gelingt ihnen jedoch der Schritt in die Eigenständigkeit. Verschwenderisch arrangierte Kompositionen, Falsett-Operetten und surrealistisch-banale Texte werden fortan zum Markenzeichen der Teenie-Gruppe, die sich live schon mal von einem kompletten Orchester oder der Band der Royal Air Force unterstützen lässt. Der aufgeblasene Pop verkauft sich prächtig: Allein in den Jahren 1968 und 1969 setzen die Bee Gees drei Millionen Alben ab. Die Siebziger indes sind anfangs mehr durch den aufkommenden Hard Rock geprägt als durch sanfte Schmachtballaden, so dass die Erfolgsquote der Gibbs zu sinken droht. Unter den Fittichen von Produzent Arif Mardin (Norah Jones) setzen die Bee Gees auf dem Album "Main Course" 1974 daher ganz auf Disco - die Stilwende gelingt, und mit dem Soundtrack zum Film "Saturday Night Fever" (1977) bricht die Gruppe sämtliche Rekorde. Dreißig Millionen Mal verkauft sich das Doppelalbum, eine internationale Messlatte, die erst von Michael Jacksons "Thriller" 1982 höher gelegt wird. Trotz der Millionenverkäufe schwelt unter den Brüdern ein ständiger Zwist, der immer wieder zu Alleingängen führt. Der nächste Erfolg lässt ohnedies lange auf sich warten. Erst 1987 sind die Bee Gees mit "You Win Again" vom Album "E.S.P." wieder ganz oben in den Charts vertreten. Zehn Jahre später werden die drei Gibbs nach dem großen Erfolg ihres Albums "Still Waters" (1996) in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen - unter anderem ein Verdienst prominenter Fürsprecher wie Noel Gallagher (Oasis) und anderer Britpop-Musiker. Ihren Zehn-Jahres-Erfolgsturnus (1967, 1977, 1987, 1997) können die Bee Gees jedoch nicht ins neue Jahrtausend hinüberretten: Am 12. Januar 2003 stirbt Maurice Gibb, und die Bee Gees sind Geschichte. Barry und Robin veröffentlichen in unregelmäßigen Abständen weiterhin Soloalben. Rechtzeitig zum Weihnachtsfest 2006 erscheint die Bee-Gees-Box "The Studio Albums 1967-1968".
Williams auf den Spuren von Travolta
Er kann singen und tanzen - das hat Robbie Williams schon einige Male bewiesen. Jetzt wartet seine erste große Hauptrolle in einem Film auf den geborenen Entertainer.
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Er soll bald für die Bee Gees tanzen: Robbie Williams (Foto: EMI Music Germany)
Die Brüder Robin und Barry Gibb von den Bee Gees wollen den Erfolg des Klassikers "Saturday Night Fever" von 1970 wiederholen. Damals schritt noch John Travolta selbstbewusst die Straße entlang und tanzte sich Samstag Nacht in der Disco die Seele aus dem Leib.
In dem Remake soll nun Robbie Williams in die Fußstapfen von Travolta treten und die Rolle von Tony Manero in der modernen Version des Erfolgsfilms übernehmen. Als Teenager in Brooklyn sind Maneros einzige Highlights die nächtlichen Discobesuche. Bis er schließlich Stephanie kennen lernt und die beiden in Manhattan einen Neustart wagen.
Die Bee Gees möchten 20 Millionen Pfund in die Neuverfilmung investieren. "Sie wollten 'Saturday Night Fever' schon immer neu verfilmen," so ein Freund der Band. "Und Robbie Williams wäre die perfekte Besetzung. Er sieht gut aus und hat verdammt viel Charisma."
Let me entertain you!
Robbie Williams, den es von Anfang an zur Schauspielerei gezogen hat, musste sich vorerst mit dem Singen von Titelliedern für verschiedene Filme, unter anderem "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" und "Findet Nemo", begnügen. In "De-lovely - Die Cole Porter Story" bekam er schließlich sein Filmdebüt. Nun könnte sich sein Traum von einer Hauptrolle erfüllen. Und wer weiß, John Travolta schaffte mit "Saturday Night Fever" seinen großen Durchbruch, vielleicht wechselt Williams am Ende noch ganz seinen Job.
Noch ist aber nichts unter Dach und Fach. Williams ist mit seiner Musik beschäftigt und wird sein sechstes Solo-Album nächsten Monat in Europa veröffentlichen. Dann ist es aber vermutlich soweit, und die Fans können ihr Idol nicht nur auf Konzertbühnen, sondern auch endlich im Kino bewundern.