Barry Levinson

Barry Levinson

Leben & Werk

Seiner Heimatstadt Baltimore widmete Barry Levinson gleich vier Filme. Der erste dieser Filme, “Diner” (1982), sollte zum Sprungbrett für die Karriere mehrerer amerikanischer Jungschauspieler wie Kevin Bacon, Ellen Barkin, Daniel Stern, Mickey Rourke und Steve Guttenberg werden, die hier das Kind im Manne der 1950er Jahre spielen und ihre Freundinnen mit Sport-Quiz-Fragen tyrannisieren. Die liebevolle Rekonstruktion der Kleinstadtwelt erweiterte er in “Tin Men” zu einem Krieg der von Richard Dreyfuss und Danny de Vito gespielten Aluminiumvertreter für Hausfassaden, und in “Avalon” baute er sie zu einer Familiensaga um den charismatischen Großvater Armin Müller-Stahl aus.

Diese eher persönlichen Filme wurden dem 1942 in Baltimore geborenen Barry Levinson durch die kommerziellen Erfolge von Arbeiten wie dem Baseball-Film “Der Unbeugsame” (mit Robert Redford), dem Vietnam-Film “Good Morning, Vietnam” (mit Robin Williams als anarchischem DJ in Saigon) und vor allem dem Autisten-Drama “Rain Man” mit Dustin Hoffman und Tom Cruise als ungleichem Brüderpaar ermöglicht. “Rain Man” erhielt den “Goldenen Bären” der Berlinale und drei “Oscars” (Film, Regie, Hauptrolle für Hoffman). Mehreren Misserfolgen wie dem Spielzeugfilm “Toys” (mit Robin Williams) und “Jimmy Hollywood” folgten wieder Kassenerfolge: der flotte Gangsterfilm “Bugsy” (mit Warren Beatty als Bugsy Siegel), der Thriller “Enthüllung”, ein Drama um sexuelle Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz (mit Demi Moore und Michael Douglas), und das Rachedrama “Sleepers” (mit Brad Pitt und Kevin Bacon). Wegen der Clinton-Affäre in Washington wurde Levinsons Satire “Wag the Dog” (mit Dustin Hoffman und Robert De Niro) um einen fiktiven Krieg, der von den sexuellen Eskapaden des Präsidenten ablenken soll, zu einem Erfolg. Der aufwendige Science-Fiction und Unterwasser-Thriller “Sphere” (mit Sharon Stone und Dustin Hoffman) dagegen blieb hinter den Erwartungen zurück.

Levinson drehte 2000 erneut in seiner Heimatstadt Baltimore, dieses Mal “Liberty Heights” mit Adrien Brody und Ben Foster als Juden, die die Auflockerung der Rassentrennung in den 1950er Jahren erleben. Für die Gaunerkomödie “Banditen!” nahm er 2001 Cate Blanchett, Bruce Willis und Billy Bob Thornton unter Vertrag. 2004 entstand unter seiner Regie die Komödie “Neid”, und zwei Jahre später besetzte Levinson Robin Williams als “Man of the Year”, einem Fernsehshow-Moderator, der sich um das Amt des amerikanischen Präsidenten bewirbt. Brillant war auch seine Satire “Inside Hollywood“, einem Film über einen Eröffnungsfilm für die Filmfestspiele in Cannes, der 2008 eben dort als Abschlussfilm lief.

Angefangen hatte Barry Levinson, der eine Kindheit und Jugend wie in “Diner” erlebte, mit Drehbüchern für Mel Brooks, in dessen “Höhenkoller” (einer Parodie auf Hitchcocks Filme) er einen Auftritt als hysterischer Hotelpage hatte. Levinson war zeitweilig mit der Drehbuchautorin Valerie Curtin verheiratet und ist seit 1983 mit Diana Rhodes zusammen, mit der er zwei Söhne hat.

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