Ihre Rollen sind mutige schauspielerische Balanceakte zwischen verhaltenem Zorn, aufbegehrender Rebellion, stolzer Würde und überlegener... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz36/z0336543/b150x150.jpg Barbara Sukowa

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Barbara Sukowa


  • Geburtstag
    02.02.1950
  • Geburtsort
    Bremen

Ihre Rollen sind mutige schauspielerische Balanceakte zwischen verhaltenem Zorn, aufbegehrender Rebellion, stolzer Würde und überlegener moralischer Stärke. Die Kraft, die Barbara Sukowa vermittelt, rührt oft aus einer gesunden Skepsis, die mit unbeugsamem Willen einhergeht. Selbst als Frau unter Einfluss, häufig zwischen zwei Männern oder im Strudel der Gefühle, arbeitet sie daran, den Verhältnissen zu entkommen oder sie wenigstens zu verändern. Nicht umsonst ist sie im Frauenuniversum der Regisseurin Margarethe von Trotta der Treibriemen für Revolution (als historische "Rosa Luxemburg"), politischen Untergrund (die Terroristin Marianne in "Die bleierne Zeit") und emotionale Achterbahnen (die Ärztin Martha in "Die Rückkehr").

Zur gefeierten Schauspielerin wurde Barbara Sukowa mit zwei Rollen in Filmen von Rainer Werner Fassbinder. In der nach Alfred Döblins Roman entstandenen 13-teiligen Fernsehserie "Berlin Alexanderplatz" ist sie als bleiche "Mieze" die Geliebte von Franz Biberkopf (Günter Lamprecht) und wird von dessen Freund Reinhold (Gottfried John) ermordet, schwebt wie in Trance über der Gutmütigkeit des einen und der Grausamkeit des anderen. Zum Triumph wird ihre Luxus-Prostituierte Lola im gleichnamigen Film, eine Frau, die pragmatisch die Verhältnisse der Aufbauzeit der Adenauer-Jahre durchschaut und in der Kleinstadt mit ihrem Körper die Beute einfängt: den honorigen Baudezernenten (Armin Mueller-Stahl). Wenn sie im Bordell "Am Tag, als der Regen kam" singt, Wut und Verzweiflung in einen trotzigen Striptease verwandelt, erlebt das deutsche Kino eine Sternstunde. Der Deutsche Darstellerpreis für "Berlin Alexanderplatz" und der Bundesfilmpreis für "Lola" und "Die bleierne Zeit" waren der verdiente Lohn.

"Die bleierne Zeit" (Goldener Löwe Venedig 1981) brachte ihr zudem den Goldenen Phoenix als beste Darstellerin in Venedig ein. Da ist sie die im Untergrund arbeitende Aktivistin, Revolutionärin und Terroristin, die in der Isolationshaft zu Grunde geht, aber vorher das politische Bewusstsein ihrer Journalisten-Schwester (Jutta Lampe) schärft. Ihr Porträt der "Rosa Luxemburg" (Deutscher Filmpreis: Filmband in Gold für Barbara Sukowa 1986) zeigt eine so sensible wie kompromisslose Journalistin, Rednerin und Friedenskämpferin und brachte ihr den Darstellerpreis des Filmfestivals Cannes 1986.

1950 in Bremen geboren, stand Sukowa nach dem Besuch des Max-Reinhardt-Seminars in Berlin auf den Bühnen von Bremen, Darmstadt, Hamburg, Frankfurt am Main und Salzburg und debütierte nach TV-Auftritten 1980 in Karoly Makks Thriller "Die Jäger". Nach den Erfolgen der 1980er Jahre war Sukowa außer auf dem Theater selten zu sehen, hatte in amerikanischen Produktionen wie "Der Sizilianer" als italienische Gräfin einen schönen Nacktauftritt, war Mutter mit gefährdeter Tochter im Horrorfilm "Haus der verlorenen Seelen" und hartherzige Chefin in "Office Killer". Für die Rolle der Mutter, die in "Im Namen der Unschuld" den Mord an der Tochter aufklärt, erhielt sie 1998 den Bayerischen Filmpreis. Auf dem Münchner Filmfest 2003 wurde sie für den Heimatfilm "Hierankl" gefeiert: Mutter einer rebellischen 17-jährigen Tochter, aggressiv zum Ehemann und Geliebte des jungen Hausmeisters, zeigt Barbara Sukowa jene widersprüchlichen Gefühle, die die Qualität der sich im Film rar machenden Schauspielerin ausmachen.

2005 erhält sie von John Turturro eine kleinere Rolle in seiner Filmkomödie "Romance & Cigarettes", um dann ein Jahr später die Lena Brückner in "Die Entdeckung der Currywurst" zu spielen. In Ulla Wagners Verfilmung des Romans von Uwe Timm verheimlicht sie ihrem jungen Geliebten, dem sie während des Kriegs ein Versteck bot, das Kriegsende, um ihn nicht zu verlieren. Das World Film Festival in Montréal zeichnete sie als beste Darstellerin aus. Margarethe von Trotta dachte bei ihrem jüngsten Projekt an sie und vertraute ihr die Rolle der Hildegard von Bingen an. Die Filmbiografie um die berühmte Nonne startet im September 2009.

  • Geburtstag
    02.02.1950
  • Geburtsort
    Bremen
  • Geburtsland
    BRD
  • Familie
    verheiratet mit einem amerikanischen Maler, lebt in New York

Königlicher Berlinale-Auftakt

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind eröffnet!

Großansicht Strahlten bei der Berlinale-Eröffnung um die Wette: Diane Kruger, Klaus Wowereit und Marie Bäumer (Foto: Kurt Krieger)

Strahlten bei der Berlinale-Eröffnung um die Wette: Diane Kruger, Klaus Wowereit und Marie Bäumer (Foto: Kurt Krieger)

Zum Auftakt wurde "Leb wohl, meine Königin!" von Benoît Jacquot als Weltpremiere gezeigt, in der die deutsche Schauspielerin Diane Kruger als Marie-Antoinette zu sehen ist, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird. Neben Kruger waren auch die Schauspielerinnen Léa Seydoux und Virginie Ledoyen ins winterliche Berlin gereist, um ihren Film persönlich vorzustellen - für Schauwerte war also gesorgt bei der Eröffnung. Der Film kam gut an beim geladenen Premierenpublikum, es gab begeisterten Beifall für die anwesenden Macher des Films.

Ein Höhepunkt des Abends war auch die Präsentation der in diesem Jahr wieder sehr hochkarätigen Jury: Mike Leigh (Vorsitz), die Regisseure Francois Ozon und Anton Corbijn, der Vorjahres-Bärengewinner Asghar Farhadi, die Aktrice und Sängerin Charlotte Gainsbourg, die deutsche Schauspielgröße Barbara Sukowa, Hollywoodstar Jake Gyllenhaal sowie der der algerischen Schriftsteller Boualem Sansal. Eine anregende Zusammenstellung, die das Rätselraten um potentielle Bären-Gewinner in diesem Jahr umso spannender macht.

Anwärter gibt es in diesem Jahr 18 - darunter drei deutsche Regisseure - sie alle werden als Weltpremiere gezeigt. Jurypräsident Leigh schwärmte von der "intensiven Atmosphäre" der Berlinale - womöglich eine das schlechte Wetter die Menschen - und lobte Festivalchef Dieter Kosslick: "Er ist wahnsinnig innovativ und lustig. Wir werden hier viel lachen."

Eröffnet wurden die Filmfestspiele von Berlinale-Direktor Kosslick mit dem Jury-Präsidenten Mike Leigh, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit. Kulturstaatsminister Neumann legte in seiner traditionellen Eröffnungsrede einen klaren politischen Schwerpunkt:

"Die Berlinale hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder neuen Themen gestellt und uns mit anspruchsvoller Filmkunst und großem Kino wichtige Einblicke in die Welt ermöglicht. Nirgendwo sind Kino, Politik und Weltoffenheit derart beispielhaft vereint. Die Berlinale 2012 ist politischer denn je und steht ganz im Zeichen des Umbruchs und des Aufbruchs. Dank der vielen couragierten Filmemacher, Aktivisten und Künstler, denen die Berlinale in diesem Jahr ein Forum bietet, werden unverfälschte Bilder von den Ereignissen in Nordafrika und anderen Orten der Unfreiheit sichtbar. Ganz aktuell etwa in Syrien, deren Menschen darum unsere Solidarität gilt. Kunst und Kultur - und damit auch der Film - sind nicht nur Seismograph, sondern vor allem Motor gesellschaftlicher Umbrüche. Dies fürchten diktatorische Regime weltweit, und darum werden nach wie vor in Ländern wie Iran und China Künstler und Filmemacher gedemütigt, verfolgt, inhaftiert und mit Berufsverboten belegt."

Bilder zu "Leb wohl, meine Königin!"

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Dabei hatte Neumann Künstler wie Jafar Panahi oder Ai Weiwei im Blick. Er forderte weiter: "Deshalb ist es wichtig, dass auch auf der Berlinale, dem größten Zuschauerfilmfestival der Welt, Flagge gezeigt wird für Menschenrechte und für die Freiheit der Kunst. Denn Demokratie braucht Kultur und Kultur braucht Freiheit."

Durch die Eröffnung führten Anke Engelke und Dieter Kosslick gewohnt charmant im deutsch-englischen Mix. Bereits zum sechsten Mal, so dass Engelke scherzhaft vom "Sixth Year Itch", dem verflixten sechsten Jahr, sprach.

Zum Berlinale-Auftakt versammelte sich die deutschen Filmschaffenden nahezu vollzählig, auch allerlei Politprominenz ließ sich wie gewohnt auf dem Hauptstadtevent blicken.

Die Berlinale läuft bis 19. Februar. In den diversen Sektionen des Festivals laufen in diesem Jahr nicht weniger als 385 Filme - darunter 87 mit deutscher Beteiligung! Dazu kommen 750 Filme, die auf dem European Film Market gezeigt werden.

Prominentester Gast ist Superstar Angelina Jolie, die ihr Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" über eine Liebe im Bosnienkrieg über die Feindeslinien hinweg vorstellt.

Bilder zu "In the Land of Blood and Honey"

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