Michael Caines Stoßseufzer "Mein Gott, ist sie schön!" zu Beginn von Woody Allens "Hannah und ihre Schwestern", in dem Barbara Hershey die jüngste der drei New Yorker Schwestern spielte, könnte über allen Filmen stehen, in denen die 1948 geborene Schauspielerin mitgewirkt hat. Hershey ist ein typisches Kind der Hippie-Ära, in ihren ersten Filmen tollt sie freimütig und unbefangen durch die Szenerie, gibt ihr ungeborenes Baby an eine wohlsituierte Familie ("100.000 Dollar, wenn's ein Junge wird") und spielt selbst Hippie-Mädchen. Ihre Sex-Szenen mit David Carradine in Martin Scorseses "Die Faust der Rebellen" waren für 1973 ziemlich explizit. Mitte der 70er ging die langhaarige Brünette nach Israel und Europa, kehrte wieder in die USA zurück, machte TV-Arbeit und ist seit 1979 ("Der lange Tod des Stuntman Cameron") wieder beim Film. Sie war eine der Astronautenfrauen in "Der Stoff, aus dem die Helden sind", Opfer im Horrorfilm "Entity" und Verführerin von Baseball-Spieler Robert Redford ("Der Unbeugsame"). Aber es war die Rolle der Lee in "Hannah und ihre Schwester", wo sie erstmals einen wirklichen Charakter spielte und die wechselvolle Biografie der Lee verschaffte Hershey ihr Comeback und den eigentlichen Durchbruch. Seitdem pendelt sie zwischen Film und TV, war die frustrierte Ehefrau von Danny de Vito in "Tin Men", die Maria Magdalena in "Die letzte Versuchung Christi" und die scheue Farmersfrau in "Shy People", wofür sie 1987 den Darstellerpreis in Cannes erhielt, dem 1988 - einmalig in der Geschichte des Festivals - wieder der Darstellerpreis folgte, diesmal für die Anti-Apartheid-Journalistin in "Zwei Welten." Als beste Freundin von Bette Midler in "Freundinnen" stirbt sie einen langen würdevollen Tod, und in "Julia und ihre Liebhaber" war sie die lebenslustige Tante aus dem Roman von Mario Vargas Llosa. In den 90ern nahm sie mehr und mehr Rollen in TV-Movies ("Emmy" für "Killing Desperation") an und glänzte im Film in Nebenrollen.
Erika Christensen in "Riding the Bullet"
Mit den Reizen geizen ist ihre Sache sicher nicht. Erika Christensen weiß, wie sie auf Männer wirkt. So turnte sie in "Swimfan" leichtbekleidet in einem Hallenbad herum. Auch in ihrem neuen Film wirft sie einen Mann gehörig aus der Bahn.
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Brillierte bereits in "Swimfan": Erika Christensen (Foto: Fox)
Erika Christensen übernimmt die Hauptrolle in "Riding the Bullet". Der Thriller spielt im Jahr 1969 in der Halloween-Nacht. Die Schauspielerin verkörpert eine junge Frau, die ihrem Freund gerade den Laufpass gegeben hat - mit katastrophalen Folgen.
Ihr abgelegter Lover hat nämlich nichts Besseres zu tun, als einen Selbstmordversuch in den Sand zu setzen. Als er dann am selben Abend erfährt, dass seine Mutter einen Schlaganfall erlitten hat, reicht es ihm endgültig. Er setzt sich in sein Auto und will zu seiner Mama fahren. Auf dem Weg dorthin nimmt er einen merkwürdigen Anhalter mit. Ein böser Fehler...
In guter Gesellschaft
Erika Christensen, die zur Zeit für den Thriller "The Perfect Score" vor der Kamera steht, ist aber nicht der einzige Top-Star, der sich in "Riding the Bullet" die Ehre gibt. David Arquette spielt den durchgeknallten Anhalter. Außerdem mit von der Partie: Jonathan Jackson ("Insomnia") als liebeskranker Autofaher und Hollywood-Urgestein Barbara Hershey als herzkranke Patientin.
Für die Regie zeigt ein wahrer Horror-Spezialist verantwortlich: Mick Garris, der bereits mit "Critters II" und "Schlafwandler" für Gänsehaut sorgte, inszeniert "Riding the Bullet". Die Dreharbeiten beginnen Ende November in Vancouver