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US-Präsident Obama äußert sich zu Rassismus-Debatte bei den Oscars

#Oscarssowhite. Mit diesem Hasttag haben Twitter-Nutzer bereits im vergangenen Jahr die Academy Awards kritisiert. Die Jury reagierte auf die Vorwürfe kaum spürbar und hat zum Missfallen vieler nur weiße Darsteller für Auszeichnungen nominiert. Der wichtigste Preis der Filmindustrie sieht sich deswegen mit Boykotten und Anschuldigungen konfrontiert, was nun sogar den Präsidenten der Vereinigten Staaten dazu bewogen hat, sich in der Debatte zu äußern. 

2015 wurde den Oscars mangelnde Vielfalt vorgeworfen. Einige führten dies gar auf Rassismus innerhalb der übermäßigen weißen Jury zurück. Dieses Jahr verspricht dahingehend keine Besserung, sondern im Gegenteil: Ausschließlich weiße Darstellerinnen und Darsteller wurden für Preise nominiert. Einziger Lichtblick wäre da die Nominierung für das Beste Originaldrehbuch für das N.W.A.-Biopic “Straight Outta Compton” über eine Hip-Hop-Gruppe. Allerdings sind die beiden Drehbuchautoren ebenfalls kaukasischer Abstammung.

Oscars 2016: Alle Nominierungen im Überblick

Zufall oder systematische Benachteiligung? Diese Frage polarisiert gerade die Branche und ihre Beobachter so stark, dass sich sogar Barack Obama nun zu der Debatte geäußert hat: “Ich denke, wenn die Geschichte aller erzählt wird, führt das zu besserer Kunst”, sagte der US-Präsident und positioniert sich damit pro Vielfalt, um Kunst insgesamt durch mehr kulturelle Einflüsse zu verbessern.

Obama fordert darüber hinaus, dass die Filmindustrie “jedem eine Chance geben” solle, was die Interpretation zulässt, dass dies seiner Meinung nach derzeit nicht der Fall sei. Der Präsident sieht dieses Problem aber nicht exklusiv bei den Oscars oder der Filmbranche, sondern als eine grundlegende Herausforderung der USA an.

Stars kündigen Boykott, die Academy Regeländerungen an

Regisseur Spike Lee, der im vergangenen Jahr eine Auszeichnung für sein Lebenswerk gewann, kündigte an, die diesjährige Verleihung zu boykottieren. Will Smith, der für seine Rolle in “Erschütternde Wahrheit” als Kandidat für eine Nominierung galt, wird zusammen mit seiner Frau Jada Pinkett Smith am 28. Februar ebenfalls nicht an der Oscar-Nacht teilnehmen.

Die Academy kündigte bereits an, auf die Vorwürfe mit Regeländerungen zu reagieren. So soll die Mitgliedschaft in der Jury zukünftig nicht mehr auf Lebenszeit ausgestellt, sondern auf zehn Jahre begrenzt werden. Um anschließend die Teilnahme an dem Auswahlkomitee zu verlängern, muss die Person weiterhin im Filmgeschäft aktiv sein. Darüber hinaus soll das Kandidatenfeld für künftige Jury-Mitglieder vielfältiger ausfallen, als es bislang der Fall war.

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