Sie gilt als die goldene Zeit Hollywoods: Als Bogey cool am Whiskeyglas nippte, die Monroe ihr weißes Kleid wehen ließ und Old Blue Eyes "My way" sang - doch hinter der perfekten Fassade verbargen viele der großen Stars bisweilen eine gar hässliche Fratze...
Da behauptet zumindest William Stadiem, der mit seinem Enthüllungsbuch "Mr. S: My Life With Frank Sinatra" mächtig Staub aufwirbelte. Kein Wunder, verriet er doch peinlich gehütete Geheimnisse aus dem Leben von Hollywoods Lieblingsstars. Das Skandalwerk des Insiders wird nun verfilmt, mit Chris Tucker in der Hauptrolle.
Dabei wird der Star aus "Rush Hour" unter anderem preisgeben, wie Sinatras berüchtigte Mafia-Verbindungen genau aussahen und dass "The Voice" von seinen Frauen ewige Treue verlangte, aber gleichzeitig per Kreditkarte die Abtreibungen seiner unzähligen Liebschaften bezahlte wie andere ihre Telefonrechnungen. Außerdem kommt ans Licht, dass Frankie farbige Angestellte als "Nigger" beschimpfte, obwohl er sich nach außen als Bürgerrechtler gab und mit Sammy Davis jr. befreundet war. Doch auch Marilyn Monroe kriegt für ihre verhängnisvolle Beziehung zum Kennedy-Clan ihr Fett weg, der Niedergang von Elvis Presley wird mit schmutzigen Details illustriert, selbst Deutschlands einziger echter Hollywod-Star Marlene Dietrich bleibt nicht verschont. Nur Humphrey Bogart kommt vergleichsweise gut weg.
Stadiem weiß deswegen so gut Bescheid, weil er jahrelang Sinatras Assistent war. Gefeuert wurde er eines Tages, weil er es gewagt hatte, auf einer Party mit Ava Gardner zu tanzen - die wollte Frankie nämlich selbst verführen. Zudem war Stadiems Co-Autor George Jacobs jahrelang Parkwächter in Hollywood und hörte so viele Gespräche mit, die nicht für die Ohren der Öffentlichkeit bestimmt waren.
Regie führt, wie schon bei "Rush Hour", Brett Ratner. Wenn der "Mr. S"-Film ähnlich erfolgreich wird wie das Buch, dürfte das Projekt für das erprobte Duo Ratner/Tucker eine Goldgrube werden. Und davon ist auszugehen - denn das einzige, was an Hollywood noch mehr fasziniert als seine Stars, sind deren Skandale.