Mit seiner Tollkühnheit, Artistik und eleganten Körpersprache als Degen schwingender, glutvoller und von mitreißender Spielfreude geprägter Rächer... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max11/kuk11/kuk24/u1124013/b150x150.jpg Antonio Banderas

Alle Bilder

Antonio Banderas


  • Bürgerlicher Name
    José Antonio Domínguez Banderas
  • Geburtstag
    10.08.1960
  • Geburtsort
    Malaga

Mit seiner Tollkühnheit, Artistik und eleganten Körpersprache als Degen schwingender, glutvoller und von mitreißender Spielfreude geprägter Rächer der Enterbten in "Die Maske des Zorro" fand Antonio Banderas nicht nur die ideale Rolle, sondern wurde ein würdiger Nachfolger der Fairbanks & Co., die als Abenteurer den Zorro gespielt haben.

Antonio Banderas, geboren 1960 in Malaga, ist ein Latin Lover mit unzweifelhaftem Charisma, der in Action-Filmen ("Desperado") die Stunts selber ausführt und im ironischen Spiel seiner Figuren auch erfolgreich Slapstickelemente ("Two Much") einfließen lässt.

Bevor Banderas in Hollywood ein Star wurde, spielte er in Spanien Theater und in beinahe allen Filmen seines Entdeckers Pedro Almodóvar seit "Labyrinth der Leidenschaften". Banderas ist das Liebesobjekt von Männern und Frauen in den stilisierten Melodramen Almodóvars ("Das Gesetz der Begierde") und konnte sich als Entführer einer Filmschauspielerin (Victoria Abril) in "Fessle mich!" ganz nach oben spielen.

Zwar trat Banderas auch in Filmen anderer spanischer Regisseure auf, aber er begann ab 1991 mit "Mambo Kings" eine sorgsam angegangene internationale Karriere ("Das Geisterhaus") und US-Laufbahn, die mit wachsender Sprachkenntnis von Nebenrollen (Tom Hanks' Geliebter in "Philadelphia") zu auf ihn zugeschnittenen Hauptrollen ("Desperado", "Assassins", wo er als Killer Sylvester Stallone an die Wand spielte, "Miami Raphsody") führte und mit dem "Zorro" an der Seite von Catherine Zeta-Jones einen ersten Höhepunkt erfuhr.

Als erfolgreich erwies sich Banderas' Zusammenarbeit mit dem Regisseur Robert Rodriguez, für den er als Pistolen schwingender El Mariachi in "Desperado" und der Fortsetzung "Irgendwann in Mexiko" sowie als Ex-Agent und Familienvater der "Spy Kids"-Reihe vor der Kamera stand.

Daneben bekommt es Banderas in seinen Rollen immer wieder mit ebenso hinreißenden wie durchtriebenen Frauen zu tun: In "Original Sin" verfällt er als kubanischer Plantagen-Besitzer seiner aus Amerika importierten Braut (Angelina Jolie), die mit seinem Vermögen durchbrennt, in "Ballistic: Ecks vs. Sever" muss er sich mit der zweibeinigen Killermaschine und Ex-Kollegin Sever (Lucy Liu) zusammenraufen, um einem verbrecherischen Tycoon das Handwerk zu legen, und in Brian De Palmas Film noir "Femme Fatale" ist er als Paparazzo-Fotograf in Paris den Reizen einer gesuchten Diebin (Rebecca Romijn-Stamos) ausgesetzt.

Und natürlich Zeta-Jones, die in der "Zorro"-Fortsetzung "Die Legende des Zorro" recht unzufrieden mit dem Verhalten ihres Gemahls ist, kurzerhand die Scheidung einreicht und einem Franzosen zugeneigt zu sein scheint, weshalb Banderas einiges daran setzen muss, sie wieder zu gewinnen.

1999 erhielt Banderas für seinen europäischen Beitrag zum Weltkino den Europäischen Filmpreis. Ebenfalls 1999 inszenierte er seinen Debütfilm "Verrückt in Alabama", in dem seine Ehefrau Melanie Griffith die Hauptrolle spielte.

Antonio Banderas Leidenschaft zum Tanz war 2006 die ideale Voraussetzung für die Rolle des Tanzlehrers in "Dance! Jeder Traum beginnt mit dem ersten Schritt", der sich um vernachlässigte Kids bemüht. An der Seite von Jennifer Lopez versuchte er im Thriller "Bordertown" die Hintergründe einer Mordserie an jungen Frauen in Nordmexiko aufzudecken, und auch seine zweite Regiearbeit "El Camino de Los Ingleses" fand auf der Berlinale 2007 Beachtung. Die Jury überreichte ihm dafür den Preis von Label Europa Cinemas. Der Schauspieler spielte neben Meg Ryan in der Action-Komödie "Eine Affäre Undercover" unter der Regie von George Gallo.

Banderas wirbelte durch Woody Allens Liebesreigen "Ich sehe den Mann Deiner Träume" und bekommt demnächst als englische Stimme (deutsch: Benno Fürmann) des Gestiefelten Katers aus den "Shrek"-Filmen einen ganz eigenen Film um das beliebte Fellknäuel.

Für seinen Mentor Pedro Almodóvar spielt Banderas aktuell im Drama "Die Haut, in der ich wohne" einen obsessiven Schonheitschirurgen.

Besondere Ehre kam Antonio Banderas auf dem Filmfest in San Sebastián zuteil, als er für seine herausragenden Verdienste in der Filmbranche mit dem "Donostia"-Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

  • Bürgerlicher Name
    José Antonio Domínguez Banderas
  • Geburtstag
    10.08.1960
  • Geburtsort
    Malaga
  • Geburtsland
    Spanien
  • Familie
    Mutter: Lehrerin
    Vater: Angestellter im Außenministerium

    Schwester: Christie Dembrowski, Personalberaterin
    Eine weitere ältere Schwester

    Bruder: Francisco (Volkswirt)

    Ehefrauen:
    Melanie Griffith (Schauspielerin, seit 1996)
    Ana Leza (Schauspielerin, 1988-1995)

    Tochter: Stella del Carmen Banderas Griffith (von Melanie Griffith, geb. 1996)
  • Autogrammadresse
    c/o The Eugene O'Neill Theatre
    230 West 49th Street
    New York, NY 10019
    USA
  • Links
    http://www.antoniobanderasfans.com (Fan-Seite)

Familiendramen an der Croisette

Das Festival de Cannes kann sich als wichtigstes Filmfestival der Welt regelmäßig mit starken Filmen schmücken. Der Jahrgang 2011 war sogar einer der stärksten der letzten Jahre.

Großansicht Energischer Vater, einfühlsame Mutter: Der Cannes-Sieger "Tree of Life" fasst in poetische Bilder, wie die Familie als Seinswurzel eine Existenz prägt - und was Existenz über den Menschen hinaus bedeuten kann... (Foto: Concorde)

Energischer Vater, einfühlsame Mutter: Der Cannes-Sieger "Tree of Life" fasst in poetische Bilder, wie die Familie als Seinswurzel eine Existenz prägt - und was Existenz über den Menschen hinaus bedeuten kann... (Foto: Concorde)

Schon der Auftaktfilm, Woody Allens "Midnight in Paris", in dem Owen Wilson eine Zeitreise in die Goldenen Zwanziger Jahre antritt, wurde frenetisch gefeiert. Da machte es auch nichts aus, dass Frankreichs First Lady Carla Bruni-Sarkozy den roten Teppich schwänzte - aller Wahrscheinlichkeit nach, um Fragen nach ihrer Schwangerschaft aus dem Weg zu gehen, die zu dem Zeitpunkt der Festivaleröffnung noch nicht offiziell bestätigt war.

Starpower war ohnehin genug geboten - und das nicht nur mit den "Fluch der Karibik 4"-Stars Johnny Depp und Penélope Cruz (» DIE SCHÖNSTEN BILDER VOM ROTEN TEPPICH). Brad Pitt in Begleitung von Angelina Jolie bezauberte die Fans bei der "The Tree of Life"-Premiere. Mel Gibson und Jodie Foster standen im Blitzlichtgewitter bei der "Der Biber". Antonio Banderas, Ryan Gosling, Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg - die Liste der Top-Schauspieler, die sich an der Croisette die Ehre gaben, ist lang.

Das Schöne dabei: Fast alle waren angereist, um die Werbetrommel für künstlerisch herausragende Filme zu rühren. Sean Penn etwa gab in "This Must Be the Place" des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino eine Glanzvorstellung als alternder Popstar - stark überschminkt irgendwo zwischen The Cure-Sänger Robert Smith und Ozzy Osbourne -, der sich auf einen Road-Trip durch die USA begibt. Denn der von seinen Tantiemen gut lebende Musiker Cheyenne hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensaufgabe seines jüngst verstorbenen Vaters zu vollenden, und dessen ehemaligen Nazi-Peiniger zu stellen.

Bilder zu "Cheyenne - This Must Be the Place"

Fotos ansehen

In den ersten Minuten muss man sich an die groteske Aufmachung und das schläfrige Tempo von Sean Penns Figur gewöhnen, doch der Film entwickelt sich schnell zu einem herzerwärmenden Feel-Good-Film mit großer Lebensweisheit. Am Ende seiner Mission kehrt der Cheyenne mit sich im Reinen zu seiner Frau (Frances McDormand aus "Fargo") in Dublin zurück.

Generell standen häufig Vater-und-Sohn- oder zumindest Familiengeschichten im Vordergrund der Wettbewerbsfilme. So auch in "The Tree of Life" von Ausnahmeregisseur Terrence Malick, der ohne Übertreibung als Meisterwerk bezeichnet werden kann und darum völlig zu Recht die Goldene Palme erhielt.

Bildgewaltig wird hier das Heranwachsen eines Jungen erzählt - und gleichzeitig auf spirituelle Weise das Leben und die Schöpfungsgesichte des Menschen selbst abgehandelt. In knapp zweieinhalb Stunden gibt es wenige Dialoge, stattdessen wispernde Sätze aus dem Off - traumartig erlebt man die Erinnerungen an eine Jugend in den Fünfziger-Jahren aus der Perspektive eines Jungens, der seinen Lebensweg zwischen dem strengen Vater (Brad Pitt) und der ausgleichenden warmherzigen Mutter (Jessica Chastain) sucht.

Bilder zu "The Tree of Life"

Fotos ansehen

Auch bei "Le Havre", dem charmanten neuen Film des finnischen Filmemachers Aki Kaurismäki, entsteht eine Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem gutmütigen Schuhputzer Marcel (André Wilms) und einem jungen afrikanischen Flüchtling. Marcel liest Idrissa eines Morgens am Hafen auf und versteckt ihn vor der Polizei. Mit nachbarschaftlichem Zusammenhalt gelingt es am Ende sogar den strengen Kommissar auf Marcels Seite zu ziehen und Idrissa bei seiner Weiterreise nach London zu helfen - wo dessen Mutter bereits wartet.

Bei Pedro Almodóvars "Die Haut in der ich wohne" nimmt das Thema Familie abgründige Züge an: Ein Schönheitschirurg erschafft sich das Ebenbild seiner verstorbenen Frau (die bildhübsche Elena Anaya). Antonio Banderas mimt den "Mad Scientist", der im Keller seiner Villa Dr. Frankenstein spielt.

Ästhetisch auf Alfred Hitchcocks Spuren zeigt sich der spanische Regisseur in Bestform. Zu viel soll von der raffiniert gesponnenen Geschichte nicht verraten werden, doch der extrem spannende Film ist reich an inzestuösen und ödipalen Anspielungen und der von Almodóvar gewohnten Fragen um weibliche und männliche Identität.

Bilder zu "Die Haut, in der ich wohne"

Fotos ansehen

Dass Familie Ballast und Halt zugleich bedeuten kann, zeigt auch Lars von Trier in seinem neuen Film "Melancholia". Erzählt wird die Geschichte zweier Schwestern vor dem Hintergrund des Weltuntergangs. Justine (Kirsten Dunst, die für ihre Performance als bester Darstellerin prämiert wurde) feiert ihre Hochzeit auf dem Landsitz ihrer Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) und ihres Schwagers (genial besetzt: "24"-Star Kiefer Sutherland).

Doch Justine kann den "schönsten Tag in ihrem Leben" nicht recht genießen, leidet sie doch unter schweren Depressionen. Nicht von ungefähr befindet sich der titelgebende Planet Melancholia (zu deutsch: Schwermut) im Anflug auf die Erde. Es heißt, er gleite knapp an der Erde vorbei, doch weit gefehlt - immer bedrohlicher nähert er sich. Schließlich ist Claire die einzige, die ruhigen Mutes dem Ende der Welt entgegensieht.

"Melancholia" war mit eindrücklichen Bildern und herausragenden Darstellern einer der besten Filme des Festivals - umso bedauerlicher, dass nicht der Film, sondern die sarkastisch gemeinten, aber gründlich in die Hose gegangenen Äußerungen des Regisseurs ("I'm a Nazi") zum Tagesgespräch wurden und schließlich zu Lars von Triers Ausschluss vom Festival als "Persona Non Grata" führten. Der dänische Filmemacher gehört seit zwei Jahrzehnten zur Festivalfamilie - aber auch in einer Filmfamilie gibt es eben Enfants Terribles.

Man kann nur hoffen, dass sich die Familie am Ende wieder versöhnt und man auch in Zukunft nicht auf Lars von Trier in Cannes verzichten muss.

Bilder zu "Melancholia"

Fotos ansehen


Filmografie

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

News zum Star