Afro-amerikanischer Film-, TV- und Theaterschauspieler. Er debütierte im Kino als Rapper Papa Doc, der sich in "8 Mile" (2002) das entscheidende... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max11/kuk11/kuk40/u1140012/b150x150.jpg Anthony Mackie
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Anthony Mackie

  • Geburtstag
    23.09.1979
  • Geburtsort
    New Orleans

Afro-amerikanischer Film-, TV- und Theaterschauspieler. Er debütierte im Kino als Rapper Papa Doc, der sich in "8 Mile" (2002) das entscheidende sensationelle Rap-Duell mit Eminem liefert, und wird 2009 in "Notorious" die Rapper-Legende Tupac Shakur (1971-96) spielen. Zwischen diesen Rollen liegen zwei Filme mit Spike Lee, die zur größten Enttäuschung seines Lebens wurden, weil Anthony Mackie glaubte, ein Spike Lee Joint sei der Eintritt in eine Karriere, aber feststellen musste, dass niemand "Sucker Free City" (TV) und "She Hate Me" sehen wollte oder kannte. Im ersten ist er Gang-Mitglied im Ghetto von San Francisco, im zweiten spielt er die Hauptrolle des gefeuerten Angestellten Jack, der ins Baby-Business einsteigt und für zahlungskräftige Lesbierinnen bereit steht. Das in Gastauftritten mit hochkarätigen Stars wie Monica Bellucci besetzte Drama gehörte zu den kontrovers diskutierten Flops des Jahres 2004. In mehreren Filmen hat Mackie berühmte historische afro-amerikanische Persönlichkeiten verkörpert.

Anthony Mackie wurde 1979 in New Orleans geboren und besuchte nach der High School die North Carolina School of the Arts sowie das New Orleans Center for Creative Arts und schloss erfolgreich die renommierte Julilliard School of the Arts ab. Er begann seine Theaterkarriere als Ersatz für Jeffrey Wright und Don Cheadle in "Top Dog/Underdog" und spielte auf Bühnen in New York und Washington, wo er 2007 in einem Theatermarathon in drei Stücken mit 100 Aufführungen spielte. 2002 wurde er für "Talk" mit dem Obie Award ausgezeichnet.

Nach "8 Mile" war Anthony Mackie in Nebenrollen als Soldat im Politthriller "Der Manchurian Kandidat" (2003), als Bruder von Zoe Saldana, der im Drama "Haven" (2004) Orlando Bloom mit dem Messer verletzt, als schwuler Künstler in Harlem in "Brother to Brother" (2004), als Booty in der Komödie "Cool & Fool" (2005, mit Samuel L. Jackson und Eugene Levy), als Shawree in Clint Eastwoods Oscar-Film "Million Dollar Baby" (2004, mit Hilary Swank) und in "Half Nelson" (2006, mit Ryan Gosling) als Drogendealer, der eine High School beliefert, zu sehen. Mackie war Sportler im Football-Drama "We Are Marshall" (2006, mit Matthew McConaughey als Coach) und im Basketball-Drama "Crossover" (2006). Er spielte als Nat Turner den Anführer eines historischen Sklavenaufstands in "Ascension Day" (2007) und in "Bolden!" (2008) den legendären Jazzmusiker Buddy Bolden aus New Orleans.

Anthony Mackie wurde mehrfach für Black Reel Awards und Independent Spirit Awards nominiert. Er wollte ursprünglich Ingenieur werden, entschied sich aber fürs Schauspiel, "weil ich sonst nie Frauen kennengelernt hätte."

  • Geburtstag
    23.09.1979
  • Geburtsort
    New Orleans
  • Geburtsland
    USA
Lesbische Frauen gegen Spike Lee

Aus dem Thema lesbische Liebe und Mutterschaft eine Komödie zu machen, war gewagt. Wehe dem, der sich dann noch im Ton vergreift.

Großansicht Spike Lee ist nicht aus der Ruhe zu bringen (Foto: Petra Stadler)

Spike Lee ist nicht aus der Ruhe zu bringen (Foto: Petra Stadler)

Und genau das hat Spike Lee in seinem neuesten Werk mit dem bezeichnenden Titel "She Hate Me" nach Meinung prominenter lesbischer Frauen getan. Stein des Anstoßes ist die Story des Films:

Jack Armstrong, gespielt von Anthony Mackie aus "8 Mile", hat gerade seinen Job als Manager in Diensten einer Biotech-Firma gekündigt. Da läuft ihm seine Exfreundin über den Weg, die mittlerweile ihre homosexuellen Vorlieben auslebt. Sie bietet ihm 10.000 $ für eine Schwangerschaft. Doch was als einmaliger Freundschaftsdienst geplant war, entwickelt sich bald zum lukrativen Traumberuf: Jack verdingt sich fortan als professioneller Lesbenschwängerer.

Diese Geschichte sei eine "billige Anbiederung an männliche Fantasien", wettern schwule Interessenvertreter nun in den USA. Die Schriftstellerin Rosalind Lloyd ging sogar noch weiter:

"Dieser Film ist eine klischeehafte Vereinfachung und in seiner Darstellung absolut schädlich. Klar ist es wünschenswert, wenn der Homosexualität unter Frauen öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, aber es ist gibt eine Grenze zwischen Aufmerksamkeit und Ausbeutung - und die ist hier eindeutig überschritten. Außerdem würde eine wirkliche Lesbe unter keinen Umständen mit einem Mann schlafen."

Rückständig, reaktionär - und außerdem einfach schlecht

Kritiker werfen dem stets kontroversen Regisseur zudem vor, er lasse Adoption und künstliche Befruchtung als Wege zur Nachkommenschaft außer acht. Damit gehöre sein Film nicht ins 21. Jahrhundert.

Lees Kommentar zu den gesammelten Vorwürfen fiel indes gewohnt gelassen aus: "Es ist schlicht unmöglich, einen Film zu machen, den jede Lesbe mag. Lesben sind wie jede andere Gruppe von Menschen in sich höchst unterschiedlich." Vielen homosexuelle Frauen habe sein Film gefallen.

Die Filmkritik stellt dem kontroversen Werk dagegen ein verheerendes Zeugnis aus - allerdings aus ganz banalen Gründen: mangelndes Timing, fahrige Dialoge und schlechte Darsteller. Ein besonders enttäuschter Juror schrieb: "Ein Spike-Lee-Film hebt entweder ab oder er sinkt wie ein Stein - und dieser ist der Felsen von Gibraltar!"


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